Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 18. Mai 2019

Einzigartigkeit erhalten

16. Mai: Kostet dieser Poller bald 80 Arbeitsplätze? Um einen Gewerbehof in Ottensen ist ein Streit ausgebrochen. Es geht um eine versperrte Zufahrt, Mobbingvorwürfe, Gutachten – und die Zukunft des gesamten Kleinods

Wo vorher Wiesen und Äcker waren, entstand vor 170 Jahren, mit der ersten Phase der Industrialisierung, ein Viertel in dem Wohnen und Produktion in enger Nachbarschaft liegt. Die meisten Wohnhäuser im Hohenesch stammen aus den Jahren zwischen 1850 und 1890. Ab ca. 1880 kamen viele Fischfabriken in dieses Quartier. So auch der heutige Gewerbehof Hagen, gegründet 1902 als „Johannes Lehrmann – Fischräucherei und - konservenfabrik“. Drei Schornsteine zeugen noch davon. Bis in die 50er-Jahre nannten die Anwohner die Straße „Bückelallee“ oder „Klein-Heringsdorf“. Produzierendes Gewerbe und Wohnen dicht an dicht, in historischen Gebäuden, das es in dieser Fülle in Hamburg nur noch hier gibt, machen die besondere „Ottenser-Mischung“ aus. Wer will, dass Städte und Stadtteile in ihrer Einzigartigkeit erhalten bleiben, sollte alles unternehmen, dass Produktion an solchen Orten möglich bleibt. Das typische an Ottensen geht verloren wenn, wie in den meisten „angesagten“ Vierteln weltweit inzwischen, Gewerbe nur noch aus Gaststätten und Beherbergung besteht.

Stefan Kressin, Ottensen

Günstiger ÖPNV

14. Mai: CDU fordert ,echte grüne Welle‘. Alle Ampeln müssten auf ,Countdown’ umgerüstet werden. Senat sieht Stadt bereits gut ausgestattet

Pkws müssen raus aus den Großstädten. Ich meine damit die Notwendigkeit für einen Großteil der Fahrzeuge. Also, ein günstiges und zuverlässiges ÖPNV. Mehr Homeoffice und wohnortnahe Arbeitsplätze, wo das möglich ist. Das kostet allerdings alles Geld. Autobahnbau aber auch.

Dieter Gramm über Facebook

Stechuhr nicht erforderlich

15. Mai: Stechuhr für alle Arbeitnehmer? Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen EU-Staaten Arbeitgeber verpflichten, Arbeitszeiten systematisch zu dokumentieren

Eine Stechuhr ist nicht erforderlich. Es geht nur darum, dass alle Zeiten erfasst werden müssen, dies kann auch durch die manuelle Eintragung in einem Zeiterfassungstool erfolgen.

Matthias Noch über Facebook

Ohne Kontrolle wohl gefühlt

Stechuhren für alle. Ich habe mich bisher ohne diese Kontrolle wohl gefühlt und wenn es mal länger ging, ist man eben an einem anderen Tag etwas eher gegangen. Hat bisher gut funktioniert.

Susanne Juarez Bacilio über Facebook

Neues Bürokratiemonster

Und wieder soll ein neues Bürokratiemonster eingeführt werden, was insbesondere wieder Klein- und Mittelständische Betriebe treffen wird, die jetzt schon unter der Regulierungswut hierzulande leiden. Neben den Entscheidungen aus Brüssel sind auch die Urteile des Europäische Gerichtshofes ein Grund für die laufend zunehmende Europaskepsis der Bürger, zumal diese Urteile immer wieder von der deutschen Rechtsprechung abweichen. Aber Hauptsache Gleichmacherei um jeden Preis. Klar ist auch, dass natürlich von Gewerkschaftsseite Lob für diesen Unsinn kommt. Das zeigt einmal mehr, dass keiner dieser linkslastigen Träumer jemals im Leben einen richtigen Job mit wirtschaftlicher Verantwortung hatte, geschweige denn unternehmerisches Risiko eingegangen war, ansonsten kann man nicht so realitätsfern sein.

