Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. September 2019

Klima retten ohne Geld

11. September: Olaf Scholz hält an der ,schwarzen Null‘ fest – auch beim Klimapaket?

Soso, jetzt sollen wir uns noch weiter verschulden, um das Klima zu retten. Müssten wir nicht eher unser Verhalten ändern? Also z.B. ein kleineres Auto fahren und dieses deutlich weniger benutzen, keine langen Fernreisen und keine Kreuzfahrten auf umweltbelastenden Riesenschiffen mehr machen, generell weniger konsumieren, damit weniger transportiert werden muss und weniger Fleisch und exotische Früchte essen? Dabei würden wir dann sogar noch eine Menge Geld sparen. Also wofür dann die Schulden?

Gero Gebhardt

Mittelstand hilft mit Spende

11. September: Mit dem ,Schulexpress‘ gegen Elterntaxis. Die Grundschule Rungwisch startet ein neues Konzept, bei dem Kinder in Gruppen zur Schule laufen. So soll der Autoverkehr verringert werden

Vielleicht sollte nicht ganz unerwähnt bleiben, dass die ganze Geschichte auch einen finanziellen Hintergrund benötigte. Ohne den Mittelstand des Stadtteils wäre die ganze Aktion gescheitert, weil Vater Staat sich nicht in der Lage sah, die dafür notwendigen Schilder für die Treffpunkte zu finanzieren. Fünf Unternehmen haben jeweils 1000 Euro gespendet.

Claus Patschkowski

Dünne Personaldecke

10. September: Grundschulen fehlen Tausende Lehrer. Eine neue Studie korrigiert die bisherigen Schätzungen für 2025 nach oben

Es fehlen ja auch entsprechende Mengen an Studienplätzen. Es ist schon lange so: In allen Bereichen der Daseinsfürsorge seitens des Staates ist die Personaldecke derart dünn, dass die Angestellten und Beamten ihren Aufgaben nicht gerecht werden können. Das gilt nicht nur für den Bildungssektor.

Werner Kniß

Mehr Emissionen durch Stau

10. September: Ärger um Straßenbaustellen: Warum wird nicht rund um die Uhr gearbeitet? Nur vier von 757 Projekten in Hamburg laufen im Mehrschichtbetrieb

Es geht doch überhaupt nicht darum, „rund um die Uhr“ zu arbeiten. Es wäre schon sehr hilfreich, nicht jeden Freitag um 15 Uhr die Bautätigkeit einzustellen, so zu beobachten in der Barmbeker Straße/Einmündung Semperstraße. Und das ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Zweischichtbetrieb ist machbar und zumutbar, auch in Großstädten. Erstaunlicherweise zu besichtigen in Berlin! Auf meine Nachfrage im Verkehrsressort Anfang August, erhielt ich eine Mail von einer Leitstelle, dass meine Anfrage weitergeleitet sei. Bis heute habe ich keine Antwort erhalten, die Behörden arbeiten genauso langsam wie die Baustellen abgewickelt werden. Ich glaube fest daran, dass dies alles Methode ist. Autofahren soll unbequem gemacht, demnächst auch deutlich verteuert werden. Es ist der Behörde eher sehr recht, wenn man ständig im Stau steht. Umleitungen und Staus verursachen übrigens zusätzliche Emissionen...

