Leserbriefe

Briefe an die Redaktion 25. Mai 2019

Kaffeetrinken ist eine Kultur

22. Mai: Der schnelle Kaffee für unterwegs soll nachhaltiger werden. Milliarden Einwegbecher landen jährlich im Müll. Umweltministerin Schulze will das ändern und setzt auf ein Mehrwegsystem

Der Gesetzgeber sollte nicht an die Vernunft dieser Kaffeetrinker appellieren. Diese unsäglichen Kaffeebecher gehören unverzüglich per Gesetz verboten. Auch sollte mal überdacht werden, welchen Nutzen die vielen Coffee Shops eigentlich dem Staat bringen. Außer immensen Müllbergen und Niedriglohnjobs absolut nichts. Diese Unternehmen umgehen mit viel Trickserei unser Steuergesetz und somit fließen null Euro in die Steuerkasse. Nach meiner Meinung gibt es keinerlei Notwendigkeit, seinen Kaffee im Freien beim Spazierengehen oder im Auto einnehmen zu müssen. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass Kaffee ein Genussmittel und Kaffeetrinken eine Kultur ist, die man pflegen sollte. Und die Leute, die sogar mehrere Kaffeebecher in einem Becherhalter mit nach Hause tragen, weil sie zu bequem sind, für ihre Gäste Kaffee zu kochen, haben ebenfalls „die Kontrolle über ihr Leben verloren“.

Sylvia Nitze-Schröder

Der Fisch stinkt vom Kopf her

22. Mai: Die Zukunft des HSV. Abendblatt-Serie, Teil 1: Der HSV stellt sich nach dem verpassten Aufstieg neu auf

Als Nachkomme eines langjährigen Erstligaspielers des HSV graust mir vor der Zukunft des Vereins. Ein Sportvorstand, der keinerlei Erstligaerfahrung in dieser Funktion hat, verpflichtet reihenweise Zweitligaspieler für die nächste Saison. Aber potenzielle Neuzugänge sollen ja nun auch in England und Frankreich gescoutet werden. Mit Zweitligaspielern ist man aber eben auch zweitklassig und läuft große Gefahr, es auch zu bleiben. Wo bitte sind die gestandenen Profis, mit denen der Fan sich in Zukunft identifizieren soll? Und wenn Herr Becker sagt, dass es in Hamburg nicht vermittelbar sei, dass der HSV Fünfter werden soll, ignoriert er die Realität. Aus der ersten Bundesliga kommen zwei oder drei Absteiger, die allesamt auch sofort wieder aufsteigen wollen. Dazu Heidenheim, Kiel und St. Pauli, dessen Trainer sich ja hingestellt hat mit der Aussage, dass er für den Aufstieg gekommen ist. Ehrlichkeit währt bekanntlich am längsten. Oder sollte man sagen: Der Fisch stinkt vom Kopf her!

Bernd Glodek, Hamburg-Schnelsen

Haltung der Verursacher

22. Mai:Stadtreinigung holt Schrotträder von den Straßen

Und wieder einmal jährt sich die alljährliche Aufräumaktion von Schrotträdern durch die Hamburger Stadtreinigung, die zuvor vom zuständigen Bezirksamt gekennzeichnet wurden. Ich selbst habe eine solche Begehung initiiert und begleitet und dabei allein im eigenen Wohnumfeld mehr als ein Dutzend Schrotträder identifiziert. Was mich ärgert, ist die Haltung der Verursacher, die die Beseitigung des Problems bewusst der Allgemeinheit, heißt: dem Steuerzahler, anlasten. Und das Problem wird nicht weniger, sondern wächst von Jahr zu Jahr. Um das Bewusstsein für Eigenverantwortung zu fördern, wäre es sicherlich hilfreich, wenn sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zu diesem Problem einmal zu Wort melden würde. Sein Einfluss bei den Rechten der Fahrradfahrer ist immens. Warum nicht auch bei den Pflichten?

Günter Dorigoni, Hamburg

Zeitreise in die 80er-Jahre

23. Mai: 40 Prozent mehr Briefwähler 293.000 Hamburger wollen ihre Stimmen vorzeitig abgeben. Wer dies jetzt noch beantragen will, muss sich beeilen

Jedes Mal, wenn ich den Brief mit den Wahlunterlagen erhalte, fühle ich mich auf einer Zeitreise in die 80er-Jahre zurück versetzt. Ist es denn im Jahr 2019 in einem angeblich hoch entwickelten Land wie Deutschland immer noch nicht möglich, seine Stimme online abzugeben? Wenn die Politiker es ernst damit meinen würden, mehr jüngere Wähler zur Wahl zu bewegen, sollte diese Option nun schnellstmöglich als Alternative zur Briefwahl angeboten werden.

Ralf Lehmann

Schnapsidee der Grünen

24. Mai: Sierichstraße: Grüne in der Sackgasse SPD, CDU, FDP und ADAC sind gegen die Idee, Wechselverkehr abzuschaffen – nur ADFC sieht es positiv

Da haben die Grünen ja wieder einmal eine ihrer schon berühmten typischen Schnapsideen gehabt: Den seit ewigen Zeiten bewährten Wechselverkehr auf der Sierichstraße zu Gunsten der Radfahrer abschaffen zu wollen ist ein Unding und wird nur zu gigantischen Staus im Umfeld und damit erhöhter Luftverschmutzung führen, was doch nicht im Sinne der Grünen sein kann. Außerdem fallen bei der Realisierung zahlreiche Parkplätze für die Anwohner weg und es müssen zahlreiche Bäume gefällt werden was die Grünen doch eigentlich ablehnen müssten. Also schnell wieder dahin mit dieser Idee wo sie hingehört: in den Papierkorb.

Helmut Jung, Hamburg

Ungeeignet für Normalverkehr

Die Herbert-Weichmann-Straße ist schon jetzt viel zu schmal für Pkw und Radfahrer und völlig ungeeignet für den gewünschten Normalverkehr. Ich befahre die Straße täglich morgens und abends seit über 30 Jahren. Radfahrer hätten ohne die Wechselverkehrsregelung überhaupt keinen Raum mehr zur Verfügung.

J. Schlatermund, Hamburg