Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. Juli 2019

Das finde ich sehr bedenklich

17. Juli: Heute startet der Taxi-Rivale Uber in Hamburg. Der umstrittene Fahrdienstvermittler setzt Mietwagen mit Chauffeur ein. Die Fahrt sei günstiger als im Taxi, verspricht das Unternehmen

Es gibt neben dem klassischen Taxiservice inzwischen verschiedene Angebote, die aber nur über eine App – jedenfalls digital zu buchen sind. Das ist nicht jedem zugänglich bzw. nicht jeder möchte diesen Service digital sondern analog wahrnehmen. Es kann auch sein, dass durch den Preisdruck die Servicequalität leidet und eine große Gruppe an Beschäftigten nicht mehr von ihrem Einkommen leben kann. Es ist sehr bedenklich, dass immer mehr überwachbare Angebote von den Elektronikkonzernen gemacht werden. Ein Mensch, der ohne Zugang zum Internet oder einfach eher analog leben möchte, könnte immer weniger Angebots- und Fahrmöglichkeitenhaben. Das finde ich sehr bedenklich.

Dagmar Brinkmann

AKK – und basta!

18. Juli: Frauentag in Bellevue

Auf den Politiksonderseiten zwei und drei im Abendblatt wird ausnahmsweise mal nicht auf Merkel & Co. eingedroschen. Ist das nicht ein anderes Gefühl, wieder positiv über politische Entscheidungen berichten zu dürfen? Von der Leyen hat es geschafft, Kommissionschefin zu werden, auch wenn sich die deutschen Genossen mit ihrer Verweigerungshaltung zum Affen gemachthaben. AKK geht doch ins Kabinett – was interessiert da noch, was sie gestern proklamiert hat. Der fleißige Jens unterschreibt lieber noch drei Gesetze und ist ganz bestimmt froh, dass der Bundeswehr-Kelch an ihm vorbeigegangen ist. Und wie schnell das alles über die Bühne gegangen ist. Keine öffentlichen Diskussionen oder Flügelkämpfe. Da soll doch keiner mehr sagen, Angela Merkel kann nicht schnell entscheiden. AKK – und basta! So geht regieren, da braucht es keine Parteitage und der Koalitionspartner wurde bestimmt auch nicht vorher konsultiert. Aber ganz im Ernst: So möchte es doch letztendlich der Bürger, dass nicht groß rumgeeiert wird, sondern kraftvoll entschieden wird bis 2021, ohne Blutgrätschen, egal aus welcher Partei.

Dietmar Johnen-Kluge

Dankeschön und viel Erfolg

18. Juli: Die Ottos stiften einen Bildungscampus. Versandhauserbe Benjamin Otto und seine Frau Janina Lin planen futuristischen Neubau in Bramfeld – mit Kita und Hochschule

Bravo! Hoffentlich kommt Hamburg dann von seiner mittelalterlichen Denkstruktur weg. Sehr gut! Es ist höchste Zeit dafür. Dankeschön im Voraus und viel Erfolg damit.

Anne Ethé über facebook

Ein Beispiel für andere

Daran sollten sich andere Unternehmer mal ein Beispiel nehmen ...

Uwe Stahl über facebook

Zahlen bitte offen legen

17. Juli: Richtungsstreit um die Sierichstraße. Grüne fordern Aufhebung der Regelung mit zweimal täglichem Wechsel. Senat für Beibehaltung

Entscheidungen sollten auch bei der Verkehrsplanung demokratisch und nach Mehrheitsbelangen getroffen werden, vor allem wenn sie den Bürger direkt betreffen. 10 bis 15.000 Kraftfahrzeuge täglich stehen wie vielen Fahrrädern und Fußgängern gegenüber? Bitte auch diese Zahlen einmal offen legen, und dann sollten die Belange der Mehrheit den Ausschlag geben. In der Demokratie ist das so üblich, auch wenn es den Minderheiten manchmal nicht gefällt oder es nicht in die politischen Vorstellungen passt.

Helmut D. Link

Nutzen Radfahrer Leinpfad?

