Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. August 2019

Noch mehr Fördermaßnahmen

5. August: Der Kampf mit dem Alphabet. Der Staat pumpt eine Menge Geld in Integrationskurse. Viele Flüchtlinge schaffen den Aufstieg. Aber viele müssen erst Lesen und Schreiben lernen

Die Motivation und der Lernwille vieler Geflüchteter ist groß und eine wunderbare Erfahrung für leidgeprüfte Lehrer und Pädagogen. An unserer Schule ohne Grenzen, wo Ehrenamtliche seit sechs Jahren diejenigen täglich unterrichten, die aus unterschiedlichen Gründen noch keinen Integrationskurs haben, die die staatlichen Prüfungen nicht bestanden haben, weil es zu schnell vorangeht, deren Lerngruppen zu groß und zu heterogen sind, oder die die langen Schulferien ungeduldig sinnvoll überbrücken möchten, und die dafür aus fernen Ecken Hamburgs anreisen, wird neben dem sprachlichen, ein weiteres Problem deutlich, das ich Ihrem einfühlsam recherchierten Bericht hinzufügen möchte. Selbst mit ordentlichen Sprachkenntnissen und bestandenen Prüfungen fehlt es den Migranten oft an Basiskenntnissen in den Fächern Englisch und Mathematik, von Geografie, Physik, Chemie und Biologie ganz zu schweigen. Das wurde z.B. in Koranschulen nicht gelehrt. Da fehlt es oft noch an geeigneten staatlichen Fördermaßnahmen und privaten Patenschaften, damit sie dann einen Hauptschulabschluss oder die Berufsschule im Rahmen einer Ausbildung schaffen und ihr eigenes Geld verdienen können.

Uwe-Carsten Edeler, Hamburg

Eine tolle Idee

5. August: CDU will Bushaltestellen begrünen. Zusätzliches Nahrungsangebot für Bienen und Hummeln. Vorbild ist Utrecht

Das Vorbild von Utrecht, die Bushaltestellen zu begrünen, sollte unbedingt verwirklicht werden. Eine tolle Idee. Man sollte nicht immer nur über das Problem der sinkenden Zahlen der Insekten diskutieren, sondern auch mehr tun. Und ich denke, dass diese begrünten Bushaltestellen von den Insekten, Bienen und Hummeln gern angenommen werden.

Monika Ehlers, Großhansdorf

Wildbiene in Gefahr

Eine nette Idee der CDU und besser als nichts zu tun. Leider wird in dem Bericht, wie so oft, das Insektensterben auf die Honigbiene fokussiert. Die Imker kümmern sich um die Völker und sichern ihr Fortbestehen. Hier geht die „Bienenstrategie“ der Stadt Hamburg in die falsche Richtung. Nicht die Honigbiene ist in Gefahr, was auch die steigende Zahl der Völker zeigt, sondern die wildlebenden Artgenossen. Übrigens haben diese eine viel höhere Bestäubungsleistung als die Honigbiene.

Hans-Joachim Bull, Quickborn

Streitschlichter Abendblatt

5. August: Seid nett zueinander

Ich verkaufe zurzeit an einem Stand Erdbeeren. Eine Dame kommt von rechts, eine andere Dame von links. Ich frage nach den Wünschen. Da fangen die beiden Damen zu streiten an, wer denn nun zuerst da gewesen wäre. Gerade hatte ich Ihr Abendblatt gelesen mit dem Titel „Seid nett zueinander!“ Ich ließ die Damen zanken und hielt einfach das Abendblatt hoch. Nach einer Weile hörte ich nur noch Gekicher und die beiden Damen zogen einvernehmlich und fröhlich von dannen.

Veronika Mühlenbeck

Leben und leben lassen

3./4. August: Von der Wiese bis zum Wahnsinn. Es ist wieder Wacken Open Air und 5. August: Leserbrief: Schafft Wacken ab!

Warum sollte man das Festival in Wacken abschaffen? Ich bin zwar auch keine Freundin dieser Musik, aber man kann den Leuten, denen das gefällt, doch nicht den Spaß nehmen. Jeder hat seinen Geschmack, und das ist auch gut so. Die zig Festivals mit den hunderttausenden Besuchern zeigen doch, dass es nicht Wenige sind, denen diese Art der Musik Freude macht. Diese Menschen haben einige Tage Spaß und können mal ihren Alltag hinter sich lassen. Das wahre Leben ist bei manchen hart genug. Leben und leben lassen, bitteschön.

