Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. August 2019

Der Kaiser gehört dazu

6. August: Linke will den Kaiser aus dem Rathaus werfen. Stattdessen soll es einen ,Republikanischen Saal‘ geben

Fragen Sie doch mal Schüler, was sie noch vom Kaiser wissen? Wir erinnern an die Mauer, Marx und Hitler und wollen unseren alten Kaiser aus dem Rathaus werfen? Bei aller Liebe, viele Länder sind heutzutage noch froh, trotz aller Demokratie den Adel ehren zu können, nur Deutschland will mal wieder seine Geschichte vertuschen?

Christian Enger

Kaiser mit Hamburg-Bezug

„Republikanischer Saal“ klingt mir zu sehr nach tyrannischer, kommunistischer Räte-Republik. Vielleicht sollten wir Hamburger uns mehr an jene Kaiser erinnern, die zu ihrer Zeit den Hamburgern die frühen städtischen Freiheiten gewährten. Die preußischen Wilhelms gehören allerdings meiner Meinung nach nicht in den Festsaal des Hamburger Rathauses.

Rolf Tonner

Die Geschichte wird ausradiert

Haben die Linken weiter keine Probleme oder vielleicht Langeweile in der politischen Sommerpause? Muss denn unsere ganze Geschichte ausradiert werden? Straßen werden umbenannt, Gebäude werden umbenannt, unsere Nationalhymne sollte schon geändert werden, weil sie angeblich nicht mehr in die heutige Zeit passt. Was kommt wohl als Nächstes?

Ursula Henke, Reinbek

Straßenbahn: gute Alternative

6. August: Experten planen sieben Hauptstraßen neu. Fachkongress Bauforum sucht nach attraktiven Ideen für Hamburgs Magistralen

Sogenannte Magistralen können nur durch Reduzierung des Individualverkehrs attraktiver werden. Weniger Parkflächen bzw. Fahrspuren, Tempobeschränkungen, Maut etc. könnten helfen, die Nutzung privater Pkw einzuschränken. Die Benutzung von bis zu zwei Tonnen schweren SUV in einer Großstadt mit gut ausgebauten Straßen ist unsinnig, unzeitgemäß und unverständlich, kleinere Autos sind viel praktischer. Eine noch bessere Alternative wäre allerdings der Einsatz von Straßenbahnen, die weniger Platz und Energie benötigen und nachweislich viel Urbanität in die Städte zurückbringen. Im Gegensatz zu ideologisch blockierten oder ahnungslosen Politikern sollten wenigstens Stadtplaner den städtebaulichen Vorteil von modernen Straßenbahnen berücksichtigen.

Jens Ode

Bauforum ist eine gute Idee

Dieses Bauforum ist eine gute Idee des neuen Oberbaudirektor Franz-Joseph Höing zum Einstieg in Hamburgs Umfeld und ihre Verzahnung mit dem Stadtkern. Die Magistralen sind nicht die populären Themen, aber sich mit ihnen zu beschäftigen, ist aller Ehren wert. An ihren Enden lassen sich noch die ländlichen Strukturen der vor 80 Jahren eingemeindeten Dörfer ablesen. Ich bin gespannt, wie die jungen Wilden unter den Stadtplanern damit umgehen werden. Es gibt im Herzen Hamburgs zwei, auch auch im HafenCity-Bauforum nicht wirklich zu Ende geplante Fußgängermagistralen: Vom Rathaus über St. Katharinen und vom Jungfernstieg über die Brandstwiete zur HafenCity. Vielleicht können die jungen Stadtplaner zum Abschluss auch hier Ideen entwickeln, damit das Zentrum der HafenCity keine Konkurrenz zur Innenstadt, sondern ein integrativer Bestandteil von ihr wird.

Bruno Brandi

U-Bahn mit Schwachpunkten

6. August: Baubeginn für neue U-Bahn-Linie U 5 erst 2025? Christoph Ploß (CDU) befürchtet weitere Verzögerungen. Senat will im September über ersten Abschnitt entscheiden

Der rot-grüne Senat versucht auf Druck der SPD das U5-Projekt noch vor der nächsten Bürgerschaftswahl durchzuziehen, offenkundig um so ein SPD-Wahlversprechen umzusetzen. Bezeichnend dafür ist, dass das Planfeststellungsverfahren in der Ferienzeit begann. Das U5-Projekt weist neben den hohen Kosten noch weitere Schwachpunkte auf, insbesondere weil es ein in sich abgeschlossenes neues U-Bahn-System darstellt. Als Bürger muss man erwarten, dass die gesamte – schon bis Stellingen verkürzte – U5 durchgeplant und durchgerechnet ist, bevor mit dem Bau des ersten Abschnitts begonnen wird. Aber die Vertreter der SPD im Senat und in der Bürgerschaft fürchten das bevorstehende Wählervotum und wollen hier noch schnell Fakten schaffen, für mich nicht zum Wohl Hamburgs!

