Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. August 2019

Grüne sollten die Bahn nutzen

10./11. August: Abgeordnete ohne Flugscham. Parlamentarier sind 2018 mehr als neun Millionen Meilen geflogen – ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Jahr davor

Besonders bitter, dass die Abgeordneten der kleinen Grünen-Fraktion am häufigsten Einzeldienstreisen per Flugzeug unternehmen. Egal, ob in irgendeiner Form ein Ausgleich des CO2-Ausstoß dieser Dienstreisen stattfindet, wäre es doch wesentlich sinnvoller, diesen CO2-Ausstoß erst gar nicht zu verursachen. Gerade diese Partei sollte ihre Abgeordneten und ihre Mitarbeiter dazu verpflichten, die Bahn zu nutzen und ihnen Flugreisen innerhalb Deutschlands gänzlich untersagen. Damit gingen sie mit gutem Beispiel voran und ihre politischen Forderungen nach Verzicht bei allen Bürgern wäre deutlich glaubwürdiger!

Birgit Knoblauch, Geesthacht

Atomwaffen mitnehmen

10./11. August: Zieht Trump US-Truppen aus Deutschland ab?

Der amerikanische Botschafter, Richard Grenell, beteiligt sich mit vorauseilendem Gehorsam gegenüber seinem Präsidenten an der Zerstörung der Deutsch Amerikanischen Freundschaft. Eine ganz traurige Entwicklung. Nun droht Grenell mit der Verlegung der US-Soldaten von Deutschland nach Polen, falls wir nicht bald unsere Rüstungsverpflichtungen erfüllen. Sollte es bedauerlicherweise so kommen, dann mögen die US-Soldaten bitte auch die in Deutschland lagernden amerikanischen Atomwaffen mitnehmen. Die Neu-Programmierung der russischen Raketen auf polnische Zielkoordinaten würde mir eine kleine Erleichterung bringen.

Hans-Otto Meyer

Vorbild Schweden

9. August: Klimarat: Wir müssen handeln. Sofort!

Das Thema Klimawandel ist in Deutschland omnipräsent. Zurecht, wir müssen handeln. Es mangelt dann ja auch nicht an guten Vorschlägen und Initiativen, viele davon sind aber mit langen Vorlaufzeiten verbunden, bedürfen massiven Investitionen oder haben deutliche Einschnitte für alle zur Folge. Andere sind leider blanker Aktionismus. Wegen der Einführung von E-Scootern hat vermutlich noch kein Pendler seinen Pkw in der Garage gelassen. Dabei könnte man gerade im Verkehrssektor mit einfachen Dingen beginnen: 20 Prozent des Ausstoßes von CO2 könnten leicht eingespart werden, ohne das Verkehrsmittel zu wechseln, ohne neue Autos zu kaufen und sogar ohne auf das Autofahren zu verzichten. Wir waren in den letzten Wochen in Schweden unterwegs, dort gelten andere Geschwindigkeitsbegrenzungen: 40-80-120km/h in Stadt, auf dem Land und der Autobahn. Wenn man sich daran hält und etwas vorausschauend fährt, spart man jede Menge Benzin – in unserem Fall gut 20 Prozent. Klar, auch das tut weh, aber die praktischen Einschränkungen wären sicherlich vertretbar. Und für diejenigen, die es auf langen Distanzen eilig haben, gibt es ja dann immer noch den ICE.

Matthias Rarey

Urteil übertrieben?

9. August: Beihilfe zum Mord an 5230 Menschen: Hamburger (92) muss jetzt vor Gericht

Man kann sich nur noch an den Kopf fassen: Da wird ein Mann, der im jugendlichen Alter als Wachmann ins KZ abkommandiert wurde, noch mit 92 Jahren vor Gericht gestellt, obwohl er als solcher, wenn überhaupt, nur mittelbar an den dort begangenen Verbrechen beteiligt gewesen sein dürfte. Während viele der wahren, tief in die NS-Vergangenheit verstrickten Übeltäter in der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 unbehelligt Karriere machen und in die Politik, Justiz, Ärzteschaft, Verwaltung, Polizei und an die Universitäten zurückgehen konnten. Wo bleiben da die Verhältnismäßigkeit und der gesunde Menschenverstand?

Thorsten Thiel, Ahrensburg

Der Biobauer zahlt die Zeche

8. August: Tierwohl: Streit über höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch. Die Massentierhaltung gilt als ethisch fragwürdig und als Verursacher sogenannter Klimagase

Fleisch aus nachhaltiger Tierhaltung ist teurer. Will man jetzt die Konsumenten, die die Massentierhaltung nicht unterstützen mit einer 12-prozentigen Preissteigerung bestrafen oder wieder davon abbringen? Gerade hat die Bundesregierung die Zölle auf amerikanisches Rindfleisch gekappt, damit die deutsche Autoindustrie weiter exportieren darf, und wer zahlt das Ganze? Der deutsche Biobauer. Es ist eine Schande!

Catarina Rohde

Fahrrad fahren im Winter

8. August: Grüne wollen Vorfahrt für Radfahrer in der City, Eppendorf und Ottensen. Das Ziel: Anteil des Autoverkehrs auf 20 Prozent senken

Haben die Befürworter dieser Fahrradbegeisterung auch schon einmal darüber nachgedacht, was denn Mitbürger machen sollen, die aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr Fahrrad fahren können? Darüber hinaus habe ich immer noch nicht verstanden, wie die Fahrradfahrer in der Schlechtwetterzeit ihre Mobilitätsbedürfnisse befriedigen? Die Jubelzahlen der Fahrradnutzung von Mai bis Oktober werden ja nun im Winter ganz klar nicht erreicht und deshalb natürlich auch nicht erhoben. Wo bleiben denn all diese begeisterten Radfahrer? Doch nicht in dem schon hoffnungslos überfüllten ÖPNV?

Wilfried Schlag, Hamburg -Alt Osdorf