Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. Oktober 2019

Die Chinesen machen es besser

22. Oktober: Der Transrapid lebt – in China. Peking baut eine Magnetschwebebahn auf 1000 Kilometern Länge. Die Erfinder aus Deutschland sind bei dem Megaprojekt nicht mehr dabei

Das neue Transrapid-Projekt Chinas mit der ehemals deutschen Magnetschwebebahn schnell und wirksam zu vernetzen, müsste aufhorchen lassen. Die USA geben mit riesigen Schulden Geld für hegemoniale Kriegsführung und Zerstörung aus. Die Kriege lösen nachhaltig Hass und damit neue Zukunftskonflikte aus. Die Chinesen sind an keiner kriegerischen Auseinandersetzung beteiligt und investieren in Handel, Sicherung von weltweiten Rohstoffen und Infrastruktur. Wir beginnen nach China zu reisen, um zu sehen, wie produktiv, zukunftsweisend Geld im eigenen Land wirksam ausgegeben werden kann.

Burkhard Allwardt, Tostedt

Versuchslabore schließen

21. Oktober: Tausende protestieren gegen Tierversuche. Friedliche Demonstration in Neugraben und eine Mahnwache vor den Toren des Laboratory of Pharmacology and Toxicology

Selbst wenn „die notwendige Zuverlässigkeit“, um so einen Betrieb zu führen (Anfrage SPD und Grüne/Linke), von der Behörde bestätigt werden würde, sollten die verantwortlichen Institutionen endlich sämtliche Tierversuchslabore schließen. Es ist eine Schande, was dort passiert und ein Armutszeugnis unserer Politiker. Leider werden Tiere immer noch als Sache behandelt, auch das müsste schleunigst geändert werden.

Helga Seewald, Buchholz

Wir brauchen mehr Polizisten

21. Oktober: Hass und Hetze im Internet – Hamburg sagt Tätern den Kampf an. Senator plant mehr Strafverfahren, mehr Staatsanwälte, Druck auf Facebook & Co. – Opfer sollen sich melden

Nun schaltet sich also auch der Justizsenator mit einer populären Idee in den beginnenden Wahlkampf ein. Das Ziel an sich ist ja nicht schlecht. Aber woher, die Finanzen vorausgesetzt, sollen die erforderlichen Staatsanwälte denn kommen? Auf Auszubildende warten wir Jahre, auf dem Markt befindliche Juristen sind oft nicht qualifiziert genug. Das ist aber erst der Anfang. Es gehören natürlich auch mehr Richter dazu, was insgesamt deutlich mehr Verwaltungs- und Geschäftsstellenaufwand zur Folge hätte. Alle würden aber zunächst tatenlos herumsitzen, denn Straftaten werden immer noch von der Polizei bearbeitet, die ja, wie berichtet, selber seit geraumer Zeit Halden von Akten vor sich herschiebt. Aber da soll ja auch immer mehr Personal eingestellt werden…

Holger Schütz

Gute Ideen verlaufen im Sande

21. Oktober: Nabu warnt vor Windindustrieparks in Nord- und Ostsee

Solange es keine Verbindung der Produzenten im Norden hin zu den Verbrauchern im Süden gibt, werden auch diese neuen Windräder nur dafür sorgen, dass der Strom teurer wird. Leider sorgen Politik und Wirtschaft immer wieder dafür, dass gute Ideen im Sande verlaufen und für Ärger sorgen. Windräder sollten einst dezentral die Gebiete mit Strom versorgen, so dass lange Leitungen nicht notwendig sind. Heute ballen sie sich in wenigen Gebieten, weil andere Gebiete sie nicht wollen. Biogasanlagen sollten einst die Überproduktion aufnehmen und in Gas und Strom umwandeln, heute werden riesige Gebiete der Nahrungsmittelproduktion entzogen, um damit – stark subventioniert – Strom und Gas zu erzeugen. Das ist viel lukrativer für die Landwirte als die Produktion von Lebensmitteln. Eine „Vermaisung“ der Landschaft war die Folge – mit all ihren negativen Begleiterscheinungen, die wir heute teuer bezahlen. Einerseits muss sich die Politik und Wirtschaft zuerst fragen, wie sie den Strom von Nord nach Süd bekommt, bevor neue Windräder gebaut werden, andererseits ist ein Umdenken des Verbrauchers und der Wirtschaft zu einer wirklichen Energieeinsparung notwendig, das heißt auch hin zu einer wirklichen Einsparung von Ressourcen. Nur der Mix aus Energiesparen, Ressourcenschonung und veränderte Energieproduktion wird letztlich zum Ziel führen.

