Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. Januar 2020

Mit Bücherhallen kooperieren

23. Januar: Wie die Haspa Kunst in ihre Filialen bringt. Sparkasse kooperiert mit Hamburger Museum

Warum kooperiert die Hamburger Kunsthalle für ihr Kunstangebot mit einem Bankinstitut? Warum nutzt sie nicht andere kulturelle Einrichtungen der Stadt wie z.B. die Bücherhallen: Über 30 Filialen in den Stadtteilen, ansprechende Räume, Bibliothekspersonal, für das kulturelle Bildung und kulturelle Veranstaltungen Alltagsgeschäft ist, passende Bücher und Medien, die man gleich aus dem Regal ziehen kann. Nebenbei würde die Bücherhalle erkundet, die Kinder würden an Literatur und Lesen herangeführt. Herr Klar spricht von einer neuartigen Möglichkeit, Kunst und Kultur in die Stadtteile so bringen - das tun die Bücherhallen seit Jahrzehnten.

Dorothea Keiterkamp, Hamburg

Eine Metropole ist eben laut

23. Januar: Willy-Brandt-Straße untertunneln – so will die CDU die City beleben

Da können sich die Hamburger wieder auf eine neue Megabaustelle freuen, und das für nur schlappe zwei Milliarden Euro. Was soll dieser ewige Blödsinn, zu einer Metropole gehören auch Lärm, Verkehr und Staus. Wem das nicht passt, sollte doch besser in ländliche Regionen ziehen.

Armin Dreier

Hier gelten andere Gesetze!

22. Januar: Die neue Homophobie. Probleme schönzureden ist gefährlich – es gibt eine importierte Schwulenfeindlichkeit

Ich finde es unverschämt und anmaßend, wenn man die mühsam errungene Akzeptanz und Toleranz durch solche Attacken infrage stellt. Wem das nicht passt, soll dahin zurückgehen, wo er hergekommen ist. Hier gelten Gott sei Dank andere Gesetze.

Karin Bader

Homosexualität im Unterricht

In seinem Leitartikel zur „neuen Homophobie“ schreibt Matthias Iken zu Recht, dass die Grundlagen unseres Zusammenlebens eben nicht täglich neu verhandelt werden müssen. Das war auch die Maxime, nach der ich schon vor Jahren an einer Berufsschule die Gleichberechtigung, auch die der Homosexualität, thematisiert habe. Ich konfrontierte die Jugendlichen mit den inhaltlichen Voraussetzungen, dass z.B. mit der biologischen Evolution allerlei Spielarten der sexuellen Orientierung ausprobiert werden, und dass sich z.B. beim Menschen als auch im Tierreich wissenschaftlich bewiesen ca. zehn Prozent gleichgeschlechtlich ausgeprägt haben. Das löste dann immer einen Aufschrei der Empörung und Ablehnung aus, besonders wenn ich provozierend hinzufügte, dass von daher statistisch gesehen zwei bis drei ihrer Mitschüler unter ihnen verdeckt homosexuell leben müssten und welche Qualen sie durchleben müssten, nicht entdeckt zu werden! Fazit war: Man kann doch nicht natürliche Gegebenheiten diskriminieren oder gar bestrafen. Besonders problematisch war es bei islamisch geprägten Schülern, die Homophobie aufzubrechen, wenn sie bereits in einer Koranschule die Leugnung der Evolution eingetrichtert bekommen hatten.

Horst Mahl

Unhaltbare Berichterstattung

21. Januar: Clinton-Jäger soll Trump das Amt retten. Kenneth Starr war Sonderermittler in der Sex-Affäre des Ex-US-Präsidenten

Ich bin wahrhaftig kein Freund von Donald Trump. Aber ich anerkenne, dass ca. die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung ihn mögen und unterstützen. Und ich gehöre nicht zu der anscheinend immer größer werdenden Anzahl von Deutschen, die sich moralisch-ethisch anderen überlegen fühlen, sich selbst auf einen hohen Sockel stellen und von dort aus über andere urteilen. Vom Hamburger Abendblatt erwarte ich eine seriöse und objektive Berichterstattung, leichte Abschläge wäre ich bereit zu tolerieren, denn wir sind ja alles nur Menschen, die auch Schwächen haben. Aber die Berichterstattung Ihres USA-Korrespondenten über Donald Trump, die ich seit ca. fünf Jahren verfolge, ist für mich nicht mehr akzeptabel. Dirk Hautkapp ist in meinen Augen ein Trump-Hasser, der keine Möglichkeit einer negativen Berichterstattung auslässt, sei es in ganzen Artikelpassagen oder in einzelnen verunglimpfenden Worten.

