Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. Juni 2019

HVV ist überfordert

20. Juni: HVV-Preise – Kritik der Opposition. Hamburger Verkehrsverbund am teuersten – SPD will Verbesserungen einführen

Dass der HVV zu teuer ist, kann ich wohl bestätigen. Vor allem, wenn eine Kurzstrecke über drei Haltestellen (Altona Kreuzkirche bis Altona Krankenhaus) mit dem Bus 2,30 Euro kostet. Das ist völlig überteuert, finde ich. Aber mal ehrlich: Sollte der HVV „bezahlbarer“ werden und mehr Bürger würden auf Bahn und Bus umsteigen, könnte der HVV das bewältigen? Ist er doch jetzt schon immens überfordert, die derzeitigen Fahrgastzahlen zu bewältigen.

Holger Karstens, Hamburg-Ottensen

Einzelticket viel zu teuer

Die Preise des HVV sind auch für gelegentliche Nutzer viel zu hoch. Sie stellen den Preis für ein Einzelticket mit 2,30 Euro im Vergleich mit anderen Städten als sehr günstig dar. Leider kommt man für 2,30 Euro nicht weit, je nachdem wie die Zonen geschnitten sind. Wir müssen immer 3,30 Euro für eine Einzelfahrt bezahlen, um zum Bezirksamt, zur Hausbank oder in die Innenstadt zu kommen. Das heißt immer eine 9-Uhr-Tageskarte für 6,50 Euro. Wie sieht dann der Vergleich aus? Die Einzelpreise regen daher nicht an, für kurze und gelegentliche Fahrten auf das Auto zu verzichten.

Andrea Karstens

Tageskarte für Paare

19. Juni: Kommentar: ÖPNV muss besser werden

Am meisten vermisse ich eine Tageskarte für Paare/Partner. Zwei Tageskarten kosten bereits 15,60 Euro. Das ist kaum attraktiv. Die einzige Alternative ist die Kleingruppenkarte für bis zu fünf Personen, die etwas über 12 Euro kostet – attraktiv, wenn man mit vier bis fünf Personen unterwegs ist, aber eben nicht für Paare. Meine Rechnung: Für 12 Euro kann ich zehn Liter tanken und damit 180 Kilometer fahren. Würde der HVV eine Partner-Tageskarte für ca. neun Euro anbieten, würden sicherlich viele zusätzliche Kunden zu gewinnen sein. Das weiß der HVV natürlich auch, aber er verkauft lieber seine teuren Fahrausweise. Der gesellschaftlich wie politisch gewollte Effekt, mehr Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, wird mit dieser Haltung ignoriert. Schade eigentlich.

Hartwig Schuchardt, Hamburg-Berne

Gefahr für Nord-Ostsee-Kanal

20. Juni: Wird Schleusenbau in Brunsbüttel zum Milliardengrab?

Wenn man sich das Foto im Artikel anschaut, fragt man sich, wo der Platz für die Pumpen sein wird, die man wahrscheinlich ab Mitte des Jahrhunderts brauchen wird. Weil es dann wegen des erhöhten Meeresspiegels problematisch wird, den gut einen halben Kubikkilometer Wasser der Eider, der im Jahr über Brunsbüttel in die Elbe fließt, loszuwerden. Hamburg sollte ein Auge darauf haben, denn ohne den Nord-Ostsee-Kanalwürde es düster für den Hafen.

Prof. Dr. Hartmut Heinrich, Hamburg

Maut für alle in Europa

19. Juni: Maut-Pleite kostet Millionen. Der Bund darf nach einem Urteil des EuGH auf deutschen Straßen die geplante Pkw-Gebühr nicht erheben

Was denke ich als „Otto Normalverbraucher“ als Erstes, wenn ich das lese? Richtig: Warum zahle ich eigentlich Mautgebühren in den meisten um Deutschland herumliegenden Staaten? Bereits 1976 habe ich in Frankreich eine Maut für die Autobahnen zahlen müssen. Wenn ich nach Österreich in den Urlaub fahre und auch nur für wenige Tage, muss ich mir schon seit langem ein „Pickerl“ kaufen wie es in der verniedlichten Form dort heißt. Anfang des Jahres hat sich Deutschland ja mit der EU geeinigt, dass die Maut kommen kann. Einwendungen wurden ausgeräumt. Anscheinend ist das aber am europäischen Gerichtshof vorbeigegangen. Aus meiner Sicht ist es nicht hinnehmbar, dass ich im Ausland zahlen muss, aber Ausländer in Deutschland keine Gebühren für die Bundesautobahnen zahlen. Kein Wunder, wenn durch solche Gerichtsurteile die EU-Müdigkeit steigt und es dadurch immer mehr EU-Gegner gibt. Die Idee einer EU ist in meinen Augen immer noch gut. Dann aber bitte gleiches Recht für alle. Mein Fazit: Mautgebühren für die Autobahnnutzung je nach Fahrzeuggröße erheben, Sondertarife für gewerbliche Fahrten (Lebensmittel etc.) einführen und die Kfz-Steuer dafür abschaffen. Jegliche Häme gegen das jetzt erfolgte Gerichtsurteil oder den deutschen Verkehrsminister ist im Sinne eines „vereinigten Europa“ völlig unangebracht.