Rüdiger Ramm

Lieferengpass bei Impfstoffen

19./20. Oktober: So wichtig ist die Impfung gegen Gürtelrose. Jahrzehnte nach einer Windpockenerkrankung können die Viren wieder erwachen. Experten raten zu Immunisierung, denn die Lebensqualität leidet

Als niedergelassene Hausärztin habe ich schon viele Patienten mit allen Ausprägungen und Folgen der Gürtelrose behandelt. Daher weiß ich, wie wichtig eine verträgliche Impfung ist. Ich selbst habe mich schon letztes Jahr impfen lassen und die Impfung gut vertragen. Heute ärgert mich, dass ich meinen Patienten täglich erklären muss, dass es derzeit keinen Impfstoff gibt und auch wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr. So die klare Aussage meiner Apothekerin. Und gewiss wird die Nachfrage nach Ihrem Artikel nochmal ansteigen. Was wir derzeit an Lieferengpässen bei Antibiotika, Herz-Kreislaufmitteln und anderen Impfstoffen erleben, erschreckt mich. Ein Grund dafür ist, dass viele Rohstoffe für insbesondere Generikapräparate in China und Indien hergestellt werden. So machen wir uns auf unverantwortliche Weise abhängig. Bei Problemen können diese Länder offenbar nicht so reagieren wie beispielsweise Europa. Dies sollte von der Bundesregierung sofort unterbunden werden, schließlich geht es um unser aller Gesundheit! Als die Medikamente noch in Deutschland und Europa hergestellt wurden, gab es zu keiner Zeit Lieferengpässe.

Dr. med. Dorothee Nägele

Krippenmuseum in Güstrow

19./20. Oktober: Die etwas anderen Museen im Norden. Von Rum über Röhrenradios bis Puppen: Zehn Häuser, die nicht jeder eh schon kennt

Zu den etwas anderen Museen Norddeutschlands, die das Hamburger Abendblatt aufzählt, gehört zweifellos auch das Norddeutsche Krippenmuseum in Güstrow. In Süddeutschland gibt es eine Reihe solcher Ausstellungen, hingegen ist dieses Sammelgebiet hier im Norden nicht so verbreitet. In der zum Museum umgebauten 700-jährigen Heilig-Geist-Kirche haben seit über zehn Jahren mehr als 600 Weihnachtskrippen ihre Heimstatt gefunden. Ein großer Teil stammt aus der Sammlung von Mechthild Ringguth aus Hamburg. Diese sind in vergangenen Jahren in der Krypta der Hamburger Michaeliskirche mehrfach ausgestellt worden. Der Besuch der ehemaligen Kirche ist in der Weihnachtszeit besonders schön, das Museum ist aber ganzjährig geöffnet, und ein Besuch dieser großartigen Sammlung lohnt sich immer, auch in Verbindung mit einer Besichtigung diverser Werke von Barlach ganz in der Nähe.

Karl-Günter Redemann, Hamburg

Mutter Erde – ein Gedicht

Lesergedicht zum Klimawandel

Diese Erde auf der ihr so sorglos lebt,

bin ich,

ihr seid meine Kinder,

wieso zerstört ihr mich?

Meine zarte Hülle, unter der ihr Leben könnt,

bietet euch Schutz,

noch hält sie, doch sie ist fragil,

und leidet an eurem Schmutz

Wasser, die Quelle allen Lebens,

ich hab es klar und rein für euch gemacht,

denn ihr seid meine Kinder,

wieso gebt ihr nicht besser acht?

Nahrung ist euch reich gegeben,

doch ihr quält ohne Not die Kreatur

ihr seid doch ALLE meine Kinder

warum tut ihr das nur?

Meine Kräfte und Schätze, gewachsen in ewiger Zeit

warum nehmt ihr alles,

lasst nichts für eure Kinder

wieso diese Maßlosigkeit?

Die unnützen Kriege um Konfession und eitle Macht

zeigen mir euer wahres Gesicht,

ihr seid meine Kinder,

doch lieben kann ich euch nicht.

Constanze Jaudzim