Gerd Harnisch, Seevetal

In Sorge um die Demokratie

21. Januar: Protest in Rathausdiele gegen AfD-Fraktionschef Gauland

Am 21. Januar 2020 berichten Sie auf Seite 13 über den Protest in der Rathausdiele gegen eine Rede von Alexander Gauland. Wenige Tage zuvor berichteten Sie, dass eine Diskussionsveranstaltung zur Bürgerschaftswahl mit Politikern aller Fraktionen in der Max-Brauer-Schule abgesagt worden war, nachdem rund 150 Menschen gegen die Teilnahme von AfD-Fraktionschef Alexander Wolf protestiert hatten. Laut Polizei versuchte ein Teil der Demonstranten, den Eingang zu blockieren. Schade, dass ich zunächst betonen muss: Ich bin überzeugter Europäer und finde es schlimm, wenn in einer AfD-Veranstaltung „abschieben“ skandiert wird bezogen auf Mitbürger mit Migrationshintergrund. Aber: Ich finde es auch schlimm, dass auch Sie als (bürgerliche?) Zeitung davon absehen, einmal unbefangen über eine AfD-Veranstaltung im Norden zu berichten. Fehlt es bei Ihnen an journalistischer Unbefangenheit, oder hat der Ressortleiter Politik schlicht nicht den Mut dazu? So berichteten Sie auch in Ihrer Ausgabe vom 17. Januar 2020 auf Seite 25 nur über Protest gegen die AfD in Reinbek, im Schloss. Ich halte mich für einen halbwegs unbefangenen und demokratischen Bürger – nicht parteigebunden – und wollte mich in Reinbek einmal originär über die AfD informieren. Schon das Hineingehen dorthin geriet zu einem Spießrutenlauf mit körperlichen Attacken und Halten von Schildern direkt vor meinen Kopf, so dass mehr Zartbesaitete vielleicht vom Besuch der Veranstaltung Abstand genommen hätten. Ich persönlich sorge mich sehr um unsere Demokratie.

Dr. Claus Schröder, Reinbek

Veloroute ist schon geplant

22. Januar: Elbchaussee-Umbau: Wo Radfahrer auf die Straße müssen. Die Sanierung sorgt für großen Ärger

Die über Jahrzehnte gewachsene Elbchaussee kann selbstverständlich nicht überall zur Fahrradautobahn umgebaut werden, ohne wesentliche Nachteile für Fußgänger und Autofahrer zu erzeugen. Alle Beteiligten sollten sich darüber im Klaren sein, dass parallel zur Elbchaussee bereits eine aufwendig ausgebaute Veloroute durch die Elbvororte geplant und realisiert wird. Man sollte erwarten, dass die Fahrradfahrer diese lieber nutzen möchten, als sich unbedingt auf der Elbchaussee zwischen den Autos und Fußgängern hindurch zu drängeln.

Harald Meyer, Hamburg-Ottensen

Radler benutzen Alternativen

Diese Strecke „beradel“ ich seit 20 Jahren fast täglich. Kenne mich also ein wenig aus. Benutzt werden bislang zwei parallele Alternativen: Sportliche Fahrer nehmen die Route Manteuffelstr./Jürgensallee/Hochrad …, Genießer wählen eher den herrlichen Elbuferweg (übrigens ein Europa-Radweg). An der viel befahrenen Elbchaussee wird es auch nach diesem verkrampften Umbau nur vereinzelt mutige Radler geben. Mein Vorschlag deswegen: Da an der gesamten Straße auch kaum Fußgänger zu sehen sind, sollte man einfach einen der Bürgersteige komplett zum Radweg – beide Richtungen – umfunktionieren.

Thorsten Schima

Autos zu Hause lassen

20. Januar: Autos raus – das Motto 2020? Es geht nicht nur um den Klimaschutz ...

Wenn sich 66 Prozent der Hamburger für eine autoarme Innenstadt aussprechen, wäre sicherlich schon viel erreicht, wenn diese Bürger ihr Auto für einen Besuch in der Innenstadt zu Hause ließen. Vielleicht bräuchte man dann keine weiteren (teuren) Maßnahmen.

Karl-Joachim Meißner