Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. August 2019

Die Politik diskutiert nur

20. August: Recycling. Was Hamburger falsch machen

Wieder mal wird der Endverbraucher an den Pranger gestellt. Er trennt den Müll nicht richtig, er fährt Auto, die Schadstoffe ausstoßen oder er fliegt in den Urlaub. Alles macht er falsch! Und was tut die Politik gegen Coffee-to-go-Becher oder Plastiktüten, gegen Schiffsabgase oder Abgasschummelei? Und was ist mit E-Scootern, die nach drei Monaten Gebrauch „aussortiert“ werden? Vermeidung, nicht Recycling, wäre die Aufgabe der Politik, aber da wird nur endlos diskutiert oder verhandelt viel zu lange Übergangsfristen.

Thomas Schendel, Hummelsbüttel

Vereinsfußball in Gambia?

20. August: Fall Jatta wird zum Fall DFB. HSV ist moralischer Sieger, muss aber um Siege bangen

Wer die Verhältnisse in Gambia etwas kennt, weiß wie absurd die Behauptung ist, dass Jatta dort angeblich in einem Fußballverein tätig war. Das Land ist total unterentwickelt, ich habe dort keine einzige Fußballeinrichtung oder Einrichtung für sportliche Tätigkeiten, die unseren Maßstäben entspräche, sehen können. Eine einzige Hauptstraße durchquert das Land, das abgesehen von guten Hoteleinrichtungen in der Hauptstadt keinerlei Freizeitmöglichkeiten bietet. Sollte Jatta dort Fußball gespielt haben, dann nur unter Umständen, die nicht mit unserem Vereinsfußball verglichen werden können.

Wolfgang Ulrich

Fair Play sieht anders aus

Als HSV-Fan bin ich langsam von der Causa Bakery Jatta genervt. Die Deutsche Fußball Liga lässt den Spieler und den Verein allein, während die unterlegenen Gegner weiterhin Einspruch gegen die Spielwertungen einlegen, um sich Punkte am grünen Tisch zu erstreiten. Das Thema wird von den Medien breit getreten, an Ruhe im Verein oder der zweiten Bundesliga ist nicht zu denken. Sollte es Zweifel geben, dann muss dem Spieler die Spielerlaubnis entzogen werden, damit Ruhe in Verein und Spielbetrieb kommt. Sollten die Zweifel nicht ausreichen, dann sollte sich der DFL hinter den Spieler und den betroffenen Verein stellen, damit diese Hexenjagd aufhört. Das hat doch mit sportlichem Fair Play nichts mehr zu tun.

Viola Runia

Fragwürdige Wortwahl

20. August: Eimsbüttel: Annen kritisiert ,verlogene Machtpolitik‘

Menschlich ist die Enttäuschung vielleicht nachvollziehbar, aber ist die Wortwahl von Herrn Annen seriös? War es nicht die SPD, die nach der vorherigen Wahl alle Bezirksamtsleiter ausgetauscht hat, sofern sie nicht der SPD angehörten? Die Grünen haben in Eimsbüttel fast doppelt so viel Prozent wie die SPD erhalten, ist es da nicht nachvollziehbar, dass sie ihr Programm möglichst weitgehend umsetzen wollen? Das erwarten deren Wähler doch wohl auch. Dazu gehört dann auch ein entsprechender Bezirksamtsleiter. Vielleicht tut es einer Partei, die die Rolling-Stones-Ticket-Affäre nicht selber aufklärt, auch mal gut, eine Pause zu bekommen.

Kai Dirksen, Hamburg-Lokstedt

Dank für die Richtigstellung

20. August: Deutschstunde. Wenn ein Badener zum Badenser gemacht wird

Danke für die Richtigstellung! Wir Badener stammen aus dem äußersten Südwesten, dem Schwarzwald und Rheintal von Konstanz über Mannheim bis nach Lörrach. Ignorante Stuttgarter Schwaben reden von „Badensern“, doch den Hamburgern sei es verziehen: Da Süddeutschland für sie schon jenseits der Elbe beginnt, unterscheiden sie nicht einmal zwischen Schwaben und Baden.

