Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 2. August 2019

Kostenlos Parken am Airport

1. August: Park & Fly – Razzia in Bönningstedt. Nach der Beschädigung von 237 Autos am Flughafen haben die Ermittler Parkservice-Anbieter im Visier

Wenn die Parkgebühren in den Parkhäusern des Flughafens höher sind als so mancher Billigflug, darf sich niemand wundern, wenn aus der Gier der Flughafenbetreiber so manche „Geschäftsidee“ entspringt. Ein Vergleich mit einem anderen Gewerbe sei hier gestattet. Man bekommt zum Beispiel einen Gastronomiebetrieb nur dann konzessioniert, wenn der Nachweis über genügend Parkraum erbracht ist. Nicht anders darf es in Fuhlsbüttel zugehen. Den Kunden des Flughafens ist genügend Parkraum zur Verfügung zu stellen und zwar gratis. Der Platz ist vorhanden. Die Situation in einem Restaurant wäre ja auch ziemlich grotesk, wenn auf den Preis einer Pizza noch ein Parkticket draufgehauen würde.

Erhard Benischek

ÖPNV benutzen

Firmen, die keinen eigenen Parkraum haben, sollten umgehend verboten werden. Wenn man in den Urlaub fliegen kann, sollte auch das Geld für den Parkplatz vorhanden sein oder es sollten öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden. Das macht das Fliegen teurer und schont die Umwelt.

Aleksander Hein, Hamburg

Karikatur ist nicht akzeptabel

1. August: Lesermeinung zur Karikatur auf Seite zwei

Ich liebe die Karikatur auf der Meinungsseite des Abendblatts. Die heutige Karikatur steht aber in krassem Gegensatz zu dem Motto eines menschlichen Umgangs miteinander. Bei aller – auch von mir so empfundenen – Aversion gegen Trumps Wesen, ihn zum Mischwesen aus Mensch und was auch immer zu erklären, geht über akzeptable Satire hinaus.

Jürgen Schmidt

Geschmacklos!

Ohne Trump-Freund zu sein: einfach geschmacklos!

Udo Rüter, Hamburg

Frei von Dogmen denken

1. August: Hurra, wir leben noch! Ja, wir haben große Probleme in der Welt. Aber hilft uns Angst wirklich weiter? Plädoyer für ein bisschen mehr Leichtigkeit

Nun bin ich schon seit gut 15 Jahren aus dem „wilden Leben in den 20ern“ heraus, muss Ihnen jedoch jede Menge Sympathie entgegenbringen für Ihren „Brandbrief“. Ich bin mit Ihnen vollkommen einig, dass das dauer-apokalyptische Herunterschreiben vor allem nur zu dem einen Entschluss führt: „Na, wenn dann schon eh alles egal ist, wir eh alle untergehen, dann will ich das bis dahin mit Freude tun.“ Und genau das gilt es zu vermeiden. Mit Vehemenz. Augen verschließen, kann und darf nicht sein. Sich aber realistisch mit seiner Umgebung auseinander zu setzen und in jede Richtung zu denken, darf und soll erlaubt sein und die wirkliche Herausforderung ist es, realistisch und frei von Dogmen zu denken und mit der Überzeugung beseelt zu sein, dass man etwas schafft, wenn man es denn nur schaffen will.

Stephan Koch, Nürnberg

Mehr Züge einsetzen

31. Juli: Albtraum am Bahnsteig. Die Regierung will mehr Sicherheit auf Bahnhöfen. Mehr Polizeipräsenz ist der richtige Weg

Wie in vielen anderen Bereichen folgt auf dieses schreckliche Verbrechen wieder Aktionismus und Populismus der Politik. Statt über Bahnsteige wie in Japan und anderswo zu sprechen, was sowieso nicht umgesetzt wird, sollte man sich mit Lösungen befassen, die schnell und überall umsetzbar sind: Auf jedem Bahnsteig sollte ein weißer Streifen in einem Abstand von zwei Metern zu den Gleisen angebracht werden, weil dann ein Stoßen auf die Gleise bereits verhindert wird. Weiterhin sollte die Bahn von der Politik die Vorgabe erhalten, im ICE ausschließlich Tickets mit Sitzplatz zu verkaufen. Als Folge müsste die Kapazität der ICE und die Frequenz erhöht werden. Nur dann kann der Zug eine Alternative zum Flugzeug sein und ein Gedränge auf dem Bahnsteig überflüssig werden.