Danica Hubrich

Flucht mit polnischer Hilfe

2. August: Maas bittet Polen um Vergebung für Nazi-Verbrechen. Am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands spricht sich der Außenminister für eine Gedenkstätte für polnische Opfer in Berlin aus

Dass Warschau bei Kriegsende gleichsam total zerstört war, wusste ich, nicht aber, dass der Kampf so vielen Menschen das Leben kostete. Dieser Kampf kann so nur hasserfüllt geführt worden sein. Seitens der Polen wird der Grund dafür gewiss das unbeschreibliche Leid gewesen sein, welches die Polen während der Besatzungszeit erdulden mussten. Aber auch die Deutschen werden den Kampf nicht frei von Hass geführt haben. Einer der Gründe dafür waren wohl Berichte darüber, dass die Polen unmittelbar nach Ausbruch des Aufstands jeden Deutschen, dessen sie habhaft werden konnten, auch Zivilisten, sofort getötet hätten. Ein Schicksal, das jedenfalls der Deutsche Heinz Schmidt erlitt, der mit seinem baugewerblichen Betrieb schon lange in Warschau lebte und während der gesamten Besatzungszeit seine schützende Hand über seine vielen polnischen Arbeiter gehalten hat. Nicht einer von ihnen wurde deportiert oder einem schlimmeren Schicksal ausgeliefert. Heinz Schmidt wurde kurzerhand erschlagen. Meine Mutter ist diesem Schicksal nur entgangen, weil sie Warschau gerade noch rechtzeitig hatte verlassen können, übrigens mit Hilfe eines polnischen Polizisten, der unserer Familie bekannt war. Wenn Herr Maas nun für eine Gedenkstätte für die polnischen Opfer wirbt, für die es gute Gründe gibt, so möge er dabei doch jene deutschen Zivilisten, die während dieser Kämpfe Opfer wurden, nicht vollends vergessen.

Dr. Wilhelm Becker, Hamburg

Problem Unkraut

2. August: Der Kampf gegen verschmutzte Schilder. Warum sich der Blankeneser Arzt Stefan Bick für die Reinigung von Verkehrszeichen einsetzt – und wie Behörden und Politiker darauf reagieren

Die Verschmutzung der Schilder, die Herr Bick zu Recht anprangert, ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite liegt am Boden, in vielen Fällen zwischen Bordsteinkante und der ersten Gehwegplatte. Gemeint ist das den Weg begleitende Grün, das allerorten die Gehwege schmückt. Hier werden durch das sprießende „Unkraut“ Stolperfallen in Kauf genommen, die bei etwas mehr Beachtung durch die Straßenreinigung entfernt werden könnten. Aber man fegt halt einfach über die Pflanzen hinweg. Die seitliche Bepflanzung reicht oftmals so weit in den Gehweg hinein, dass eine Nutzung problematisch wird. Da kümmert sich die CDU um die Begrünung der Haltestellendächer, um den Insekten eine Nahrungsquelle zu eröffnen und übersieht dabei gänzlich die Verunkrautung weiter Strecken in den Außenbezirken.

Ulrich Schauer

Geld sparen durch Pflege

Mir stellt sich die Frage, mit welchem Blick gehen oder fahren die Verantwortlichen in der Politik und Verwaltung durch die Stadt? Das Thema „Kampf gegen verschmutzte Straßenschilder“ möchte ich noch ergänzen, denn ich beobachte mehr und mehr, wie vieles verwahrlost. Nur wenige Schritte von meiner Haustür entfernt sehe ich, wie aus den Pflasterfugen und dem „Straßenbegleitgrün“ an vielen Stellen Beifuß, Disteln und andere Pflanzen wachsen. Bäume und Sträucher werden nicht beschnitten und ragen oft zu weit auf die Straße oder den Gehweg und stellen ein Verkehrshindernis dar, weil die Sicht erheblich einschränkt wird. Es sieht nicht nur ungepflegt aus, sondern beschädigt auch die Straßenbeläge. Das Pflaster wird angehoben bzw. auseinandergedrückt. In der Folge entstehen Unebenheiten und dadurch Stolperstellen, die zu Unfällen führen und schon gar nicht barrierefrei sind. Mich ärgert es außerordentlich, dass mit dem Geld der Steuerzahler ein hoher Aufwand bei der Begrünung betrieben und dann sich selbst überlassen wird. Fachgerechte Pflege trägt auch zur Kosteneffizienz bei und ganz nebenbei zu einem gepflegten Erscheinungsbild.

Heidi Lücke, Hamburg-Nienstedten