Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 8. Mai 2019

Sicherheit für Autofahrer

7. Mai: Autobahn 7: Nur noch Tempo 120 von Hamburg bis kurz vor Kiel

120 km/h durchgängig für die neue dreispurige Autobahn wäre nicht nur Klimaschonend, sondern auch für die Autofahrer sicherer. Wer heute die Strecke schon regelmäßig nutzt, der merkt, dass 120 km/h eher die Ausnahme ist. Mit 120 nutzt man alleine die rechte Spur. Mitte wird mit geschätzten 140 und ganz links mit 160 befahren. Alles trotz Geschwindigkeitsbeschränkung. Was kommt, wenn die nun aufgehoben wird, ist doch ganz klar. Ich bin für 120. Gerne auch mit Kontrollen zwischen Quickborn und Neumünster. Und bitte zusätzlich noch Kontrollen für die „ich fahre mit 100 bis Bordesholm mittig“.

Kim Bödecker

Ein heißes Eisen

7. Mai: SPD sinkt nach Kühnert-Debatte auf 15 Prozent

Es müssen halt immer Schuldige gesucht werden. Allerdings darf man als Politiker auch kaum noch seine Meinung sagen, da irgendwer sich immer auf den Schlips getreten fühlt. Da wundert sich der Wähler, warum viel geredet, aber nichts gesagt wird. Die Enteignungsdebatte ist allerdings auch ein ganz heißes Eisen. Dabei ist der Grundgedanke, die Mieten nicht ins Unendliche steigen zu lassen, kein falscher. Die schwarz-rote Mietpreisbremse von 2015 war hier ein erster Ansatz. Solange Länder und Kommunen allerdings Bauland an Investoren verscherbeln, wird sich an der Schraube nach oben nichts ändern. Altersarmut wird die Folge sein. Aber auch das unterschätzen die meisten.

Britta Gohl über Facebook

Neue Denkmuster entwickeln

7. Mai: Das große Sterben. Der bisher umfangreichste Bericht zur biologischen Vielfalt ist veröffentlicht – mit erschreckendem Befund

Das immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben und damit das Ökosystem Erde immer empfindlicher wird, ist leider keine neue Erkenntnis, aber so lange Menschen die Politik und Wirtschaft bestimmen, die in den alten Denkmustern vom stetigen Wachstum und eigenem Wohlstand feststecken, wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Unsere Art der Wirtschaft und der Landwirtschaft beeinflusst nicht nur unsere Natur, die immer weiter verarmt und die uns vor immer neuen und größeren Herausforderungen stellt, sondern auch die Natur in anderen Staaten, denn Soja und Palmen fordern in anderen Staaten die Urwaldflächen. Nachhaltigkeit, ökologische Landwirtschaft, Schutz der Artenvielfalt werden seit Jahren von Politikern gefordert und in den Vordergrund gestellt, aber sobald die Wirtschaft mitredet, auch die Landwirtschaft, werden all diese Ziele vergessen und nur noch der Profit und das Wachstum betrachtet. Politiker wie Wirtschafts- und Landwirtschaftsvertreter blicken hier zu kurz. Sie selbst mögen von den Auswirkungen nicht betroffen sein, aber für die kommenden Generationen könnte es schlechter werden in einer verarmten und monokultivierten Welt. Mutige und selbstständig denkende Menschen sind gefordert in Politik und Wirtschaft, um tatsächlich neue Denkmuster und Wege, vor allem um Zukunft zu gestalten.

Rüdiger Ramm

Prämie statt Bußgeld

6. Mai: So sollen die Masern besiegt werden. 2500 Euro Geldstrafe: Gesundheitsminister Jens Spahn stellt Gesetz zur Impfpflicht vor. Nur vier EU-Staaten erfüllen Quote

Im Rahmen der gesundheitlichen Fürsorge sind die Maßnahmen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) grundsätzlich richtig. Interessant wäre für alle, wenn Herr Spahn sagen würde: „Auch ich wurde nach 1980 gegen Masern geimpft.“ Das könnte eine Vorbildfunktion auslösen und die letzten Kritiker überzeugen. Viele Eltern hatten vor 1980 keine Impfung gegen Masern erhalten. Es gab seinerzeit Hausärzte, die Kinderkrankheiten wie Masern oder Windpocken befürworteten, um die eigenen Abwehrkräfte so wie das Immunsystem zu stärken. Heutzutage ist der medizinische Fortschritt der Impfungen weitaus größer geworden. Abschreckend ist allerdings die Ankündigung einer Bußgeldzahlung von 2500 Euro für Uneinsichtige. Eine Gesundheitsprämie wäre vielleicht ein besserer Anreiz impfmüde Patienten zu überzeugen.

