Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. August 2019

War das immer schon so?

27./28. Juli: Gastbeitrag: Hamburgern droht der Verlust ihres Zuhauses … wenn der Senat bei der Reform der Grundsteuer die falsche Entscheidung trifft

Hier hat Herr Breitner doch wohl ein bisschen dick aufgetragen. Damit nun keiner aus seiner Wohnung vertrieben wird, wie Herr Breitner befürchtet, gäbe es einen mieterfreundlichen Ausweg. Zu fragen ist doch, warum die Mieter eigentlich die Steuern des Eigentümers tragen müssen. Nur weil das schon immer so war? War das wirklich immer schon so? Systematisch ist der Grundstückseigentümer zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet, ist die Grundsteuer eine Art kommunale Vermögenssteuer. Historisch konnte und kann die Grundsteuer nach Anlage 3, Nr. 1 zu § 27 II. Berechnungsverordnung nur auf die Mieter von Sozialwohnungen umgewälzt werden. Das mag in den Anfangsjahren des Sozialen Wohnungsbaus in den 50er-Jahren, als die Kosten für das Wohnen von den Vermietern außerordentlich knapp kalkuliert werden mussten noch seine Berechtigung gehabt haben, ist heute aber längst überholt. Im Laufe der Jahre fand der Katalog der Betriebskosten immer mehr Eingang in fast alle Mietverträge und damit auch die Umwälzung der Grundsteuer auf die Mieter im frei finanzierten Wohnungsbau.

Helgo Klatt, Hamburg

Aus dem Papierkorb holen

2. August: Es gibt keinen Blankoscheck für die SPD und Die Schwebebahn fährt wieder

Damit das Verkehrsmittel Straßenbahn nicht wieder kleingeredet wird: Trotz der von Ihnen erwähnten „engen Straßen in der hügeligen Stadt“ hatte Wuppertal ein umfangreiches Straßenbahnnetz, das sogar im Ersatzverkehr „annähernd gleich schnell wie die Schwebebahn“ war. Wie zum Beweis sieht man wie in Hamburg noch viele Oberleitungsaufhängungen. Apropos Hamburg: Wenn sich Frau Fegebank von der SPD trennt, kann sie ja auch die Stadt- oder Straßenbahn wieder aus dem Papierkorb herausholen, die sie um des Regierens Willen geopfert hat.

Thomas Müller

Überflüssig, nicht zeitgemäß

25. Juli: Moia rechnet vor: Hamburg braucht mindestens 1000 Sammeltaxis

Kürzlich las ich einen Artikel über den neuen Fahrservice Moia und, dass noch mehrere Hundert Fahrzeuge nötig wären um den Bedarf zu decken. An den Tagen des Wochenende vom 12. bis 14. Juli habe ich zwölf Fahrzeuge dieser Flotte auf den Hamburger Straßen gesehen und kein Einziges hatte einen Fahrgast an Bord. Da ich dies merkwürdig fand, schaute ich nun immer in den Innenraum – das ist durchaus auch mit abgedunkelten Scheiben möglich – und habe nunmehr um die 20 Fahrzeuge ohne einen einzigen Passagier beobachten können. Ich bin beruflich sehr viel in der Innenstadt von Hamburg unterwegs und finde die Art von „Präsenz zeigen“ erschreckend, überflüssig, kostenaufwendig und nicht zeitgemäß.

Romy Körner, Uetersen

Kostet nichts und ist einfacher

2. August: Damit kein Rest mehr in der Tube bleibt

Hiermit möchte ich gern eine andere Methode, die einfacher ist und nichts kostet, weitergeben: Die Tube wird in der Mitte durchgeschnitten. Sollten sich noch Reste im oberen Teil (mit der Falz) befinden, werden diese zuerst entnommen. Danach den unteren Teil etwas zusammenpressen und dann den oberen Teil quasi als Deckel darüber stülpen und zusammenschieben – fertig. So lassen sich noch viele Tage bequem die Reste, die auch nicht austrocknen können, entnehmen. Und hygienisch ist es ebenfalls.

Sylvia Nitze-Schröder

Ohne Service mit Tante Trude

2. August: Günstige Tickets allein reichen nicht

Günstiger soll es werden, um mehr Menschen auf die Schiene zu locken. Toll. Mehr Menschen? Genau, die stapelt das Unternehmen dann in den Gepäcknetzen und zieht an den Bahnsteigen eine zweite Ebene ein, auf der die Gäste die Einfahrt des überfüllten Zuges erwarten. Allerdings geht der Plan vermutlich nicht auf, weil Menschen wie ich sich auch durch den unglaublichen Preisrutsch von sieben Prozent bei den Tickets wohl kaum in das servicelos dahintuckernde ICE-Gefährt quetschen wollen, um sich dann sechs Stunden ohne Telefon und Internet die Geschichten von Sitznachbarin Tante Trude anzuhören. Dann lieber im Stau auf der A7 mit dem autonom fahrenden Pkw – da ist es wenigstens klimatisiert, man hat seine Ruhe und bekommt einen Kaffee an der Tanke.

Sven Jürisch