Leserbriefe

Briefe an die Redaktion 15. Juli 2019

Absoluter Offenbarungseid

11. Juli: Personalmangel bei Steuerprüfern Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kündigt in Brief an die Bürgerschaft „Atempause“ bei Betriebsprüfungen an

Die Erklärung des Finanzsenators ist nichts weiter als ein absoluter Offenbarungseid! Was macht eigentlich so ein Finanzsenator den ganzen Tag? Sitzt er da und fragt sich, ob morgen wieder ein Beamter völlig überraschend in Pension geht? Oder fragt er sich, was man dem Beamten neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch alles wegnehmen kann um schöne Projekte wie die Elbphilharmonie zu finanzieren? Völlig überraschend stellt er dann fest, dass seine hoch qualifizierten Mitarbeiter das nicht so gerne mögen und lieber in die Wirtschaft gehen.

Jürgen Jeschke, Norderstedt

Sand rutscht von oben nach

12. Juli: Neuer Elbweg bei Rissen für fünf Millionen Euro? Beliebter Otto-Schokoll-Höhenweg seit drei Jahren gesperrt.

Wer jemals in der Sandkiste gebuddelt hat, weiß, dass Sand von oben nachrutscht, wenn man ihn unten wegbuddelt. Das nennt der Wissenschaftler den Böschungswinkel. Wenn dann noch in regelmäßigem Richtungswechsel Wasser daran vorbei fließt, muss wissen, dass der Sand nachrutscht. Wenn das dann auch noch an einem regelmäßig im Sechsstundentakt seine Fließrichtung um 180° drehenden Wasser stattfindet und man dieses Wasser dann auch noch ständig dadurch vermehrt, dass man die Fließrinne ausbaggert und außerdem dieses Wasser immer stärker mittels Schiffsschrauben mit ungeheurer PS-Leistung verwirbeln lässt, darf man sich nicht wundern, wenn hohe Sandberge, die von Natur aus an gerade dieser Stelle am Ufer aufgehäuft liegen, in unaufhaltbares Rutschen geraten. Dabei darf man dann auch nicht außer acht lassen, dass die Fahrtrinne der Elbe ständig vertieft wird und sich der Böschungswinkel dadurch unter Wasser dramatisch vergrößert. Tragisch ist, dass dieser Zustand am Rissener Ufer darauf beruht, dass man vor Jahrhunderten einen Zeichenkünstler damit beauftragt hatte, zu beweisen, dass Hamburg am Hauptstrom der Elbe liegt und die Hamburger dadurch das Recht bekommen, über die Nutzung des Elbstroms bis zur Mündung zu bestimmen. Dass der Prallhang dieses Sandberges, der jetzt abrutscht, ausgerechnet in einer Kurve des Elbstroms liegt, auf den der natürliche Wasserlauf prallt und ihn damit gleichzeitig naturbedingt unterhöhlt. Das ist übrigens ein Effekt, der am Neumühlener Ufer ebenfalls zu beobachten ist.

Uwe Huntenburg, Diplomfinanzwirt, Reinbek

Kreuzfahrt mit echten Palmen

12. Juli: Wie Hamburg von den Kreuzfahrern profitiert.

Die immense Wertschöpfung der Branche sollte die Profiteure veranlassen, alles zu tun, dass zukünftig keine Kritik mehr an der Schadstoffbelastung der Luft geübt werden muss. Allen voran gilt das für die Freie und Hansestadt Hamburg, aber auch, Ironie der Kreuzfahrtbranche, für den Pflanzenanbieter, dessen künstliche Palmen gern durch ihre natürlichen Geschwister ausgetauscht werden könnten, die produzieren nämlich ständig Sauerstoff.

Antje Brandi

Mit zweierlei Maß

Mit Erstaunen habe ich Ihren Bericht gelesen. Sie berichten, welchen wirtschaftlichen Vorteil die Stadt und viele Betriebe durch die Kreuzfahrer haben. Die Umweltverschmutzung und die „grüne Stadt“ spielen hier scheinbar keine Rolle - im Gegenteil, es soll noch ein weiterer Terminal gebaut werden. Auf der anderen Seite schrieben Sie vor zwei Wochen genau aus diesen Gründen die Harley Days an die Wand. Was für eine Heuchelei!

Britta Benclowitz, Hamburg

Erkenne die Ursache

12. Juli: Kein Geld für Globuli! Krankenkassen haben wirklich Wichtigeres zu tun, als Homöopathie zu finanzieren.

Ein so unreflektierter, böser Leitartikel verschlägt mir die Sprache. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn sie eher stärker über alternative Behandlungsmöglichkeiten berichten würden als sich über Globuli lustig zu machen. Es wäre für die Menschheit ein enormer Zugewinn, sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen, mehr in sich hinein zu spüren, sich selbst zu erkennen als grundsätzlich auf kostenintensive OPs oder andere Machenschaften der Gesundheitsmaschinerie zu warten. Das ist meiner Meinung der größte Fehler. Beuge Dinge vor (oder erkenne die Ursache) als sie nur „weg zu saugen“. Ich bin sprachlos.

Tanja Hesse

Bitter enttäuscht

11. Juli: Dritter Zitteranfall: Merkel beruhigt

Als jahrzehntelanger Abendblatt Leser hat mich Ihre heutige Titelseite bitter enttäuscht. Nicht nur das Foto, sondern auch noch die innenseitige Berichterstattung lassen jeden Respekt und Menschlichkeit vermissen. Man sieht richtig wie sie die Zähne zusammen beißt um die Situation zu beherrschen, was nirgendwo positiv beurteilt wird und die Berichte jedes journalistisches Feingefühl vermissen lassen. Meine Frau und ich haben uns für Ihr Abendblatt zutiefst geschämt.

Gerd Koepcke, Hamburg