Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 14. Dezember 2019

Ist das Thema uninteressant?

13. Dezember: Hamburger Firma rettet Leben von Radfahrern. Das Unternehmen Luis aus Hamm entwickelt und vertreibt Abbiegeassistenten. Nun tüftelt das Team an einer weiteren Innovation

Es ist mir völlig unverständlich, dass Abbiegeassistenten bei Lkws nicht schon längst vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurden und leichtfertig Menschenleben geopfert werden. Das kann nur daran liegen, dass unsere Regierung die Wirtschaft unterstützt und Kosten von ihr fernhalten will. Dabei kosten diese Abbiegeassistenten nur ca. 2000 Euro – was ist das im Vergleich zu Hunderten von Menschenleben? Aber sowohl unser Wirtschaftsminister als auch der Verkehrsminister zeigen sich an diesem wichtigen Thema uninteressiert. Der wenig erfolgreiche CSU-Verkehrsminister Scheuer hat sich lieber um das totgeborene Kind Pkw-Maut gekümmert, an dem ist er bekanntlich krachend gescheitert und muss sich jetzt zu Recht für verschwendete Steuermillionen vor einem Bundestagsuntersuchungsausschuss verantworten.

Helmut Jung

Nur ein ökonomischer Vorteil

13. Dezember: Drohnen sollen Hamburger Unkraut vernichten

In dem Artikel wird sowohl der ökonomische als auch der ökologische Vorteil der Pflanzenerkennung hervorgehoben. Letztlich besteht in der gezielteren Bekämpfung von sogenannten „Beikräutern“ lediglich ein rein ökonomischer Vorteil. Das Ziel ist es weiterhin alle diese Pflanzen, die letztlich die Nahrungsquelle vieler Insekten waren, zu vernichten. Ähnlich verhält es sich beim Düngen. Ich denke mal, dass es das Hauptziel bei diesem kleinteiligen Verfahren ist, nicht das Grundwasser zu schützen, sondern keinen Bereich mit zu wenig Dünger zu versorgen, was sonst zu geringerem Ertrag führen würde.

Wolfgang Wörmann, Barsbüttel

Keine vertrauensvolle Politik

13. Dezember: Trumps Attacke auf die Ostsee-Pipeline. USA planen Sanktionen gegen Nord Stream 2- Unternehmen

Der US-amerikanische Wirtschaftsimperialismus wird langsam unerträglich und zu einer ernsten Belastung der transatlantischen Beziehungen. Bei aller berechtigten Kritik an Nord Stream 2, kann aber nicht akzeptiert werden, dass sich die USA aus reinen Wettbewerbsgründen massiv in die Europäische Energiepolitik einmischen. Wenn sich die EU nicht zur Wehr setzt, dann wird sie auf Dauer zum Spielball US-amerikanischer Wirtschaftsinteressen. Ein Einfuhrverbot für amerikanisches Frackinggas wäre die logische Konsequenz auf das beabsichtigte Gesetz. Jedes Land welches nicht über ausreichend Bodenschätze verfügt und diese einführen muss, begibt sich in Abhängigkeit. Auch die USA beziehen Öl aus Saudi Arabien, was nach deren Klassifizierung ein „Schurkenstaat“ ist und verschonen dieses Land in jeder Hinsicht. Mit fatalen Folgen, wie man im Jemen beobachten kann. Nur nehmen sie für sich in Anspruch, wegen ihrer dominanten Wirtschaftsmacht sich über Bedenken hinwegsetzen zu können. Und was ist z.B. mit der Abhängigkeit von amerikanischen Internetkonzernen, der wir in Europa ausgesetzt sind? Vielleicht sollte das einmal gegenüber der US-Administration thematisiert werden. Frankreich hat da ja bereits reagiert, indem sie Umsätze solcher Firmen besteuern. Natürlich unter großem Protest der Amerikaner. Vertrauensvolle Politik unter Verbündeten ist das schon lange nicht mehr.

Peter Westendorf

Ein Stück Lebensqualität...

9. Dezember: Das echte Hamburg ist bedroht. Stadtplaner und Architekt André Poitiers über die Globalisierung, die Folgen des Zuzugs, grünere Städte und Konkurrenz aus dem Umland

Das war ein außerordentlich interessantes Interview von Matthias Iken und Peter Wenig mit André Poitiers, wurden doch die Kehrseiten der gegenwärtig boomenden Stadtentwicklung in Hamburg in Zeiten des Klimawandels herausgestellt. Architekt Poitiers hat mit der „Neuen Mitte Altona“ ein Stück Lebensqualität durch konsequente Verkehrsberuhigung, großzügige Grünflächen, grüne Innenhöfe und eine nicht übertriebene bauliche Verdichtung geschaffen. Dagegen gibt es in Hamburgs Vorzeigeprojekt „HafenCity“ erhebliche Defizite im Hinblick auf Umwelt- und Lebensqualität, betrachtet man die autobetonte Erschließung, die massive bauliche Verdichtung, das konfliktreiche, bisher ungelöste Nebeneinander zwischen Kreuzfahrtterminal und Wohnbebauung bzw. zwischen dem im Bau befindlichen gigantischen Shopping-Center und der angrenzenden Bebauung. Eine klimagerechte bzw. klimaneutrale Konzeption, bei der die Lebensqualität im Mittelpunkt stehen sollte, sieht anders aus, daher sollte die HCU (HafenCity Universität) als neutrale Prüfinstanz alle städtischen Großprojekte im Hinblick auf ihre Klima- und Umwelteffekte checken.

Dipl. Ing. Peter Koch

Hit war gut für jede Party

11. Dezember: Der Soundtrack der Neunziger. Mit ihrer Band Roxette feierte Marie Fredriksson gigantische Erfolge

Bei den Roxette-Hits habe ich aber einen Song stark vermisst und zwar „Crush on you“. Mit diesem Stück habe ich jede Party in Gang bekommen, da hält es niemanden mehr auf den Sitzen.

Sylvia Nitze