Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 22. Mai 2019

Nur ein Missgeschick

21. Mai: Hamburger Eltern vergessen ihr neugeborenes Baby im Taxi. Erst am Flughafen fällt einem Fahrgast das kleine Mädchen auf ...

Diesen reißerisch aufgemachten Artikel auf der Titelseite zu präsentieren, hätten Sie sich wirklich besser erspart. Meiner Meinung nach handelt es sich um ein ganz unglückliches Geschehen, für das niemand anzuklagen ist! Nicht die sicher sowieso schon traumatisierten Eltern. Und nicht einmal der vermutlich müde und hungrige Taxifahrer.

Kerstin Kiel (nach 25 Jahren Kindertagespflege von jeweils 3-4 Kindern zwischen 0 und 3,5 Jahren)

Ende gut, alles gut

Sowas kann mal passieren. Gerade nach einer Entbindung. Ich persönlich denke, dass die Eltern mit dem Schrecken davon gekommen sind und nun ihr Baby erst recht nicht mehr aus den Augen lassen. Und der Taxifahrer wird seinen Job sicher auch wieder etwas gewissenhafter ausführen und sich darum kümmern, dass seine Kunden nichts vergessen werden. Ende gut, alles gut.

Janine Blaas über Facebook

Zum Glück keine Verletzten

21. Mai: Es ist schon wieder passiert. Erneut kracht eine Seniorin mit ihrem Auto in ein Geschäft – an der Waitzstraße gab es bereits 20 solcher Vorfälle

Ich bin fassungslos: Die Waitzstraße wurde aufwendig saniert, damit genau das nicht mehr passieren kann! Wozu die neuen Poller, wenn ein Mercedes sie einfach rausreißen kann? Gott sei Dank ist niemand verletzt worden, kein Passant, kein Kunde, kein Verkäufer… Ich möchte sehr bitten, dass die Fahrerin ihren Führerschein abgeben darf.

Penny Kallmorgen

Hilfloser Westen?

21. Mai: Sorge vor weiterer Eskalation im Iran-Konflikt. US-Präsident Donald Trump droht dem Regime in Teheran mit Vernichtung

Die Sorge mag berechtigt sein, dennoch ist es wenig zielführend zu glauben, der Iran würde handzahm einlenken, wenn die USA ihm nur windelweich genug begegnen würde. Das aggressive Mullah-Regime in Teheran ist umfänglich verantwortlich für das, was unabwendbare Konsequenz wäre, würde man dort allen Verbotslinien trotzen und skrupellos die unkalkulierbare Uranproduktion anfahren. Bleibt dem Westen dabei nun tatsächlich nur die hilflose Rolle vorbehalten, vor lauter Angst aus der Ferne – seltsam gelähmt – mit den Knien zu schlottern, anstatt unverzüglich handverlesene Emissäre in die islamische Republik zu schicken, um fünf vor zwölf mittels eindringlicher Diplomatie mit dem Gongschlag den Weltfrieden zu retten?

Thomas Prohn

Ein berührender Film

20. Mai: Grundgesetz als Film auf abendblatt.de. 20 Hamburger Persönlichkeiten tragen die wichtigsten Passagen der Verfassung vor

Herzlichen Dank für den wunderbaren Film über unser Grundgesetz. Er hat mich sehr berührt. Wie dankbar können wir sein und uns glücklich schätzen, dass wir heute in diesem freien Land leben dürfen.

Anne-Christin Schembecker

Zum Lachen oder Weinen?

18./19. Mai: Stones-Affäre: Verlangte Bezirk auch Freikarten für Sporthallen-Konzerte?

Oh Mick, was hast du da angerichtet! Der Senat der Weltstadt Hamburg steht am Pranger, wegen ein paar korrekt bezahlter Konzertkarten, die im Vorteilskelch an einigen neidischen Amtsstubenbewohnern vorbeigereicht wurden. Vollbeschäftigung also jetzt in der Bürgerschaft und Justiz zur Bewältigung dieser staatsgefährdenden Affäre. Sie haben keine Zeit mehr für die Erledigung und Lösung dringlicher infrastruktureller und krimineller Probleme. Trotzdem, Mick, komm doch noch einmal vorbei mit deiner Kapelle! Soll ich weinen oder lachen? Besser lachen – das ist gesünder.