Warum wurde eigentlich der in die gleiche Richtung verlaufende Leinpfad mit Hilfe von Millionen Euro zur Fahrradstraße ausgebaut? Dort sieht man meist nur wenige Nutzer, zu den Hauptverkehrszeiten werden es sicher mehr sein. Gibt es eigentlich schon eine Untersuchung, wieviel mehr Radfahrer diese Straße nach dem Umbau nutzen?

Ingrid Weber

Das hat mich überzeugt

17. Juli: Ist die SPD die letzte Autofahrer-Partei? Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) über Klimaschutz, Verkehrspolitik, das Verhältnis zum grünen Koalitionspartner und die Bürgerschaftswahl im Februar 2020

Unser Bürgermeister zeigt sich als glaubwürdiger Pragmatiker, dem Ideologien und hektische, undurchdachte Aktivitäten offensichtlich fremd sind. Man merkt ihm förmlich an, dass er nicht von Karriereplanungen abgelenkt wird. Kein eitler Lautsprecher, der mit seinem Politikchinesisch seinen Mitmenschen auf die Nerven geht. Das hat mich überzeugt. Mit so einem sachorientierten Politiker wird für mich zumindest in Hamburg die SPD nach Jahrzehnten der Abstinenz wieder wählbar.

Karl-Heinz Schröder

Aus dem Hut gezaubert

17. Juli: Eine gute Wahl

Weder war Frau von der Leyen eine gute Wahl noch die beste verbliebene Kandidatin. Sie war überhaupt keine Kandidatin, nachdem bei der Europawahl für drei gesetzte Personalien geworben und abgestimmt wurde. Sie wurde in einer Hinterzimmerklüngelei aus dem Hut gezaubert und hat mit voreiligen Versprechungen und Schleimerei bei Hinterbänklern des Parlamentes gerade einmal zehn Stimmen über das erforderliche Ergebnis erzielt. Eine Führungsperson in der Europäischen Union muss nicht nur eine Frau sein, mehrere Sprachen sprechen und in Brüssel geboren sein, sondern auch den Mut und die Chuzpe haben, gegen unliebsame Mitglieder der Union anzugehen und Tacheles zu reden. Diese Eigenschaften liegen Frau von der Leyen fern, hat sie doch in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten und Probleme mit einer grinsenden Rhetorik zu beseitigen versuchte, was ihr in den meisten Fällen nicht gelungen ist. Leider hat kein Parlamentarier aus der Opposition in einer Gegenrede auf die Mängel hingewiesen.

Jürgen Stauff

Ein Stück aus dem Tollhaus

18. Juli: Die SPD im Von-der-Leyen-Dilemma

Man kann zu Frau von der Leyen unterschiedliche Ansichten haben, aber das gerade die deutschen Sozialdemokraten aus parteitaktischem Kalkül gegen ein Mitglied ihrer eigenen Regierung (Großen Koalition) im Europaparlament stimmen, ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Ausgerechnet Katarina Barley, die Spitzenkandidatin der SPD und ehemalige Ministerkollegin, macht dann in Europa mit Pamphleten über die Unwählbarkeit auch noch aktiv Stimmung gegen Frau von der Leyen, da reiben sich selbst europäische Sozialdemokraten verwundert die Augen. Wie tief kann eine Partei noch sinken?

Marco Paetow, Hamburg

Auf Lautsprecher geschaltet

18. Juli: Kolumne: Mein Leben in den wilden Zwanzigern: Ich dusche mit meinen Nachbarn

Ich telefoniere besonders gerne mit meinem Nachbarn (nicht) – und da er so gerne auf Lautsprecher schaltet, komme ich in den Genuss des kompletten Inhalts.

Sandra Möller über facebook

Für uns ist das keine Sensation

18. Juli: Im Alten Land wachsen jetzt auch Aprikosen. Immer mehr Obstbauern vor Hamburgs Toren bauen auch Südfrüchte an

In unserem Garten in Hamburg-Harvestehude stand schon in den 50er-Jahren ein uralter Aprikosenbaum, an dessen reifen, süßen und saftigen Früchten wir uns gern delektieren. Insofern ist die aktuelle Aprikosenernte im alten Land für uns keine Sensation.

Alexander Tosh