Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. Juli 2019

Einfach Selbermachen!

16. Juli: Haferbrei für zwischendurch

Schon wieder ein Produkt, das „für täglich“ entwickelt wurde und in der Plastikverpackung verkauft wird. Was spricht dagegen, sich seinen Haferbrei zu kochen, vielleicht gleich für mehrere Tage, ihn mit allem anzureichern, was man mag, und ihn dann in einem wiederverwendbaren Becher mitzunehmen? Manchmal verzweifelt man daran, selbst mühsam Plastik zu vermeiden, wenn man sieht, wie leichtfertig es andernorts immer noch und immer wieder neu eingeführt wird. Die Hoffnung bleibt, dass mehr und mehr Verbraucher das einfache und gesunde Selbermachen wieder lernen und auf solche Convenience-Produkte verzichten!

Irene Köster

Überquerung des Sündenfalls

13./14. Juli: Ist die Cremonbrücke noch zu retten?

Die sechsspurige Straße sei ein Sündenfall gewesen, der die Stadt zerschnitten habe. So die Argumentation aus dem Umfeld der Bürgerbewegung „Altstadt für alle“. Ja, das stimmt zweifellos. Umso wichtiger ist es gerade, die Cremonbrücke als besonderen Ausdruck der Zerschneidung und damit dieses „Sündenfalls“ zu belassen. Was kann eigentlich einem Denkmal besser passieren, als mit den Mitteln der Architektur genau diese Tatsache sichtbar werden und den Brückennutzer beim Überqueren der Willy-Brandt-Straße daran denken zu lassen?

Wolfgang Kirmse, Hamburg

Solidarität statt Verbote

2. Juli: Harley Days nur noch einmal in Hamburg?

Natürlich sind die Harley-Days nicht nötig, aber wer entscheidet, was nötig ist und was nicht? Meine Idee: Jeder Bürger – vom Schüler über sein Taschengeld, zum Azubi, zum Arbeiter, Angestellten, Beamten, Freischaffenden, Unternehmer, zum Rentner bis hin zum Millionär – zahlt zwei Prozent von seinem verfügbaren Einkommen pro Monat in einen Umwelttopf. Das wird parteiübergreifend beschlossen. Wir leben alle auf diesem einen Planeten. Wir alle belasten durch unseren Konsum die Umwelt. Jeder von uns belastet die Umwelt mit Verbrauchsgewohnheiten, verseucht die Meere mit Plastik oder unterstützt mit dem Verzehr von Fleisch die Massentierhaltung. Wir können das Problembewusstsein für alle diese Dinge schärfen, aber wir können nicht alles verbieten. Wir können den Wandel beschleunigen und dafür brauchen wir Geld. Also lassen sie uns die Solidaritätsabgabe für die ganze Bevölkerung unseres Landes nutzen. Natürlich muss der Umweltfonds streng zweckgebundenen sein! Damit kann ein forcierter Ausstieg aus der Kohle oder der schnelle Umstieg auf E-Mobile abgemildert, Aus- und Fortbildung und Umschulung oder Arbeitslosengeld für die Arbeitslosen finanziert werden oder es wird viel Geld in die Forschung investiert, um Deutschland wieder technologisch führend zu machen, wodurch nicht nur Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern endlich die Wasserstoff-Technologie vorangetrieben wird und die E-Mobile nicht mehr mit dem umweltschädlichen Lithium betrieben werden, sondern mit Brennstoff-Zellen. Für diesen Wandel müssen wir uns solidarisch zeigen und Geld zur Verfügung stellen.

Hans Negle

Aus Vergangenheit gelernt?

