Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. Juli 2019

Arbeitskleidung für die Kleinen

25. Juli: ,Mit Kleinkindern nicht an den Strand‘. Dermatologie-Professor warnt vor Hautkrebs und den Gefahren der Sonne. Lichtschutzfaktor 50 sei Pflicht

„In den ersten drei Lebensjahren haben Kinder am Strand nichts zu suchen“ – was für eine Aussage! Heißt das, dass Familien nicht ans Meer fahren dürfen, bis das jüngste Kind älter ist als drei Jahre? Das ist eine Expertenmeinung. Die Allrounder-Kinderärztin würde sagen: „Natürlich gehören Unterdreijährige an den Strand, allerdings unter Aufsicht und bestens sonnengeschützt!“ Wasser und Sand sind wunderbare Spielmaterialien, üben Grob- und Feinmotorik, Gleichgewicht, Sensitivität, Kreativität und anderes mehr. Neben der Aufsicht gehören besonders für die Unterdreijährigen am Strand auch LSF 50, ein Ganzkörper-UVLicht undurchlässiger Anzug dazu und ein eben solcher Sonnenhut mit großem Schirm, Ohren und Nackenklappen. Dieser ist in der Regel praktikabler als eine Sonnenbrille, die sehr teuer ist (denn sie sollte vor UV-Licht schützen, sonst ist sie schlechter als eine Schirmmütze), ist schnell verbogen oder verloren und verhindert, da sie dunkel ist, dass die Kinder, wenn die Sonne sich versteckt, Unebenheiten im Untergrund sehen, mit der Folge von Sturzgefahr. Diese Ausrüstung wurde von Professor Sander auch empfohlen, nur mit dem Unterschied des Strandverbotes für Unterdreijährige! Was sagt er denn zu den Kindern, die in kurzen Hosen, Trägershirt und ohne Mütze – Helme sind leider noch immer nicht die Regel – täglich auf dem elterlichen Fahrrad oder in der Kinderkarre durch die Sonne kutschiert werden? Wie hätte ich mich gefreut, wenn er in seinem Beitrag die Eltern für den Sonnenschutz auch außerhalb des Strandes in die Pflicht genommen hätte und an die Herstellerfirmen appelliert, die sehr teure Sonnenschutzkleidung für Kleinkinder preiswerter zu verkaufen: Sie ist Arbeitskleidung für die Kleinen.

Dr. Ursula Augener

Moias kutschieren leer herum

25. Juli: Moia rechnet vor: Hamburg braucht mindestens 1000 Sammeltaxis

Mal davon abgesehen, dass Moia-Chef Ole Harms jeglichen Beweis für seine These schuldig bleibt, erst 1000 Moia-Fahrzeuge würden Hamburgs Verkehr entlasten, widerspricht es simpelster Logik: Selbst wenn bei 1000 Moia-Fahrzeugen 100 Hamburger ihr Auto abschaffen würden, macht das ein Plus von 900 Fahrzeugen – und die fahren nicht nur ein-, zweimal pro Tag wie ein privat genutztes Auto, sondern vielfach am Tag. Wie soll eine Zunahme an Fahrten den Verkehr entlasten? Und es bleibt die Tatsache, dass viele Moias auf Hamburgs Straßen leer herumkutschieren.

Kay Dohnke, Hitzacker

Helfen kann jeder

25. Juli: Kolumne: Mein Leben in den wilden Zwanzigern: Mann, du hast die Gans gestohlen!

Wieder einmal trifft Frau Behrmann den Nagel auf den Kopf. Zivilcourage ist in der heutigen Zeit so wichtig geworden. Da gibt es unnachsichtige Menschen, die auf der Autobahn keine Rettungsgasse bilden. Da gibt es Menschen, die einer hilflosen Person keine Hilfe zukommen lassen. Und wenn man (frau) nur den Notruf wählt. Helfen kann jeder. Übrigens plant Baden-Württemberg Dash-Cams (Kameras) für ihre Polizeifahrzeuge einzusetzen. Hier könnten dann Vergehen (Rettungsgasse) aber auch Gaffer (z. B. bei Unfällen) zurecht bestraft werden. Den Helfern muss geholfen werden. Dringend. Und den Blockierenden und Gaffern sei gesagt: Denke dran, es kann auch Dich eines Tages treffen.

