Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. Juni 2019

Zuverlässige Schwebebahn

5. Juni: Grüne Idee: Eine Seilbahn von Elmshorn nach Hamburg. Sie soll auf Stelzen parallel zur Autobahn 23 geführt werden – 30 Kilometer lang. Eine Lösung der Verkehrsprobleme?

Eine Seilbahn ergibt erst richtig Sinn, wenn es um die Überwindung großer Höhenunterschiede oder anderer großer Hindernisse geht. Sie würde sich daher hier im Norden z.B. für eine Elbquerung statt parallel zu einer Autobahn bzw. vorhandener Eisenbahn anbieten. Über eine andere Alternative zur S-Bahn bzw. zum milliardenschweren und unglaublich zeitintensiven U-Bahn-Bau wird meines Erachtens überhaupt nicht nachgedacht: Und zwar über den Bau einer Schwebebahn wie in Wuppertal. Die Schwebebahn braucht wenig Platz, ist zuverlässig und pünktlich und ist für die Fahrgäste wesentlich attraktiver, da diese nicht in unterirdischen Röhren transportiert werden würden. Und die Kapazitäten wären auch um ein vielfaches höher als bei einer Seil- bzw. Kabinenbahn. Eine Machbarkeitsstudie wäre sehr wünschenswert.

Walter Spremberg

Es fehlen Freizeitflächen

5. Juni: Protest gegen Bebauung des Rahlstedter Freibads. Bürgerinitiative will Zahl der Wohnungen senken und droht mit Klage

Der Protest der Bürger zur Schließung des Freibades hat auch den Grund, dass es sich auch um Fördergebiete im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) handelt. Für das ehemalige RISE-Gebiet Großlohe und das aktuelle RISE-Gebiet Rahlstedt-Ost hat der Senat in den Problem- und Potenzialanalysen, fehlende und dringend benötigte Sport- und Freizeitflächen festgestellt. Es ist daher für den Bürger nicht nachvollziehbar, dass in der Mitte dieser beiden RISE-Gebiete, auf dieser Sport- und Freizeitfläche, Wohnungen entstehen sollen. Der Senat sollte seine Weisungen an das Bezirksamt dringend überdenken.

Jörn Weiske

Wird die Klage zugelassen?

5. Juni: Mit Paragrafen gegen die Fluten. Können Klagen das Klima retten? Eine Familie aus Pellworm will es versuchen und zieht gegen die Bundesregierung vor Gericht

Respekt vor dem Mut der Pellwormer Familie, auch wenn ihr Vorhaben schier aussichtslos ist. Der anthropogene Klimawandel wird ja nicht nur durch ein einziges Land verursacht, sondern von allen. Den Einfluss des Beklagten Deutschland aus dem der anderen herauszufiltern, dürfte unmöglich sein. Deutschlands Maßnahmen gegen den Klimawandel zum Schutz seiner Bürger können und werden durch klimaschädigende Maßnahmen anderer Staaten konterkariert. Die globale CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist trotz aller bisherigen Klimakonferenzen immer nur gestiegen. Es wäre schon ein Riesenerfolg, wenn die Klage überhaupt zugelassen würde.

Dr. Friedrich Weinhold, Norderstedt

Späte Würdigung der SPD

4. Juni: Ein deutsches Drama. Keine Partei hat dieses Land so zum Guten verändert wie die Sozialdemokraten. Die SPD wird weiter gebraucht. Eine politische Liebeserklärung von Matthias Iken

Danke für die vielleicht etwas späte Würdigung der SPD. Leider schafft es die Partei nicht, ihre guten Taten medienwirksam herauszustellen. Jetzt ist es an der Zeit, die Demokratie in guter Oppositionsarbeit bei einer Minderheitsregierung zu stärken.

Monika Schaefer

Zerrissene Partei

Selten hat mich ein Statement so berührt, wie die politische Liebeserklärung des Herrn Matthias Iken. Wir haben der Sozialdemokratie sehr viel zu verdanken. Leider wird es zurzeit in der Bevölkerung nicht so wahrgenommen. Schuld daran ist die Zerrissenheit der Partei. Die Führung in den letzten Jahren hat daran nichts geändert, sondern erging sich in Klein-Klein, statt dem Volk aufs „Maul“ zu schauen und die wirklich wichtigen Themen, wie den Zusammenhalt in Europa, Umweltschutz, Energiewende, Ausbau der digitalen Medien, Mindestlohn, Altersarmut, Sicherung der Arbeitsplätze usw. in Angriff zu nehmen. Ich hoffe sehr, dass sich die SPD wieder ihrer Verantwortung für die Demokratie und für die Menschen in Deutschland und Europa bewusst wird und entsprechend handelt, statt sich nur mit sich selbst zu beschäftigen.

