Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. Juli 2019

Schlange stehen in den USA

20./21. Juli: Nur Geduld! Das Leben bietet manchmal harte Prüfungen. Herkulessche Aufgaben, die nur Stoiker schadlos überstehen

Gut beobachtet und sehr amüsant geschrieben. Wir selbst sind gerade aus den USA zurück und sind immer wieder begeistert über das amerikanische Schlange stehen. Nur eine Schlange, an deren Kopf auf die nächste freie Kasse verteilt wird. Schneller geht‘s nicht und Kleingeldzähler an Kasse 4 sind dadurch kein Hindernis. Allerdings wird der geneigte Mitteleuropäer beim Anblick einer Warteschlange amerikanischen Ausmaßes in Deutschland mit Sicherheit die Geduld verlieren.

Martin Börner, Henstedt-Ulzburg

Eine echte Schnapsidee

20./21. Juli: Star-Koch Fehling will Subventionen für Sterneküche

Nun soll der Staat, also der Steuerzahler, auch Luxus für jedermann subventionieren. Der Vergleich mit der Elbphilharmonie hinkt hier ja wohl gewaltig. Diese ist nahezu komplett steuerfinanziert und es ist nur recht und billig, dem Bürger davon etwas in Form subventionierter Kartenpreise zurückzugeben. Warum sollte er aber privatwirtschaftliche und keinem Allgemeinwohl dienenden Unternehmungen wie Sternerestaurants mit seinen Steuern unterstützen? In Zeiten, in denen mehr und mehr Bürger das Angebot der – nicht steuerfinanzierten – Tafeln annehmen müssen, eine echte Schnapsidee. Genauso gut könnte man den Vorschlag machen, den Menschen mit Steuermitteln z.B. mal ein Wochenende in einem gemieteten Luxusauto zu ermöglichen. Wie krank ist das alles?

Klaus Krämer, Eckernförde

Das Problem sind die Zweifel

19. Juli: Kommt jetzt ein echtes Zentralabitur? Schüler und Eltern verzweifeln häufig an der Bildungslandschaft. Bundesländer können bisher machen, was sie wollen

Die gegenwärtige Regelung und zugleich Freiheit diese anzuwenden, sollte nicht verteufelt werden mit der Schuldzuweisung, es herrsche Willkür. Denn das Problem ist gar nicht die Eigenständigkeit der Bundesländer selbst, sondern sind daraus erwachsende Zweifel an der Qualität der Abschlüsse „fremder“ Nachbarn. Schülern und Eltern macht man Angst, damit sie zur Vereinheitlichung dienende Planungen akzeptieren. Nicht zweifelhafte Prüfungen des eigenen Bundeslandes bekümmern sie, sondern die merkwürdige Haltung einiger, die ihre eigenen für besser halten. Zu dieser Kleinstaaterei mit Dünkel mancher Bildungsplaner war angesichts der genannten Mathe-Klausur schon festzustellen, dass ein „echtes“ Zentralabi eine Normierung auch des Unterrichts voraussetzen würde, damit der gewünschte Output zustande käme. Von Bildung könnte dann aber nicht mehr die Rede sein. Denn mit der Gleichmacherei ginge einher, dass bloß noch abfragbares Einzelwissen verlangt würde. Ohne Reflexion, ohne individuelle Zugänge zu Inhalten, ohne deren diskursive Prüfung. Was, jeder Schüler, jede Schule, jedes Bundesland darf jetzt noch frei denken oder dazu anleiten? - Wie unpassend! Ist in unserer Verfassung nicht davon die Rede, dass niemand aufgrund seiner Herkunft missachtet werden dürfe? Offenbar würde diese Forderung unterlaufen, wenn individuelle (und landestypische) Beschäftigung mit Inhalten abgelehnt und bestimmte Ergebnisse erzwungen würden.

Dr. Wilfried Baur, Hamburg

Umweltticket für jedermann

19. Juli: HVV wird schon wieder teurer: Höchster Anstieg seit fünf Jahren. Im Schnitt kosten Tickets 2,2 Prozent mehr.

Ständig hört man aus Politikermund das Wort Klimaschutz. Aber außer vollmundigen Absichtserklärungen geschieht nur wenig. Auch die seit 2015 in Hamburg regierende rot-grüne Koalition zeigt hier kaum Ambitionen. Wir brauchen Klimaschutz jetzt und nicht 2030 oder noch später. Mit einem Umweltticket für jedermann für 365 Euro, wie es in der SPÖ-regierten Stadt Wien schon seit 2011 gang und gäbe ist, könnte schnell und unbürokratisch ein effektiver Schritt getan werden. Zumindest aber eine Anpassung der Ticketpreise an Berlin und München sollte realisiert werden. Alle diese Verkehrsverbünde werden höher subventioniert, und was diese Metropolen schaffen, das sollte auch für Hamburg machbar sein. Die Wählerinnen und Wähler würden es sicherlich begrüßen, wenn aus ihren Steuergeldern mehr Mittel in ein gutes, preisleistungsbewusstes und umweltfreundliches Verkehrssystem flössen.

Brigitte Endriss

Grüne richten Schaden an

17. Juli: Richtungsstreit um die Sierichstraße. Grüne fordern Aufhebung der Regelung mit zweimal täglichem Wechsel. Senat für Beibehaltung

Ich finde, so allmählich haben die Grünen genug Schaden angerichtet. Ob die blödsinnige Umbenennung der Hindenburgstraße in Otto-Wels-Straße, die Verlegung der Fahrradwege auf die Straße, oder die ewige Rumnörgelei nach einer Stadtbahn, sie verpulvern unsere Steuergelder für Projekte mit Gutachten, die nicht durchführbar oder die mit normalen Menschenverstand nicht zu begreifen sind. Und solche Politiker soll man ernst nehmen und auch noch wählen? Die junge Generation wird sich eines Tages noch mal umschauen und dann vielleicht merken, wen sie da jahrelang gewählt haben.

Wolfgang Wriedt