Lutz Achilles

Wofür steht Tschentscher?

2. August: ,Es gibt keinen Blankoscheck für die SPD‘. Interview: Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) über das schwieriger werdende Verhältnis zum Koalitionspartner und ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz

Überzeugendes Interview, vielen Dank für den Artikel. Ich muss als langjährige SPD-Wählerin zugeben, dass Frau Fegebank bessere Politik für Hamburg verspricht als der amtierende Bürgermeister. Darüber hinaus habe ich erhebliche Probleme zu verstehen, wofür Bürgermeister Tschentscher eigentlich wirklich steht. Es ist schwierig, konkrete politische Aussagen des Bürgermeisters herauszufiltern. Stattdessen fühle ich mich als Bürgerin mit netten Fotos und nicht konkreten Aussagen überhäuft. Überdies amüsiere ich mich über das Social Media Marketing des Bürgermeisters, der anscheinend gern auf bunte Fotos setzt, um möglichst jedem zu gefallen und nirgendwo anzuecken. Seine Aussagen können von allen Menschen locker abgenickt werden, weil sie harmlos und einfach nur schön sind. Aber eben nicht konkret genug, um ihn als Bürgermeister wählen zu können.

Katrin Kruse, Hamburg

Heavy Metal verdient Toleranz

3./4. August: Von der Wiese bis zum Wahnsinn. Es ist wieder Wacken Open Air und 5. August: Leserbrief: Schafft Wacken ab!

Ich wehre mich zutiefst dagegen, dass nur noch Musik von „Bach, Vivaldi, Telemann, Mozart, Beethoven, Mendelssohn“ sowie „klassische Folklore“ und „guter Jazz“ gehört werden darf. Was eigentlich genau ist „guter Jazz“? Nein, ich plädiere für Toleranz gegenüber jedweden Geschmacks, der nicht der meinige ist. Heavy Metal ist auch nicht unbedingt meins, aber es hat seinen Platz in der Kultur genauso, wie die oben genannten Komponisten und die ganze Palette der Musik, mag sie auch noch so verstörend auf manchen wirken. Auch Karl-Heinz Stockhausen und György Ligeti sind gewöhnungsbedürftig.

Ronald Haß, Hamburg

Industrie in die Pflicht nehmen

2. August: Damit kein Rest mehr in der Tube bleibt. Verpackungen lassen sich trotz Quetschens nicht ganz leeren – eine Frechheit, sagt Wilfried Stobbe und diverse Leserbriefe

Die Vorschläge der Leser zeigen sehr gut, dass die Kosmetikhersteller keine konsumentenfreundliche Verpackungen einsetzen. Da müssten eigentlich in den Marketing- und Entwicklungsabteilungen die Alarmglocken klingeln, will man doch immer den Kunden „verstehen“. Es wäre doch ganz einfach: Man macht diesen Hartplastik-Klappverschluss einfach abschraubbar. Dann ließe sich bei entsprechend dünnwandigen Tuben die verbleibende Restmenge gut herausdrücken. Das gibt es alles schon. Es wären nicht einmal neue Verpackungsmaschinen erforderlich. Man könnte sogar einen Schritt weiter gehen und liefert die Tuben mit einem kleinen hygienischen Drehverschluss oder einer Einmalversiegelung aus (wie bei Zahnpastatuben) und kann dann den schraubbaren, wiederverwendbaren Klappverschluss wieder verwenden. Nachteil bei diesen Varianten: Der Umsatz und Gewinn könnten sinken. Mein Vorschlag daher: Die Verpackungsverordnung müsste mal angepasst werden, um hohe Restmengen zu vermeiden und die Industrie zu motivieren, umwelt- und konsumentenfreundliche Packungen zu entwickeln.

Jürgen Klischat, Pinneberg