Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. Januar 2020

Was heißt autofrei?

10. Januar: Mehrheit der Hamburger fordert eine autofreie Innenstadt

Wussten alle Befragten, das autofrei auch „ohne Busse“ heißt? Dann macht sich offensichtlich die Mehrheit der Hamburger auch wenig Gedanken darüber, wie Ältere und Gehbehinderte künftig in der Innenstadt unterwegs sein werden.

Eike Oldenburg

Geld wäre sinnvoll eingesetzt

9. Januar: Weitere 1,5 Millionen Euro für ferngesteuerte S-Bahnen. Erste hochautomatisierte Züge sollen 2021 testweise fahren

Ob eine digitalisierte Steuerung der S-Bahn diese weniger störanfällig macht, ist mehr als fraglich. Wozu Computer-Softwarefehler führen, konnte man an den nicht fahrenden U-Bahnen zum Jahreswechsel beobachten, die nur ganz einfach den Sprung in ein neues Jahrzehnt „verschlafen“ hatten. Gibt es nur noch einen zentralen Steuerungscomputer für die S-Bahn – gar nicht auszudenken, wenn der über Tage ausfiele. Und was sich auch mit viel Geld nicht beeinflussen lässt, ist das Verhalten der Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen. Dieses verlangsamt sich sogar, weil viele auf ihr Smartphone starren und nicht die Türen freigeben. Es ist nun einmal so, wenn viele Fahrgäste die S-Bahn nutzen, was ja erfreulich ist, dann dauert der Fahrgastwechsel einfach länger. Und wenn, wie am Hauptbahnhof die Bahnsteige zu eng, die Auf- und Abgänge schlecht beleuchtet und mit defekten Rolltreppen versehen sind, dann können die Fahrgäste auch den Bahnsteig nicht schnell räumen und die Ein- und Aussteigevorgänge verlangsamen sich weiter. Dann sind die erwarteten Kapazitätssteigerungen von 20 bis 30 Prozent schlichtweg einfach nur Makulatur. Das viele Geld für die Digitalisierung wäre sinnvoller in der Kapazitätserweiterung für den Hauptbahnhof investiert.

Jutta Wallmann-Jung, Hamburg

Der Nutzen der Fahrradklingel

7. Januar: Verkehrsunterricht für Senioren mit Handpuppen und Leserbrief vom 9. Januar

Immer wieder entsteht bei einigen Leserbriefen der Eindruck, dass Fahrradfahrer nichts Besseres zu tun haben, als in wilder Fahrt vornehmlich ältere Menschen von Fußwegen „weg zu klingeln“. Ich kann diese Beobachtung in der oftmals pauschaliert geschilderten Art und Weise nicht bestätigen. Natürlich gibt es bei Fahrradfahrern wie unter allen Verkehrsteilnehmern (dazu gehören auch Fußgänger) schwarze Schafe, die sich nicht regelkonform verhalten. Die Klingel am Fahrrad wird von der Mehrzahl der Fahrradfahrer dazu genutzt, auf sich aufmerksam zu machen und um die Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer zu vermeiden, wenn diese sich z.B. sehr dicht am Fahrradweg bewegen. Es gibt unter diesen Zeitgenossen aber auch solche, die diesen akustischen Hinweis der Fahrradfahrer als Provokation auffassen und meinen, diesen mit unpassenden Bemerkungen kommentieren zu müssen. Ergänzend noch der Hinweis, dass in vielen Fußgängerzonen oftmals in einem bestimmten Zeitkorridor auch das Fahrradfahren erlaubt ist. Auch hier muss dann in Einzelfällen die Klingel als Warnzeichen benutzt werden. Mein Eindruck ist, dass die große Mehrheit der Verkehrsteilnehmer sehr respekt- und rücksichtsvoll miteinander umgeht.

Lüder Ahrlich, Lüneburg

Flucht-Ursachen sind vielfältig

7. Januar: ,Wer Außengrenzen schützt, hilft den Schulen.‘ Joachim Wagner hat die Folgen der Migration untersucht – er kommt zu alarmierenden Ergebnissen

Joachim Wagner beschreibt, welche negativen Auswirkungen die Migranten innenpolitisch erzeugen, z.B. in der Schule. Die Situation ist durchaus treffend beschrieben. Als Konsequenz die Zuwanderung zu begrenzen, klingt folgerichtig, greift aber zu kurz. Was ist eigentlich „Missbrauch des Asylrechts“? Wann ist jemand Kriegs-, wann Klimaflüchtling? Das lässt sich oft nicht trennen. Anders gefragt: Warum riskiert ein Mensch sein Leben auf einer Reise ins angebliche Paradies, die mit großer Sicherheit tödlich enden kann? Für die Flucht-Ursachen sind wir Europäer zumindest mitverantwortlich. Viel zu hoher CO2-Verbrauch oder Rüstungsexporte haben ihre negativen Auswirkungen gerade in den Herkunftsländern der meisten Flüchtlinge. Der wirtschaftliche Aspekt mag im Einzelfall auch eine Rolle spielen. Die hundertprozentigen Wirtschaftsflüchtlinge fliegen allerdings lieber mit dem Privatflugzeug nach Irland, Jersey oder auf die Cayman-Inseln, wo sie weniger oder keine Steuern zahlen. Dieser Schaden spielt für unser Land eine nicht unerhebliche Rolle. Die Ursachen für die Flüchtlingsbewegungen darf man bei diesem Thema nicht ausblenden, wenn man nicht für die vielen Toten in Sahara und Mittelmeer mitverantwortlich gemacht werden will.

Jürgen Beeck, Hamburg

Alle quaken wieder rum...

9. Januar: Passbilder nur vom Amt? – Fotografen in Sorge. Bundesinnenministerium plant Gesetzesänderung

Endlich mal eine konkrete und bundesweite bzw. EU-weite sinnvolle Maßnahme, und schon quaken wieder alle rum. Gabriele Ebert