Gorm Jordan, Halstenbek

Aus dem Herzen gesprochen

Mit seiner „politischen Liebeserklärung“ hat mir Matthias Iken aus dem Herzen gesprochen. Ich sage Danke dafür. Es muss den Leuten gesagt werden, was die SPD in all den Jahren seit ihrer Gründung geleistet hat. Sie kann es anscheinend selbst nicht mehr.

Gudrun Steinfeldt

Die SPD braucht PR-Manager

Ihrer „Liebeserklärung an die SPD“ stimme ich voll und ganz zu. Was der SPD zu fehlen scheint, sind Persönlichkeiten wie Willy Brandt oder Helmut Schmidt. Was ihr aber vor allem fehlt, sind – gerade in heutiger Zeit – gut vernetzte PR-Manager oder Politikberater wie etwa Michael Spreng, wenn er denn SPD-affin wäre. Das ist sträflich vernachlässigt worden so lange die GroKo existiert und das ist eine der Ursachen für den Niedergang der SPD: Sie hat sich – sprich: ihre Leistungen – leider jahrelang „schlecht verkauft“.

Claus Günther

Tempolimit auf Autobahnen

4. Juni: Neue Chance für den Diesel? Umweltsenator Jens Kerstan will Fahrverbote lockern. Unklar bleibt, was das für die Umwelt bedeutet

Zumindest in Hamburg sollen die Dieselfahrverbote ab 2021 gelockert werden. Gut so, denn der Dieselmotor wird ungerechterweise verteufelt. Aber wie sieht es mit den Autobahnen aus? Klimaschutz fängt auch dort an. Solange die Regierenden in Deutschland, egal welcher politischen Couleur, nicht gewillt oder fähig sind, die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen einzuführen, sind sie in meinen Augen unglaubwürdig. Deutschland ist nämlich weltweit das einzige Land, das zu diesem wichtigen Umweltthema solo aus der Reihe tanzt. Es muss Schluss sein mit der Scheinheiligkeit der Regierenden im Hinblick auf ihre selbst definierten Klimaziele. Nur ein fundamentaler Bewusstseinswandel kann diese Blockade auflösen. Diese aktuellen Debatten sind umso dringlicher, weil es um das Wohl der Umwelt, der Gesundheit und der Unversehrtheit aller Bürger geht. Es geht schlicht um die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Europa.

Patrick Pfohl, Hamburg

Service wird immer schlechter

4. Juni: Post erhöht Briefporto – Standardbrief kostet 80 statt bisher 70 Cent

Es ist ein unsägliches Spiel, das jetzt auch bei der Deutschen Post zum Standard gehört: Gewinne werden privatisiert (also Dividende und hohe Vorstandsgehälter gezahlt), Verluste sozialisiert (die Verbraucher zahlen die erhöhten Porti). Dass sich Post-Chef Frank Appel mit dem 190-fachen Jahresgehalt eines durchschnittlichen Postmitarbeiters „schmückt“, ist eine weitere Frechheit. Und der Bund als maßgeblicher Aktionär schaut lächelnd zu. Was steht dieser deutlichen Preissteigerung gegenüber? Längere Brieflaufzeiten, verspätete und unzuverlässige Zustellungen (wofür die Postzusteller am wenigsten verantwortlich sind), Streichung der Sonntagsleerungen, Vorverlegung der Briefleerungszeiten (vor 17 Uhr, das für viele gewerbliche Einlieferer inakzeptabel ist), Ausdünnung der Briefkastenstandorte usw. Italien lässt grüßen. Dass die Post einen Grundversorgungsauftrag hat, der sich nicht mit Gewinnmaximierung verträgt, interessiert bei den Bundestagsabgeordneten natürlich auch keinen. Man ändert mal schnell das Gesetz oder erlässt eine Verordnung, um Ruhe zu haben vor lästigen Nachfragen der Bundesnetzagentur. Danke Deutsche Post und dem Deutschen Bundestag.

Ewald Hauck, Hamburg