Detlef Riedel, Hamburg-Ohlsdorf

Urteil eröffnet neu Chancen

Das Urteil des EuGH eröffnet die Chance für eine einfache, klare, verständliche Lösung. Sie ist nicht eine anders gestaltete Maut, sondern die Verabschiedung von Mautplänen und Kfz-Steuer und die aufkommensneutrale Umlegung ihrer Einnahmen auf die Mineralölsteuer. Sie gibt es schon. Neuer, nicht unerheblicher Erhebungsaufwand für eine Maut würde vermieden und der Erhebungsaufwand für die Kfz-Steuer würde entfallen. Die Umstellung wäre ein nachhaltiger Beitrag zur Deregulierung. Und gerecht ist sie auch: Die Umstellung von der Besitzsteuer zur Benutzungssteuer führt zu einer Bemessung nach tatsächlich durch Benutzung entstehenden Emissionen und Straßenverschleiß. Nicht das in der Garage stehende Auto, sondern dessen Benutzung belastet die Umwelt. Die benutzungsbezogene Steuer bewirkt nachhaltig ein verbrauchsarmes Fahren und die Wahl verbrauchsarmer Autos. Und zur Freude der CSU würden über die Mineralölsteuer auch ausländische Autofahrer beteiligt werden. Vielleicht gelingt den Politikern, auch einmal eine intelligente, einfache Lösung.

Hans Lafrenz, Hamburg

Eine unkomplizierte Lösung

Was wäre denn nun so schlimm daran, wenn wir deutschen Autofahrer im Jahr 74 Euro Mautgebühren bezahlen müssten, und dafür dann aber auch alle ausländischen Verkehrsteilnehmer Maut bezahlen würden? Das wäre doch eine einfache und unkomplizierte Lösung und es würden nicht zig Millionen in den Sand gesetzt.

Gitta Uther, Seevetal

Helfen statt „gaffen“

19. Juni: Sorge um Merkel überschattet Staatsbesuch. Kanzlerin zittert beim Empfang des ukrainischen Präsidenten, fühlt sich aber nach drei Gläsern Wasser wieder fit

Gut, dass es Angela Merkel wieder besser geht. Fassungslos bin ich nur darüber, dass nicht ein einziger der umliegenden Fotografen oder Teilnehmern des Staatsbesuches die physischen Probleme der Kanzlerin erkannte und geholfen hat. Wenn man so eine Situation erlebt, muss geholfen und der Fotoapparat und Protokoll beiseite gelegt werden. Einen Stuhl oder ein Glas Wasser gibt es immer. Jeder hätte dafür Verständnis gehabt, die Zeremonie für kurze Zeit zu unterbrechen, um Frau Merkel zu helfen. Und wir beschweren uns über „Gaffer“ bei Unfällen, hier bekommen wir es live. Es ist beschämend! Ist das ein Ausdruck unserer sensationslüsternen Gesellschaft?

Ingrid Kallbach

Wie verhält man sich legal?

17. Juni: ,Wir müssen weiter Leben retten‘. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos über eine mögliche neue Flüchtlingskrise – und die Probleme bei der europäischen Asylreform

Im Interview sagt der EU-Flüchtlingskommissar: „Es geht nicht darum, eine Festung Europa zu schaffen: Aber wer kommen will, soll es auf legalen Wegen tun.“ Was sind denn diese legalen Wege? Und warum haben die 32.400 illegal Eingereisten sie nicht genutzt, wenn es sie gibt? Ist mit „legal“ gemeint, dass Flüchtlinge vor der Einreise ein Visum beantragen sollen? Wenn sie visafrei einreisen dürfen, wie z.B. aus Albanien und südamerikanischen Staaten und dann hier Asyl beantragen, ist es ja offenbar auch nicht richtig und soll unterbunden werden. Wie also verhalten sich Menschen, die nach Europa fliehen wollen „legal“?

Renate Ahrens