Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 29. Juni 2019

Die Antwort ist einfach

27. Juni: Und plötzlich fühle ich mich steinalt. Wann ist man erwachsen? Mit 18? Wenn die Zimmerpflanze überlebt? Oder ... wenn man einen Tantenspruch loslässt?

Die Antwort auf Ihre Frage ist doch ganz einfach: Erwachsen ist man, wenn man etwas tut, obwohl die Eltern es empfohlen haben (Alte Volksweisheit).

Silvia di Mattia

Wir sind alle nur Menschen

26. Juni: Wie stark die Urlaubsreise dem Klima schadet. Der Abendblatt-Umwelt-Check: mit dem Flugzeug in die USA, mit dem Kreuzfahrtschiff nach Norwegen oder mit dem Auto Richtung Dänemark

Wir sind alle nur Menschen und jeder „schaltet mal sein Gewissen aus“, sei es beim Autofahren, Konsumieren oder eben beim Reisen. Grundsätzlich sollte jeder so handeln, wie er es der Gesellschaft gegenüber verantworten kann. In diesem Zusammenhang würde ich dafür plädieren, die CO2 Kompensation bei Flug- und Kreuzfahrt-Reisen grundsätzlich einzupreisen. Der Kunde sollte nicht entscheiden können, ob er kompensiert, sondern lediglich welcher Organisation die Zahlung zugute kommen soll.

Hans-Joachim Bull, Quickborn

Vorbild: Kopenhagen

26. Juni: Mehr HVV, weniger Auto. Der Ausbau ist richtig, muss aber noch viel weiter gehen

Die Analyse von Jens Meyer-Wellmann spielt den Ball in die richtige Richtung. Schließlich benötigt gerade der durch das S-Bahn-Chaos zunehmend abgehängte Süden von Hamburg endlich einen verkehrstechnischen Masterplan, damit keine weiteren größeren wirtschaftlichen Schäden entstehen. Zumal es hier auch kaum Carsharing-Angebote gibt, da sämtliche Prestigeprojekte des rot-grünen Senates meistens schon aus nördlicher Sicht an den Elbbrücken enden. Deshalb reicht eine bessere Taktung des HVV zur Behebung der gegenwärtigen Probleme nicht aus, sondern nur ein echter Durchbruch wie etwa in Form der Wiederaufnahme des ursprünglichen Planes, die U4 bis nach Harburg fortzuführen, sowie ein Fahrrad-Highway von Neugraben bis in die HafenCity wie nach dem Vorbild von Kopenhagen!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Wo sind visionäre Planungen?

26. Juni: Das ändert sich beim HVV. Mit der Angebotsoffensive soll es bei Bussen und Bahnen kürzere Takte, längere Wagen, neue Linien und mehr Mobilität in der Nacht geben

Hunderttausende nutzen das Auto täglich zur notwendigen Berufsausübung, nicht nur zur Arbeitsstelle hin und zurück, sondern tagsüber. Ob Altenpflegerin, die sechs Besuche absolvieren muss oder unzählige Berater, die einen engen Terminplan oder dringende Lieferungen haben oder Mitarbeiter in wechselnden Arbeitseinsätzen. Tausende von mobilen Dienstleistern wie Handwerkern usw, könnten nicht mit dem HVV oder dem so geliebten Rad im Großraum Hamburg mit 30 km Ausdehnung ihren Beruf ausüben. Denn tagsüber besteht der schlimme Individualverkehr zu annähernd 70 Prozent aus Verkehrsteilnehmern, die mit ihrem Auto Geld (und viele Steuern) verdienen. Auf das Auto als volkswirtschaftlichen Wertschöpfungsfaktor ist in den letzten Artikeln, wo es um das regelmäßige Autobashing ging, noch nie jemand eingegangen. Mehr als 10 Prozent der Beschäftigten in unserem Land verdienen ihr Einkommen direkt oder indirekt mit dem Auto, in Herstellung, Handel, Zulieferung, Unterhalt, Dienstleistung usw. Durch das Automobil werden jährlich mehr als 50 Milliarden Euro Steuern generiert, von denen nur ein Bruchteil in die Verkehrssysteme zurückfließt. Jahrelang ist der Straßen(aus)bau sträflich vernachlässigt worden, 60 Jahre alte, vorsintflutliche Steuerungssysteme sorgen für den täglichen Staufrust. Wenn der Autoverkehr zu 30 Prozent eingeschränkt würde, gäbe es einen gewaltigen volkswirtschaftlichen Einbruch, der durch noch so viele Fahrradklingeln nicht auszugleichen wäre. Dabei ist die Wende längst eingeleitet: In 15 Jahren werden 50 Prozent der Fahrzeuge emissionsfrei angetrieben, z. T. autonom gesteuert und optimiert, mit bisher unbekannten Wirkungsgraden. Wo sind heute die visionären Planungen, wie unsere Stadt dann morgen aussehen muss?

Volker Kamm

Modell ist eine Bestrafung

26. Juni: Union will Entlastung für Betriebsrentner

Nicht die 40 Prozent müssen die Entlastungen finanzieren, sondern alle Beitragszahler, denn neben dem Beitrag für die Betriebsrente zahlen auch diese Leute noch den normalen Beitrag auf ihre gesetzliche Rente! Und das jetzige Modell ist eine Bestrafung für Alle, die sich um Vorsorge gekümmert haben und dafür häufig auf anderes verzichtet haben!

Gabriela Grell, Horneburg

Ordnungsgemäße Übergabe

27. Juni: Der Traum vom Plattenbau. Museum für Hamburgische Geschichte zeit die spektakuläre Austellung „Neue Heimat (1950-1982). Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten

Zum Archiv-Material der Neuen Heimat (NH) und seiner (gelungenen) Nutzung für die Ausstellung ist anzumerken: Anfangs lief die Sicherstellung des Materials durch zeitliches Vorpreschen der Architektenkammer etwas ungeordnet, aber als alles besprochen war, gab es dann sogar einen ordnungsgemäßen Vertrag zur Übergabe des Archivs und der uneingeschränkten Nutzung zwischen der Architektenkammer und der Neue Heimat-VVB GmbH als Abwicklungsgesellschaft. Also: Es gibt nicht nur ansatzweise den Anschein der Illegalität.

Carsten Lüßmann, ehem. Geschäftsführer der NH-VVB GmbH