Gerhard Maack, Hamburg

Einseitige Verkehrspolitik

10. September: Radikal gegen das Auto. Die Stimmungsmache hat ein schwer erträgliches Ausmaß erreicht

Warum setzen sich immer mehr Leute in diese überdimensionierten Blechpanzer? Weil eine jahrzehntelange einseitige Verkehrs- und Strukturpolitik eine völlig aufgeblähte Industrie gepäppelt hat, die jetzt, reichlich borniert und selbstgefällig, langsam realisiert, dass der Ast, auf dem sie sitzt, nicht mehr lange hält, sei es, weil man sich zu dick gemästet hat oder weil der Ast langsam modert. So muss jetzt nochmal alles, was technisch machbar ist, mit lauter Unterstützung der „Fachpresse“ rausgehauen werden, auch wenn es noch so überflüssig ist. Was nutzen die 300 PS im Stau, wenn man gerade mal zehn braucht, um mitzuschwimmen, wobei schon ein gut Teil davon nur für das Übergewicht drauf gehen, und man am Ende auch nicht schneller voran kommt und nicht viel weniger Sprit verbraucht, als mit dem 35-PS-Käfer vor 50 Jahren? Man hat die Leute besoffen gequatscht mit „Fahrspaß“, „Überholprestige“ und „aktiver Sicherheit“, so dass man heute schwer argumentieren kann mit E-Mobilität, die sich am wahren Bedarf orientiert, also soviel Power wie nötig und damit vielleicht bezahlbar. Nein, man muss mindestens die Latte reißen, die man zuletzt hoch gelegt hat, mit all den Problemen mit Reichweite und Engpassmaterialien und letztlich weit jenseits des Budgets des Normalnutzers. Man argumentiert dabei gerne mit den Arbeitsplätzen, aber man möge sich nicht darauf verlassen, wenn besagter Ast vernehmbar zu knacken beginnt, wird man sehr rasch die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen egal, wie viele andere im Regen stehen bleiben. Wie werden dann wohl die nächsten Wahlen ausgehen? Die Sprache wird dabei bestimmt nicht gepflegter.

Claus Linhart, Hamburg

Überhebliche Kritiker

Herr Iken hat mit seinem Kommentar einmal wieder die richtigen Worte gefunden. Man kann sicher über die Vor- und Nachteile von sogenannten SUVs unterschiedlicher Meinung sein, fest steht aber, dass Fahrzeuge dieser Art von den meisten, oftmals älteren Interessenten, gekauft werden, weil das Ein- und Aussteigen einfacher ist, die erhöhte Sitzposition eine größere Rundumsicht erlaubt, der Kofferraum besser zugänglich ist und das Transportieren von sperrigen Gegenständen eher möglich macht, als bei normalen Limousinen, aber sicher nicht, um andere Menschen totzufahren. Das geht auch mit kleineren Fahrzeugen, wie bei dem schrecklichen Unfall in Hamburg vor eineinhalb Jahren mit einem Fiat Punto. Was ist das für eine schwachsinnige Diskussion. Abgesehen davon ist der SUV nicht zwangsläufig länger und breiter als eine vergleichbare Limousine, sondern höher. Und dass ein vergleichbarer SUV etwas mehr Sprit verbraucht, ist meines Erachtens zu vernachlässigen. Inzwischen gibt es ja moderne SUV-Vollhybride, die nicht mehr verbrauchen als ein mit Dieselkraftstoff betriebenes Fahrzeug. Es muss wohl auch viele sachliche Gründe geben, dass inzwischen so viele Leute SUVs oder ähnliche Fahrzeuge kaufen. Das sind alles persönliche Entscheidungen, und die Kritiker, egal aus welcher Ecke sie kommen, sollten sich einmal vergegenwärtigen, mit welcher Überheblichkeit und Einseitigkeit sie dieses Thema behandeln.

Dieter Ringsdorf

Post hat Versorgungsauftrag

10. September: Warnstreik in Hamburger Postbank-Filialen. Tarifstreit führt schon wieder zu Einschränkungen für die Kunden

Das Elend fing damit an, dass sich die Deutsche Post AG aus dem operativen Geschäft zurückzog und auf den reinen Agenturvertrieb umstellte. Die ehemaligen Postfilialen wurden dann von der Postbank übernommen – und diese wiederum weitgehend von der Deutschen Bank. Aber die Post hat einen Versorgungsauftrag. Die Anzahl der Filialen darf sich daher nicht danach richten, wie viele für den Postbank-Betrieb erforderlich sind. Der Bedarf eines möglichst engmaschigen Filialnetzes darf nicht den Interessen der Deutschen Bank unterworfen werden. Die privaten Post-Agenturen (etwa Kioske) sind nicht unbedingt ein gleichwertiger Ersatz für eine Post(bank)filiale.

Jochen Ebert

Wunderschönes Boltenhagen

10. September: Was Sie im Herbst an Nord- und Ostsee erwartet. Ob Windsurf World Cup auf Sylt, Wattwanderung bei Sonnenuntergang in St. Peter-Ording oder Lama-Trekking an der Ostsee – es ist jede Menge los

Es ist mir einmal mehr aufgefallen, dass die Ostseeküste östlich von Travemünde für das Hamburger Abendblatt nicht existiert. Dabei gibt es an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern wunderschöne Bäder mit attraktiven Gästeprogrammen. Boltenhagen ist z.B. deutlich näher an Hamburg als Sylt.

Klaus Hofmann