Helmut Koppermann, Wedel

Es gibt noch viel zu tun...

31. August: ,In Hamburg gibt es die besten Büchereien Deutschlands‘. Ein Vierteljahrhundert arbeitete Hella Schwemer-Martienßen für die Bücherhallen, bald ist Schluss. Das große Abschiedsinterview

Als langjähriger Nutzer der Öffentlichen Bücherhallen habe ich mich über die positiven Veränderungen, die im Interview genannt werden, sehr gefreut. Vor 20 Jahren wurde „Kundenorientierung“ anscheinend von einigen MitarbeiterInnen noch für ein Kampfbegriff aus der „bösen Welt des Kommerzes“ gehalten und konsequent vermieden. Heute gibt es einen ansprechenden Online-Auftritt und kundenfreundlichere Öffnungszeiten – leider noch keine familienfreundliche Sonntagsöffnung. Aus Regallagern für Buchrücken sind zunehmend einladende Lern- und Kommunikationsräume geworden, in denen Medien ansprechend und deshalb anregend präsentiert werden. Langsam setzt sich durch, was bei unseren dänischen Nachbarn schon lange Standard ist. Der Benutzerkatalog in den Bücherhallen widersetzt sich allerdings seit Jahren der kundenfreundlichen Runderneuerung, obwohl es in anderen Städten gut funktionierende Systeme gibt. Visuelle Erscheinung, Benutzerführung und Recherche-Tools stammen noch aus der Frühzeit der Schnittstellengestaltung und sind schlicht ärgerlich. Auf dem Weg zur besten Bücherei Deutschlands gibt es hier noch viel zu tun.

Henning Jaeckisch

Verantwortung übernehmen

31. Juli: USA: Deutschland soll sich bei Einsatz am Golf beteiligen. Förmliche Anfrage an die Bundesregierung. Außenministerium reagiert kühl: Es ist kein deutscher Beitrag zu erwarten

Mit einem Nein setzen wir die Beziehungen zur USA weiter aufs Spiel. Und dann wieder einmal die Uneinigkeit in Europa, ein trauriges Spiel. Spätestens, wenn der Iran den ersten unter deutscher Flagge fahrenden Tanker festsetzt, ist das Geschrei wieder groß. Dann wird wieder nach Einigkeit mit der USA gerufen. Es kann nicht sein, dass wir Deutsche uns immer zurücklegen, wenn es kriselt und erwarten das andere den Kopf für uns hinhalten. Ich erwarte, dass die westliche Welt zusammen mit der USA endlich Verantwortung in der Weltpolitik übernimmt.

Klaus Cieslik

Kompromisse fürs Klima

30. Juli: Demo gegen „Erdüberlastung“. Rund 1000 vor allem junge Menschen machen sich in Innenstadt für das Klima stark

Bei dem zu kritisierenden hohen Ressourcenverbrauch wird das Problem der stark wachsenden Weltbevölkerung kaum berücksichtigt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Bevölkerungszahl um ungefähr eine Milliarde erhöht. Wahrscheinlich wird auch in den nächsten zehn Jahren mit einer Zunahme von einer Milliarde Menschen zu rechnen sein (die etwas geringere Geburtsrate wird durch die Erhöhung des Lebensalters und die geringere Kindersterblichkeit kompensiert). Um auch der wachsenden Menschheit ein Leben oberhalb der absoluten Armutsgrenze zu ermöglichen, wird für die Ernährung zusätzliche Ackerfläche benötigt, für Wohnen, Kleidung und die Infrastruktur sind beträchtliche Ressourcen nötig. In Afrika, mit prognostiziertem besonders starkem Bevölkerungszuwachs, sollen die Ursachen für die Flüchtlingsströme durch Verbesserung des Lebensstandards bekämpft werden. Auch hierfür wird man zusätzliche Rohstoffe einsetzen müssen. Die Befriedigung der Bedürfnisse bei steigenden Bewohnerzahlen wird auch zu einem höheren CO2-Ausstoß führen. Um den Zielen Klimaschutz, Drosselung des Ressourcenverbrauch und Anhebung des Lebensstandards in den Entwicklungsländern näher zu kommen, sind realistische Kompromisse notwendig.

Gerd Plambeck