Johannes Zink, Norderstedt

Nette Leute auf Hiddensee

20. August: Seit nett zueinander

Wir haben vor einer Woche Urlaub auf der schönen Insel Hiddensee gemacht. Als wir auf einer Radtour an einem Zeitungskiosk vorbeikamen, waren wir sehr erfreut und erstaunt, dass selbst dort das Abendblatt verkauft wird. An diesem Tag war das Thema „Seid nett zueinander“ auf der ersten Seite. Unser Beitrag bestand sofort darin, dem Zeitungsverkäufer eine Ausgabe abzukaufen. Am Strand haben wir dann freudig die Zeitung gelesen, natürlich immer mit der ersten Seite nach vorne. Wir fanden, dass alle Leute an diesem Tag nett waren.

Renate u. Erhard Bertheau-Sapia,

Neumünster

Aussagekräftiges Bild

19. August: Wird die Bundeswehr-Mission im Irak verlängert?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte über die Stimmung in der Truppe. Aus den Gesichtern spricht Betretenheit, Verunsicherung und Frustration. Alle scheinen zu denken: Was kommt jetzt, wird es noch schlimmer? Die Pose, des auf dem Boden liegenden Soldaten mit dem Sturmgewehr im Anschlag, wirkt wie gestellt. Unsere Armee wird schon viel zu lange von unfähigen und unerfahrenen Ministern geführt.

Thomas Zimmermann

Jubel am Stammtisch

17./18. August: Großes Öko-Theater auf einem Haufen Sondermüll

Auch ich bin erschrocken über das, was Hajo Schumacher über den hochproblematischen Werkstoff Karbon schreibt, und es ist richtig, dieses Thema anzusprechen. Aber: Der Artikel könnte so verstanden werden, dass Gretas Aktivität und insgesamt das Ringen um einen Ausweg aus dem drohenden Klimawandel nur eine von unreifen Jugendlichen und grünen Spinnern getragene Show ist - zumindest an den Stammtischen wird die Aussage des Artikels bejubelt werden. Kann man dieses Urteil dann nicht auch gleich auf alle Anstrengungen übertragen, unseren Planeten für die kommenden Generationen zu bewahren? Hier wird denen Argumente geliefert, die den Klimawandel lieber nicht zur Kenntnis nehmen oder ihn gar leugnen.

Bernhard Rangnick, Glinde

Greta macht es keinem recht

Frau Thunberg kann es den Kritikern und Nörglern einfach nicht recht machen. Fliegt sie, erntet sie Häme, fährt sie Auto: Häme. Nun fährt sie mit einem Segelboot über den Atlantik, um an der Klimakonferenz teilzunehmen. Auch nicht gut, das Boot könnte ja aus irgendwelchen klimaschädlichen Materialien hergestellt worden sein. Hoffentlich macht Frau Thunberg einfach weiter und ignoriert die kläffende Meute.

Andreas Gehrmann, Hamburg

Fluch und Segen zugleich

19. August: Hamburgs Ärzte stellen ihre Terminvergabe um. Bald sollen Patienten alles online buchen können

Die Terminvergabe, neben einer offenen Sprechstunde für dringende Anliegen, ist in der Arztpraxis das wichtigste organisatorische Hilfsmittel und immer wieder die Quadratur des Kreises, um Wartezeiten für den Patienten zu vermeiden und möglichst viele Patienten mit Terminen zu versorgen. Wenn nun die Onlineterminvergabe ab 2020 eingeführt wird, so kann das Fluch und Segen zugleich bringen. Die Praxis wird in der Steuerung der Termine und Patienten eingeschränkt. In jeder Praxis gibt es je nach Schwerpunkt für die unterschiedlichen Untersuchungen und Bedürfnisse die unterschiedlichsten Termine. Das ist online kaum abzubilden. Es wird zu unsinnigen Konsultationen und damit Blockaden im Terminplan kommen. Andererseits könnte das ohnehin überlastete Telefonsystem entlastet werden und die Arzthelferinnen könnten sich anderen (administrativen) Aufgaben zuwenden. Hier bedarf es vernünftiger Systeme zur Patientensteuerung. Meist ist jedoch nach wie vor das persönliche Gespräch in unserer Branche das hilfreichste. Die Ressource Arzt muss von allen sinn- und vertrauensvoll genutzt werden. Alles zu jeder Tag und Nachtzeit zu bekommen, wie bei Amazon, ist nicht immer nötig und möglich.

Dr. Kristin Woywod, Prisdorf