Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. November 2019

Lösung? Alle an einen Tisch!

27. November: DFB bestätigt Rekordstrafen für HSV und St. Pauli

Ich bin einmal gespannt, wie lange die deutschen Profivereine sich diese selbstherrliche Behandlung durch den DFB noch gefallen lassen wollen. Auch wenn die Vereine bei Heimspielen formaljuristisch als Veranstalter Verantwortung tragen, was in ihren Stadien passiert, handelt es sich hierbei doch um ein gesellschaftliches Problem, wofür die Politik, der DFB, die Polizei aber natürlich auch die Vereine mit den Fanclubs gefordert sind, gemeinsam Lösungen zu finden. Soweit mir bekannt, hat es trotz drastischer Strafen für die Vereine bislang keinerlei positive Veränderungen im Verhalten einiger weniger Chaoten gegeben, weil diese letztlich immer straffrei ausgehen und somit die Stadien weiterhin als Spielwiese für ihre kriminelle Freizeitgestaltung zweckentfremden können. Deswegen keine Strafen mehr für die Vereine, sondern alle an einen Tisch und endlich einmal Lösungen erarbeiten.

Jürgen Holdack

Klimaschutzbeitrag für Jeden

27. November: Klima-Großdemo: Was Hamburg erwartet. „Fridays for Future“ bereitet sich übermorgen auf mehr als 50.000 Teilnehmer vor

Allmählich arten die Großdemonstrationen für den Klimaschutz in Hysterie aus. Glaubwürdigkeit fängt bei jedem Einzelnen an. Wer weiterhin mit dem Flugzeug in die Ferien fliegt, Flüge für Klassen- und Studienreisen nutzt, die Buchung über umweltfreundliche Handy-Batterien veranlasst, sollte seinen Beitrag zum Klimaschutz einmal überdenken.

Rita Humpke, Hamburg

Dehmelhaus zu besichtigen

27. November: Muse, Managerin und Partnerin des Dichters. Abendblatt-Serie Hamburgs starke Frauen – Ida Dehmel. Sie stellte ihr Leben in den Dienst ihres Mannes Richard. 1942 wählt die Jüdin den Freitod

Danke für die Serie und speziell, die über Ida Dehmel berichtet. Ich möchte noch anmerken, dass man das Ida-Dehmel-Haus großartig renoviert hat und es nach Absprache zu besichtigen ist. Es gibt verschiedene Termine und es genügt eine E-Mail zur Anmeldung. Das schöne an dem Haus ist, dass im Souterrain eine Gemäldeausstellung ist, die beim Rundgang besprochen wird. Dort war Ida Dehmel selbst künstlerisch tätig.

Gisela Seib, Hamburg-Eidelstedt

Wir können alle etwas tun

25. November: Plastik tötet Helgolands Seevögel. Gefahr für Basstölpel und Trottellummen weit größer als bislang angenommen

Es ist so traurig zu lesen, dass die Vögel Plastik zum Nestbau nutzen und ihre liebevoll versorgten Jungtiere deshalb im Nest verenden. Sicher leiden die Tiere zusätzlich, weil sie die Plastikteile für Nahrung halten und herunter schlucken. Wir sind auf dem richtigen Weg – wir fangen an, etwas dagegen zu tun! Wir alle können etwas tun, und zwar, am Strand den Plastik aufsammeln, wann immer wir da sind. Es ist für jeden nur etwas Arbeit, aber wenn wir alle gegen die Plastikflut angehen, kann sie weniger werden.

Angela Selke, Hamburg

Umdenken ist notwendig

26. November: Weil will Nitrat-Belastung stärker eindämmen. Überdüngung der Böden bleibt vor allem in Niedersachsen Problem. Was der Ministerpräsident plant

