Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 31. August 2019

Alles streng geheim?

30. August: Knickt Europa jetzt vor Johnson ein?

Seit Jahren, Monaten und jetzt wieder verstärkt seit Wochen werden Zeitungsleser und Zuschauer von TV-Nachrichten und -Magazinen mit Nachrichten zum Austritt von Großbritannien regelrecht genervt. Dieser inzwischen reine Politik-Zirkus ist kaum noch auszuhalten. Vor allem weil nicht erklärt wird, welche sogenannten „Knackpunkte“ es außer der „Nordirland-Frage“ noch gibt, die die Verhandlungen hemmen. Es muss doch wohl noch mehr Details geben nach der Devise „was Britain will, doch die EU nicht“ sowie umgekehrt. Oder ist das alles streng geheim?

Gerhard Klußmeier, Rosengarten

Nachricht ist mehr „wert“

27. August: Indonesiens neue Hauptstadt soll auf Borneo entstehen. Mit Umzug von Parlament und Regierung aus Jakarta soll 2024 begonnen werden

Brasiliens Präsident will mehr Urwald roden, um den Grund besser wirtschaftlich nutzen zu können: Die Welt regt sich auf, sanktioniert. Die Grundbesitzer beginnen schon mal mit der Brandrodung. Indonesien will den Urwald großflächig roden, um auf Borneo „eine neue Hauptstadt aus dem Boden zu stampfen“: Das ist nur eine Ein-Spalten-Nachricht wert?

Dr. Ursula Augener

Keine kluge Idee von der SPD

24./25. August: Spektakulärer Plan: Schüler sollen in Hamburg kostenlos Bus und Bahn fahren

Ob das eine kluge Idee war, Schülern kostenlose HVV-Fahrten anzubieten, wage ich in Zeiten von Klimaveränderungen zu bezweifeln. Wie sollen junge Menschen denn notwendige Einschränkungen kennenlernen? Ich gehe eher davon aus, dass dann ein Teil der Schüler in der Stadt herumstromert. Bahn und Busse werden voller, und ältere Bürger und Behinderte finden kaum noch einen Sitzplatz. Da Schüler in der Regel noch nicht wahlberechtigt sind, wird dieser Gag der SPD nicht nützen.

Siegfried Meyn

Wovor haben sie Angst?

29. August: Bakery Jatta: Der Kampf um die Wahrheit

Die juristische und die sportliche Seite dieses Falles sollten getrennt werden: Die gegnerischen Mannschaften sollten vor den Spielen entscheiden dürfen, ob sie bereit sind, gegen den HSV mit Bakery Jatta anzutreten. Falls ja, sollten sie sich damit verpflichten, diese Spiele und Jattas Tore in jedem Fall anzuerkennen. Falls nein, sollten sie sich fragen, wovor sie Angst haben.

Ulrike Junghans

Nur ein Prestigeprojekt

29. August: Radwege – was fertig ist und was noch fehlt. Hamburgs Radverkehrskoordinatorin weiht ein Teilstück in der City Nord ein. Bis 2020 soll das Veloroutennetz in Hamburg fertig ausgebaut sein

Veloroutennetz – hört sich super an und ist aus meiner Erfahrung in der Praxis doch nur ein Prestigeprojekt! Alle Routen führen in die City, als wenn dort der Lebensmittelpunkt der Bewohner liegt. Und was ist mit den Radwegen im Nahbereich? Vor der eigenen Haustür, wohin man mit dem Rad gerne zum Einkaufen fahren möchte und zu sonstigen kleinen Erledigungen. Ich wohne in Rahlstedt und die Radwege befinden sich selbst an den Hauptstraßen, wie Rahlstedter Straße, Bargteheider Straße, Sieker Landstraße, Stein-Hardenberg-Straße, um nur ganz wenige zu nennen, in einem äußerst katastrophalen Zustand. Noch ein Beispiel: Vor wenigen Tagen bin ich mit dem Rad von Rahlstedt nach Alsterdorf gefahren, es war ein einziger Hindernisparcours! Selbst an der Rathenaustraße, parallel zum Alsterlauf, wo optimale Bedingungen für einen intakten Radweg gegeben sind. Warum werden nicht wenigstens die vorhandenen Radwege/Fußwege ohne viel Aufwand mit intakten Belegen ausgestattet, bevor Millionen an Euros in neue Velorouten investiert werden?

Karl Pauling