Axel A. Pabst

Urlaub in „St. Balkonien“

26. Juli: 35,9 Grad in Hamburg – der bisher heißeste Tag des Jahres

Ein Tag der „Wettergeschichte schreiben wird“, so ist in den Medien zu lesen! Der Donnerstag hat den Hitzerekord von 40,3 Grad in 2015 mit 42,6 Grad deutlich übertroffen. Endlich hat man den Sommer, den man in Deutschland immer wieder vermisste. Man kann getrost Urlaub in „St. Balkonien“ oder in der „Gartenlaube“ machen, ohne unnötigen CO2-Ausstoß fabrizieren zu müssen! Was wollen wir in Deutschland mehr? Weiterhin jammern auf allerhöchstem Niveau oder uns eben darauf einstellen, dass sich das Klima verändert? Die Natur braucht uns „Menschlein“ nicht, sie passt sich an, ob es uns gefällt oder nicht! Ein großer Teil unserer Zeitgenossen und selbsternannten „Experten“ meint, dass wir menschlich kleinen Kreaturen die große Natur beherrschen können – weit gefehlt. Sobald unsere Natur einen kleinen „Huster“ macht, sind wir schnell weg vom Fenster! Wir kleinen Kreaturen, gegenüber der Natur betrachtet, können die Natur nur durch vorbeugendes Handeln auf breiter Front unterstützen. Umweltschutz ist ein Gebot unserer technisierten Welt.

Alois Sepp

Es macht einfach Spaß

26. Juli: Kommentar: E-Scooter-Unfug beenden. Fahrer nerven, Roller stören – vor allem sind sie gefährlich

Das ist wieder einmal typisch deutsch: Da ist etwas Neues – nein, das ist gefährlich und merkwürdig, das will ich nicht. Sofort verbieten! Dass es das in vielen Ländern schon seit Jahren erfolgreich gibt: egal, weg damit. Ja, es ist wohl so, dass damit, vor allem in der Anfangszeit, der eine oder andere Unfall mehr passiert. Das wird nach einer gewissen Gewöhnung aber sicher auch nachlassen. Gerade die ersten Fahrten mit den Dingern sind wohl etwas gewöhnungsbedürftig. Dass die für die Eindämmung des Autoverkehrs nichts bringen, ist doch erstmal nur eine Behauptung. Der kurze Weg wird möglicherweise dann doch eher mit einem Scooter als mit dem Auto zurückgelegt (kleiner Einkauf mit Rucksack, mal eben zur Post und ähnliches). Ich glaube auch, dass die „letzte Meile“ durchaus ein Thema sein oder werden könnte. Mit der Bahn bis zur Haltestelle und die letzten ein oder zwei Kilometer bis ins Büro oder nach Hause mit dem Scooter, statt langsam zu Fuß oder mit dem überfüllten Bus. Ist sicher schwer messbar, aber für den einen oder anderen wird das sicherlich auch ein Argument sein, auf das Auto zu verzichten. Und: Es macht einfach Spaß. Dass sich nicht alle an die Regeln halten, ist doch immer so und kann nicht das Argument sein, es für alle zu verbieten.

Andreas Gehrmann, Hamburg

In mir steigt die Wut auf

26. Juli: 628 Dienstflüge pro Tag –Kritik von den Grünen

Ich bin so empört über unsere Politiker, die nicht mal den Zug von Berlin nach Bonn besteigen. Was bilden sie sich ein, mit welcher Doppelzüngigkeit leben sie? Haben diese Politiker wirklich unser Klima im Auge? Greta Thunberg hat es ihnen eindrücklich gesagt. Was kann man dann vom Bürger erwarten, wenn er so angelogen wird. Im Jahr 2018: 230.000 Inlandsflüge, das muss man sich mal klar machen. Kein Wunder, dass in mir Wut aufsteigt.

Dr. Ursula Rohde, Buchholz

Ihr Name war „Luna“

19. Juli: Die acht Tage der Apollo 11. Vor 50 Jahren landet der Mensch zum ersten Mal auf dem Mond. Über 500 Millionen Zuschauer sitzen dabei vor dem Fernseher

Wir waren vor 22 Jahren in Teneriffa mit einem Team europäischer Amateurastronomen zur Beobachtung im dortigen Parador auf 2100 Meter Höhe inmitten der dortigen Vulkanlandschaft des Teide. Im Laufe der Woche bat uns der Direktor um einen Eintrag in das Gästebuch, dass mehrere bekannte und sehr bekannte Namen enthielt unter anderem des spanischen Königs und auch, wen überrascht es: Neil Armstrong, der vor einigen Jahren dort einmal logiert hatte. Wir trugen uns ein. Er zeigte uns dann auch den Eintrag von Neil Armstrong. Das bekam die Kellnerin mit und erzählte uns, dass sie damals Neil Armstrong bedient hatte. Sie durfte keinem etwas sagen und war zu äußerster Verschwiegenheit verpflichtet worden. Ihr Name war Luna, dass heißt auf spanisch „Mond“, denn sie war am Tag der Mondlandung geboren worden. Das ist meine Erinnerung an Neil Armstrong, dessen Mondlandung ich als Jugendlicher 1969 in den tiefen Nachtstunden erlebt hatte.

Bruno Mattern, Hamburg