Klaus D. Köncke

Vom HSV emotional getrennt

16. Mai: Leitartikel: Lachnummer HSV

Der HSV als Lachnummer? Ja, schon – allerdings ist es ein bitteres Lachen! Was sich in den letzten Jahren – Jahrzehnten – rund um den „Profi“-Fußball beim HSV abgespielt hat, ist an Slapstick und Stand-Up-Comedy nicht mehr zu toppen. Es ist vollkommen gleichgültig, ob man damit die Spieler, die diversen Trainer oder das sogenannte Management meint. Wenn man sich als HSV-Fan outet, erntet man wahlweise Heiterkeit oder Mitleid. Ich habe mich vor einigen Jahren – nach mehr als 50 Jahren als Anhänger – vollkommen desillusioniert vom HSV emotional getrennt. Ich habe seitdem kein Spiel (auch nicht in Ausschnitten) des HSV gesehen. Den derzeitigen Tiefpunkt stellt jetzt das unwürdige Geschehen um den aktuellen Trainer (mal wieder) dar. Dazu kommen dann noch Top-Zuschläge für ein Spiel gegen den MSV Duisburg. Ändern wird sich erst etwas, wenn sich, wie in den 70er-Jahren, 7000 bis 8000 Zuschauer im Stadion verlieren, sich nur noch fünf bis sechs Nörgel-Rentner (ich bin selber einer) beim Training zeigen und die Medien nicht täglich sondern nur noch einmal in der Woche (Spielbericht) über dieses Trauerspiel berichten. Dann prallen diese Herrschaften womöglich wieder auf dem Boden der Realitäten auf.

Dieter Lehmitz

Noch viele Fragen offen

16. Mai: Neuer Service von Asklepios: Ärzte beraten Patienten im Internet. Künftig soll es auch abends oder am Wochenende Sprechstunden per Video geben. Zahlen muss jeder privat

Kostenpflichtige Beratungen durch Ärzte im Internet gehen damit einher, dass es zwischen den Beteiligten zum Abschluss eines Behandlungsvertrages (§ 630a BGB) kommt. Dies hat zum einen zur Folge, dass die Beratung durch einen Facharzt erfolgen muss. Zum anderen haftet der Arzt für die medizinische Richtigkeit seiner Beratung. Führt also eine falsche Beratung zu einer Gesundheitsschädigung, was der Patient beweisen müsste, dann stünden dem Patienten Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen den Arzt und/oder die jeweilige Betreiberfirma zu. Wie stehen die Verantwortlichen des Asklepios-Konzerns zu diesen Fragen? Und wie werden die Gespräche dokumentiert? Erhält der Patient automatisch eine entsprechende Dokumentation oder muss er danach fragen? Man kann nur hoffen, dass bei Einführung des Projekts die Interessen der Patienten/Verbraucher ausreichend Berücksichtigung finden. Im Übrigen ist das Vorhaben Ausdruck des jahrzehntelangen systematischen Ärztemangels. Nach wie vor leistet sich unser Land einen absurden Numerus clausus und bekämpft den Ärztemangel mit dem Import von Ärzten aus anderen Ländern – aus Ländern, in denen Ärzte ebenfalls Mangelware sind. Wo bleibt dabei das globale Denken und die globale Verantwortung. Richtig: auf der Strecke. Wie so oft und in vielen anderen Lebensbereichen auch.

Rechtsanwalt Matthias Teichner

Welche Generation ist gemeint?

16. Mai: Merkels Appell: Nicht zu viele Sparkassen-Filialen schließen/Apps auf Rezept

Am 26. Deutschen Sparkassentag appellierte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor über 2000 Gästen nicht zu viele Filialen zu schließen. „Neben dem Online-Banking, darf der persönliche Dialog mit dem Kunden vor Ort nicht fehlen“, empfahl die Kanzlerin. Parallel verkündete der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Berlin die gesetzliche Digitalisierung einer medizinischen Applet (App) zwischen Arzt und Patient für Smartphonenutzer zu realisieren. Welche Generation wird hiermit angesprochen? Eine Vielzahl der Patienten wird sich damit nicht identifizieren können, weil Internet und Smartphone für persönliche Daten keinen ausreichenden Schutz bilden. Somit wird sich ein entsprechender großer Personenkreis, aus unterschiedlichen Gründen, dagegen wenden.

Rita Humpke, Hamburg

Nicht kleckern ...

16. Mai: 100-Millionen-Projekt im Herzen Hamburgs

Nicht kleckern, sondern klotzen! Ein Altbau am Alten Fischmarkt 3 hat den Krieg überdauert? Egal, wer möchte schon kleinteilige Lösungen, heutzutage.

Lars Bollerson