Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 01. Juni 2019

Wenn eine Wende eintritt

28. Mai: Merkel muss Weber helfen. EU-Kommissionschef – Querschüsse von Macron

Beständigkeit ist eine lobenswerte Eigenschaft. Wenn jedoch eine Wende eintritt, kann es doch wohl nicht sein, dass Spitzenpolitiker abgewählter Parteien für ein neu zu wählendes Gremium Führungsanspruch erheben.

Horst Lüdecke

Falschfahrer

31. Mai: Lust aufs Rad. Heute zwei ganz besondere E-Bikes im Test

Warum präsentieren Sie diese Falschfahrer so groß auf der Titelseite? Die beiden fahren in die falsche Richtung (links) und haben im Fußgängerbereich auf ihren Rädern nichts zu suchen.

Hans Heeßel

Einseitige Analyse

28. Mai: Wo sich der Kauf einer Immobilie im Umland noch lohnt Exklusive Studie: Pendler sollten sich vor allem in sieben Gemeinden umschauen

Ich empfinde Ihre Analyse zum Hauskauf im Hamburger Umland erneut als einseitig. Die Wahl, ins Umland zu ziehen, sollte nicht aus rein finanziellen Aspekten getroffen werden. Zudem berücksichtigt die Analyse nicht die zahlreichen Pendler innerhalb Hamburgs. Die Fahrt von Bergedorf nach Langenhorn verursacht mehr Schadstoffe und Kosten, als ein Fahrt von Bad Segeberg nach Langenhorn. Und bei gleicher Strecke ist die Fahrzeit auch geringer. Meiner Meinung nach sind es gerade diese Aspekte, die bei der Wahl des Wohnortes entscheidend sind.

Thomas Köpke, Itzstedt

Kurs radikal hinterfragen

28. Mai: Zeitenwende in Hamburg. Auch bei den Bezirksversammlungswahlen liegen die Grünen deutlich vor der SPD

Der Erdrutsch-Sieg der Grünen bei der Bezirkswahl kommt nicht überraschend. Denn wie schon bei der Europa-Wahl besteht die Erfolgsformel darin, dass man die entscheidenden Zukunftsthemen wie die Energie- und Mobilitätswende besetzt, während die SPD und die CDU hier zumindest nach außen hin den Eindruck erwecken, als würden sie eher den Fortschritt blockieren. Zudem dürften für den erheblichen Vertrauensverlust der Sozialdemokraten auch andere lokale Gründe wie etwa die unreflektierte Bauoffensive, die gerade in den ärmeren Quartieren viel Lebensqualität zerstört, oder der nur schleppend aufgearbeitete G20-Gipfel eine Rolle spielen. Deshalb muss sich nicht nur in Berlin, sondern ebenfalls in Hamburg die SPD vor allem neu erfinden, indem sie ihren bisherigen Kurs radikal hinterfragt!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Tod der Einzelhändler

31. Mai: Die besten Preise für 800.000 Produkte. Das Hamburger Unternehmen guenstiger.de gehört zu den drei größten Vergleichsportalen in Deutschland und wächst stetig

Solche Portale sind der Tod der Einzelhändler. Man lässt sich vom Einzelhändler bis ins kleinste beraten und kauft dann bei einem Billighöker aus dem Preissuchportal, dort aber ohne irgendeine Beratung. Der Einzelhändler gibt den Service, hat den Aufwand und wischt sich die Nase.

Peter Thöl, Uetersen

Von dem werden die Kosten bezahlt

28. Mai: Wir müssen klarmachen, wofür die SPD steht. Nach dem Wahldebakel empfiehlt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil seiner Partei, sich an den Grünen zu orientieren

Stephan Weil ist der erste hochrangige Politiker, der sich kritisch mit dem durch die Grünen verursachten Klima-Hype auseinandersetzt. Er fragt nämlich, im Gegensatz zu den allermeisten Politikern, wie und von wem die immensen Kosten der geplanten Energiewende, die wahrscheinlich im Billionenbereich liegen, zu bezahlen sind. Von den Grünen gibt es meines Erachtens darauf keine überzeugenden Antworten und es wird bestimmt etwas mehr werden als die berühmte „Kugel Eis im Monat“ von Jürgen Trittin. Wie die Umstellung von jetzt 80 Prozent fossiler Energien für Strom, Mobilität, Heizung etc. auf CO2-freie Energieerzeugung innerhalb weniger Jahrzehnte gelingen soll, ohne dass die Bürger übermäßig belastet werden, ist mir und bestimmt vielen anderen, die sich ein wenig mit der Problematik beschäftigt haben, ein Rätsel.

Ernst Mutz