13./14. Juli: ,Schlussstrich? So ein Blödsinn!‘

Das Erinnern an die Zusammenhänge, die zum 20. Juli 1944 geführt haben, sollten immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Deutschen einnehmen. Dazu gehörten dann auch Anmerkungen zu den geistesgeschichtlichen Hintergründen dieses Ereignisses. Denn: Spätestens seit den 1880er-Jahren ist in der europäischen Kulturgeschichte ein untergründiges Beben festzustellen, das in der Kulturelite einen völlig neuartigen Typ hervorbringt – einen Typ, der schon vor dem Ersten Weltkrieg von Theodor Fontane z. B. in „Jenny Treibel“ erahnt und von Franz Kafkas „In der Strafkolonie“ deutlich gezeichnet wird. Es handelt sich um einen Handlungsmenschen, der sich jenseits aller Sentimentalität oder Gewissensqual verpflichtet fühlt, das als notwendig Erkannte zu tun. Und durch den brutalen Algorithmus der Politik, dass der Feind meines Feindes mein Freund sein muss, wird selbst das Bedenklichste von höchst Gebildeten hingenommen. Auch Bonhoeffers sehr frühe Forderung, man müsse sich jetzt wie Goethes Mephistopheles verhalten, der bekanntlich das Böse (hier: das Mordattentat) will und stets das Gute erreicht, wurde von der oppositionellen Elite als nicht opportun abgetan. Für die Bewältigung der gegenwärtigen Probleme bleibt nur zu wünschen, dass die politische Elite etwas aus der Vergangenheit gelernt hat.

Wolfgang Degenhard, Siek

Es fehlt die Fachkompetenz

10. Juli: Reif für die Krise? Die Wirtschaft schwächelt – und trifft auf eine wenig kompetente Bundesregierung

Nein, leider nicht! Noch nie seit dem 2. Weltkrieg verfügte eine deutsche Bundesregierung über so wenig Wirtschafts-Expertise wie das aktuelle Kabinett. Unser Land sieht zur Zeit den Beginn der vermutlich größten Wirtschaftskrise seit mehreren Dekaden. Unsere wichtigsten Wirtschaftszweige wie z. B. der Automobil- und Maschinenbau und die Chemische Industrie verschlafen seit Jahren wichtige Entwicklungen. Internationale Handelskriege belasten unseren Export. Uns erwarten in den kommenden Jahren sehr viel Kurzarbeit und leider auch hohe Arbeitslosigkeit. Unser Land ist in keiner Weise darauf vorbereitet, und unsere Regierung hat die großen Gefahren bislang noch nicht einmal richtig erkannt. Ihr fehlt schlicht die notwendige Fachkompetenz. Diese Fachkompetenz fehlt aber leider auch fast allen Medien, deren Aufgabe es ist, schlafende Politiker aufzuwecken.

Manfred Dunker, Hamburg

Schilda lässt grüßen!

16. Juli: Autofreies Ottensen ,eine Hauruckaktion‘

Als Radfahrerin aus Altona könnte ich mir kreischend auf die Schenkel klopfen, wenns nicht so traurig wäre: Wieder einmal ein krasses Beispiel an Symbolpolitik! Die Bezirksverwaltung hat es offenbar nötig zu beweisen, wie umweltbewusst sie denkt. Leider scheint niemand der Damen und Herren Fahrradfahrer zu sein. Denn: Exakt die Straßen, die nur für Fahrräder sein sollen, sind die schlimmsten Kopfsteinpflaster-Strecken, die ich (und viele meiner Freunde) möglichst meiden. Wenn ich dort bin, fällt mir lediglich auf, wie friedlich sich unterschiedlichste Verkehrsteilnehmer verhalten. Der Lieferverkehr garantiert ja schließlich die Lebendigkeit des Viertels. Und während Zugezogene, die sich in komplett überteuerten Wohnungen keine Tiefgarage leisten können, weiter ins Viertel fahren müssen, bleibt für Alteingesessene kaum mehr Komfort. Schilda lässt grüßen!

Petra Schwab, Hamburg

Landstrom zur Pflicht machen

12. Juli: Wie Hamburg von den Kreuzfahrern profitiert

Wenn auf der einen Seite die Nachfrage nach Kreuzfahrten so groß ist, dass immer mehr neue Kreuzfahrtschiffe gebaut werden und diese immer wieder schnell gefüllt sind, und auf der anderen Seite die Stadt Hamburg so enorm von dem Kreuzfahrtgeschäft profitiert, dann fragt man sich, warum nicht längst wirksame Maßnahmen gegen die Schadstoffbelastung der Luft im Hafen ergriffen worden sind. Die Nutzung von Landstrom sollte im Hamburger Hafen zur Pflicht werden. Sowohl die Reedereien wie auch die Stadt sind offensichtlich in der Lage, sich die höheren Kosten für den Landstrom zu teilen.

Thorsten Thiel, Ahrensburg

Richtig und mutig

12. Juli: G-20-Desaster – und niemand musste gehen

Ein richtiger und mutiger Artikel von Jens Meyer-Wellmann. Da weiß man dann wieder, warum man dem Abendblatt treu bleibt.

Edith Aufdembrinke