Ernst Hübner, Regesbostel

Hauptsache, die Leute wählen

21. Mai: Kritik an steigenden Briefwähler-Zahlen

Die Aussagen von Bundeswahlleiter Georg Thiel sind befremdlich. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, was an der Tatsache, dass die Leute per Briefwahl wählen, kritikwürdig sein sollte. Hauptsache ist, dass die Leute wählen. Wie sie es tun, ist zweitrangig. Das Erschweren der Briefwahl wäre absolut kontraproduktiv. Hierdurch würde die Wahlbeteiligung sinken und das kann niemand ernsthaft wollen.

Joachim Willers, Ellerau

Es fehlt ein wenig Selbstkritik

20. Mai: Staatskrise nach Ibiza-Affäre. Im September wird es in Österreich Neuwahlen geben

Bravo! Die freie Presse hat die dunklen Absichten und das dubiose Demokratieverständnis eines Politikers und seiner Partei entlarvt. Recht so! Rücktritt! Verdient hat er’s. Bei aller veröffentlichten Empörung über die Äußerungen von Strache vermisse ich allerdings ein wenig journalistische Selbstkritik, zumindest Nachdenklichkeit. Es geht hier ja nicht um eine Folge von „Versteckte Kamera“ mit einem lustigen Moderator, sondern um den gezielten und erfolgreichen Versuch, einen missliebigen Politiker bloßzustellen. Heiligt der Zweck die Mittel? Geheime Ton- und Bildaufnahmen eines privaten, vertraulichen Gesprächs zu fertigen, ist strafbar, vermutlich auch in Österreich und auf Ibiza. Müssen künftig auch andere Politiker damit rechnen, dass ihre vertraulichen Gespräche mit Geheimdienstmethoden bespitzelt werden und – sofern sie kompromittierende Äußerungen enthalten – an die Öffentlichkeit dringen? Der offenen politischen Auseinandersetzung dient das sicher nicht.

Thomas Walther, Hamburg

Verfall der politischen Kultur

Natürlich ist das Verhalten des ehemaligen österreichischen Vizekanzlers ein Desaster, das mit medialer Wucht unisono in allen Medien ausgeschlachtet wird und dabei aber ebenso auch als Steilvorlage gegen die sogenannten Rechtspopulisten dient. Was ist aber mit dem Tatbestand, dass Strache bewusst in eine Falle gelockt wurde und durch Alkohol, gut aussehender Frau sowie netter mediterraner Umgebung manipuliert wurde? Wer wollte denn demokratische Wahlen manipulieren, indem er diese Falle aufbaute und dann kurz vor der Europawahl dieses zwei Jahre alte Video ins Netz stellt? Für mich eine Manipulation von unsagbaren politischen Kräften, die ganz sicher nicht aus dem Umfeld der Rechtspopulisten stammt. Strache wollte Wahlmanipulation betreiben, diese politischen Gegenspieler haben es getan! Ebenso unerträglich, dass dieses Video jetzt dazu instrumentalisiert wird, die gesamte neue konservative Bewegung in Europa, die egal wie, wieder mehr Wähler an die Wahlurne treibt, zu diskreditieren. Ein erschreckender Verfall politischer Kultur auf vielen Ebenen.

Michael Wiedemann, Norderstedt

Keine Einzelfälle

18./19. Mai: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will Debatte über Kopftuch

Es sind schon lange keine Einzelfälle mehr, dass auch im öffentlichen Raum, minderjährige Mädchen fast vollverkleidet wahrnehmbar sind. Ich empfehle Stadtteile wie Hamm und St. Georg zu besuchen. Um genau diese Heranwachsenden zu schützen, sollten sie dahingehend unterstützt werden, dass sie überhaupt die Chance zur Selbstbestimmung erhalten. Insofern ist es doch nur zu begrüßen, dass in Österreich mit einem Kopftuchverbot, genau für diese Altersgruppe in der Grundschule eine Vorgabe gemacht wird, die den Eltern Konsequenzen auferlegt. Allein die Ausübung und Weitergabe des Drucks durch die Eltern, lässt durchaus auf eine Verweigerungshaltung in Integrationsfragen schließen, von verantwortlichem Handeln den Mädchen gegenüber ganz zu schweigen.

Andreas Scholz, Hamburg