Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Februar 2020

Irritierendes Ergebnis

15./16. Februar: Berlin scheitert mit Vorstoß für Tempolimit

Und wieder einmal muss der Bürger irritiert zur Kenntnis nehmen, wie widersinnig Politiker handeln. Mag man über ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ja ggf. noch gegensätzlicher Meinung sein, so kann es doch nur absolut unstrittig sein, zum Schutz der Kinder vor Schulen problemlos und unbürokratisch Tempo-30-Zonen einrichten zu dürfen. Interessant wäre es aber in diesem Zusammenhang zu erfahren, wie die Vertreter der Bundesländer im Bundesrat zu den einzelnen Punkten abgestimmt haben.

Peter von Elm, Lüdersburg

Unmoralischer Mietpreis

15./16. Februar: 3000 Euro für 120 Quadratmeter. Und wie wohnst du so? Hamburger erzählen im neuen Abendblatt-Podcast ,Hausbesuch‘, wie sie leben. Folge 1: Die Sechser-WG in Eimsbüttel

Nach dem Lesen des Berichts habe ich mich entschlossen, erstmalig einen Leserbrief zu schreiben. Wie kann es sein, dass so etwas erlaubt ist, dass Vermieter Zimmer zu solchen Preisen vermieten? Wie kann es sein, dass Sie als Redaktion in Zeiten von Mietpreisbremse über so etwas kritiklos berichten? Mir ist schon bewusst, dass in der Rubrik „Hausbesuche“ etwas anderes im Vordergrund steht, trotzdem bin ich der Meinung, dass man so ein Verhalten des Vermieters nicht unkommentiert stehen lassen kann. So hätte mich schon mal interessiert, mit welcher Begründung der Vermieter die Miethöhe rechtfertigt. Das mag alles rechtlich in Ordnung sein, moralisch richtig ist das sicherlich nicht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein einzelner Mieter für diese Wohnung so viel Miete zahlen würde.

Stefan Weißenrieder, Sittensen

Grenzen für die Wissenschaft

15./16. Februar: Ist Unsterblichkeit erstrebenswert? Letzter Teil der Serie ,Die 100 großen Fragen des Lebens‘. Wie Menschen immer älter werden – und welche Nachteile es hätte, für immer zu leben

Evolutionsgeschichtlich gesehen gilt für alles biologische Leben: Erhaltung der Art. Und darin begründet sich der eigentliche, naturgegebene Sinn des Lebens. Wenn das gewährleistet ist, wird früher oder später gestorben. Erhalt von Leben um des Lebens willen gibt es nur bei Menschen. Wie sinnvoll ist das? Es beinhaltet gesellschaftliche und finanzielle Explosionsgefahr bei Renten, medizinischer Betreuung, Körpereratzteilen, psychischer Betreuung, Pflege, sinnvoller Lebensgestaltung, Arbeitsfähigkeit. Wie soll die zu erwartende Überbevölkerung versorgt werden oder soll sie durch Verzicht auf Kinder verhindert werden? Was wird da den kommenden Generationen zugemutet und wofür? Richtig: Wir alle wollen alt werden, aber auch alt sein? Nach erfülltem Leben lasst uns ruhen, für immer... Geben wir unseren materiellen Körper der Natur zurück, wie es nicht nur die Naturvölker gehalten haben. Sie alle wollten dem Kreislauf der Natur entsprechen wie auch unsere Beerdigungsriten dieser Einsicht genügen. Wir Alten verlassen die Welt so, wie sie ist und wie wir sie mitgestaltet haben. Erneuerungen brauchen frische, zuversichtliche, junge, aktive Menschen. Sie müssen ihre Lebenszeit gestalten und die ihrer Kinder. Darin liegt die Zukunft der Menschheit. Lassen wir die Wissenschaftler nicht alles machen, was möglich ist. Lassen wir uns ihnen ethische, moralische, religiöse Grenzen aufzeigen und sie auch durchsetzen.

Udo Bauer, Wedel

Dreiste Unkenntnis

14. Februar: Cum-Ex: Opposition droht mit Untersuchungsausschuss. Hat die Finanzbehörde die Verjährung einer Forderung an das Bankhaus Warburg nicht verhindert?

Es ist schon sehr merkwürdig: Bürgermeister Olaf Scholz empfängt den Chef einer Bank und will ausgerechnet über die akuten und brisanten Cum-Ex-Geschäfte der Bank zum Nachteil der Stadt und über eine anstehende Nachforderung von 278 Millionen Euro nicht geredet haben. Was war das den für ein Bürgermeister, der eigentlich die Interessen der Stadt wahren sollte, und der solche Themen nicht anspricht? Das erinnert fatal an die Affäre von Bürgermeister Klose, der Spitzelberichte aus den Rathausmarkt-Toiletten erst nicht gekannt haben wollte und dann zugab, dass er gerade die für ihn farbig gemarkerten Stellen nicht, aber die Passagen dazwischen gelesen habe. Soviel Dreistigkeit darf bei Hamburger Bürgermeistern nicht vorkommen.

Malte C. Doenselmann

Werden die Gebäude begrünt?

12. Februar: Bahnhof am Diebsteich kann gebaut werden. Verkehrsclub will seine Klage zurückziehen. Altona bekommt neuen Busbahnhof, S-Bahn-Station für die Neue Mitte wird geprüft

Hamburg hat mit Architektur nicht immer eine glückliche Hand. Wir finden den neuen Bahnhof am Diebsteich wirklich unschön. Oder sollen die Gebäude wenigstens rundherum begrünt werden? Wie ansehnlich könnte man ihn zum Beispiel terrassenförmig bauen und nicht mit diesen disharmonisch aufragenden Bauklötzchentürmen. In Zukunft bei Bauten, die das Stadtbild mitbestimmen, auch mal die Bewohner Hamburgs befragen und Vorschläge machen lassen. Wie viel Gutes käme dabei heraus und gewiss nicht teurer als so ein Architektenentwurf.

Peter Wigandt