Es ist höchste Zeit, das Nitratproblem des Grundwassers anzugehen. Lange genug hat die EU darauf gedrängt und noch länger ist dieses Problem bekannt. Allein die Landwirtschaft und ihre Verbände haben die Augen davor verschlossen und die Politik beeinflusst. Nun muss gehandelt werden, sollte die Trinkwasserversorgung nicht wesentlich teurer werden. Eine unterschiedliche Betrachtung von Acker und Grünland mag sicherlich sinnvoll sein, doch wer sich regelmäßig durch die Landschaft bewegt, weiß: Auf den Äckern wird zumeist einmal kräftig gedüngt, während das Grünland nach jeder Mahd – also mehr als viermal – den Gülletank und/oder den Düngerstreuer sieht. Gerade Energiegras und Intensivgrünland werden wesentlich häufiger gedüngt. Natürlich bindet Gras Kohlenstoffdioxid, aber es wird in Biogasanlagen und im Futter wieder freigesetzt. Aufgrund des hohen Maschinenaufwands, der heute in der Landwirtschaft betrieben wird, bindet die Agrarwirtschaft kein Gas langfristig, sondern setzt es innerhalb eines Jahres wieder frei. Erst wenn die Landwirtschaft wieder den Humusaufbau im Boden fördert, also auch die Vielfalt der Bodenlebewesen, wie auch der Käfer und Insekten, könnte ein kleiner Teil des Kohlenstoffdioxids, der vorher von den Pflanzen aufgenommen wurde, längerfristig gebunden werden. Doch für diese Strukturänderung sind politischer Wille zur ökologischen und kleinbäuerlichen Förderung, gesellschaftliche Anerkennung der ökologischen Leistung und ein Umdenken der Agrarverbände notwendig.

Rüdiger Ramm

Das schafft Bürgernähe

27. November: Klimaabgabe für städtische Firmen. Wenn Chefs öffentlicher Unternehmen fliegen, müssen sie künftig Kompensation leisten

Vollmundig wird dargestellt, welcher Beitrag von Politikern bis Chefs öffentlicher Unternehmen gefordert wird. Unabhängig von den ohnehin winzigen Beträgen wäre es sicherlich besser, Inlandsflüge komplett zu verbieten, Dienstfahrräder einzuführen und Bahnkarten Zweiter Klasse auszugeben. Das schafft Bürgernähe und erfüllt Vorbildfunktion. Ob dieser Personenkreis aus eigener Tasche zahlt, wage ich zu bezweifeln, in anderen Bundesländern zahlt das immer noch der Steuerzahler.

Norbert Herzberg, Pronstorf

In New York funktioniert es

26. November: Hamburg diskutiert: Soll Böllern zu Silvester verboten werden?

JA! Ich bin für ein generelles Böllerverbot. Ich bin ganz der Meinung von Frau Gall. Von den Schäden für Mensch,Tier und Umwelt mal ganz abgesehen, ist es ist längst kein Spaß mehr den Silvesterabend an den Landungsbrücken, am Jungfernstieg oder an einem anderen öffentlichen Ort zu verbringen. Ständig muss man damit rechnen, dass einem ein Böller vor die Füße geworfen wird. Ein Verbot nur auf den Feiermeilen ist meines Erachtens nicht genug. Ich bin sehr für ein schönes kontrolliertes Feuerwerk an verschiedenen öffentlichen Plätzen. Und, Herr Kummereincke, ich denke, das ein Verbot durchaus durchzusetzen ist. Wir brauchen unseren Blick nur auf die andere Seite des Atlantik, nach New York zu richten, dann sehen wir, dass es funktioniert.

Martina Milewski, Marmstorf

Besser: Laser-Show und Musik

Ein Verbot ist schon lange überfällig (Feinstaub etc.). Aber warum dann noch ein zentrales Feuerwerk am Hafen? Besser wäre dort eine imposante Laser-Show mit passender Musik! Das wäre auch ein Touristenmagnet und deutlich umweltschonender.

Peter-Lorenz von Gottberg

Verbote sind selten die Lösung

Die Gegenüberstellung von Pro und Kontra zur Diskussion über privates Feuerwerk zu Silvester zeigt wieder mal deutlich, wie schwach die Argumente der Befürworter sind. Sie wissen aus vielen leidvollen Erfahrungen um die gefährlichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt, plädieren aber dafür, genauso weitermachen zu wollen, ja angeblich sogar zu „müssen“, weil ein Verbot „mehr schaden als nutzen“ würde. Verbote sind nur selten die vollkommene Lösung, aber sie ermöglichen eine Einschränkung des Problems, denn sie können Bewusstsein und (Mit-)Verantwortung mobilisieren und somit den völlig ungehemmten und massenhaften Umgang mit Raketen, Böllern usw. verhindern. Das in Kauf zu nehmen, ist nicht „weise und tolerant“, sondern unverantwortlich, gegebenenfalls Körperverletzung oder Sachbeschädigung. Denken wir doch lieber mal über die Alternative eines öffentlich organisierten und kontrollierten Silvester-Feuerwerks nach.

Peter M. Lange, Henstedt-Ulzburg