Rita Humpke, Hamburg

Bei Einreise Impfpass zeigen

Leider vergessen Sie in Ihrer Berichterstattung zu erwähnen, dass es zurzeit keine einzelne Impfung gegen Masern gibt. Es werden nur Kombiprodukte verwendet, die drei bis sieben Impfstoffe beinhalten. Außerdem wäre es doch auch interessant, welche Substanzen in welcher Menge diese Seren beinhalten. Die nächste Frage ist, ob Flüchtlinge bzw. Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden, wenn sie nicht nachweisen können, dass sie einen ausreichenden Impfschutz haben. Und müssen Touristen zukünftig bei der Einreise neben ihrem Pass auch den Impfpass vorweisen? Sie könnten ja die Masern wieder einschleppen.

Michael Lother

Mehr regenerative Energien

6. Mai: Warum die Wind-Branche in der Krise steckt. Der deutsche Markt bricht ein – und die Turbinenhersteller reagieren mit Stellenabbau in Hamburg

Wenn in Deutschland der Windmarkt halbiert wird und der Markt auf ein drittel zusammenschrumpft, dann ist es reine Mathematik, dass auch weniger Menschen in dieser Branche arbeiten, leider auch in Hamburg. Vielleicht muss erst jeden Freitag die nächste Generation den Politikern und uns allen zeigen, was heute und morgen wichtig ist: Mehr und nicht weniger regenerative Energien.

Norbert Giese, Hamburg

Verdreckter Trinkbrunnen

6. Mai: Wie gut kennen Sie Hamburg? Das neue Quizformat im Hamburger Abendblatt

Danke für das Foto. Alle haben es gewusst, dass dieses Denkmal sich im schönsten Innenhof der Stadt befindet – im Hamburger Rathaus. Was aber das Foto auch noch überdeutlich zeigt, ist der traurige Zustand dieses Brunnens. Das Wasser ist längst raus und der junge Mann präsentiert sich in einem heruntergekommen, völlig verdreckten Zustand. Sicher wollte Ihr Fotograf nicht nur das Rätsel bedienen, sondern auch auf diese traurige Wirkung hinweisen, den dieser Brunnen auf die Hamburger und seine Besucher ausübt. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass dieser Brunnen drei Jahre nach der verheerenden Choleraepidemie mit 6000 Toten als Mahnmal für künftige Sauberkeit in der Hansestadt der Göttin Hygieia gewidmet wurde – als Trinkbrunnen. Mal ganz ehrlich, ich würde aus diesem Brunnen wegen des enormen Gesundheitsrisikos keinen Schluck nehmen. Wieder einmal lohnt der mahnende Hinweis, wie andere Städte mit ihrem kulturellen Erbe umgehen. Die Trinkbrunnen Roms zum Beispiel, oder auch die mehr als 700 wunderschönen Trinkbrunnen Wiens. Alle in einem hervorragenden Zustand. Hamburg, was ist los mit dir? Wieso lässt du dich so gehen?

Erhard Benischek

Essen ohne Musikbeschallung

6. Mai: Leserbrief: Gespräche sind nicht möglich und 4./5. Mai: Wie Hamburg gastronomisch aufrüstet. Das Speisen-Angebot wird immer bunter

Der Leserbrief „Gespräche sind nicht möglich“ spricht mir voll und ganz aus dem Herzen. Ich habe gerade erst in Ellerbek in einem hochpreisigen, netten Lokal gespeist, bin aber mit Ohrensausen wieder herausgekommen. Wir sind schon lange auf der Suche nach einem Lokal, in dem es leise zugeht und nicht mit Musikbeschallung auch noch versucht wird, die sonstigen Geräuschen zu übertönen. Wo finde ich ein Lokal, in dem es leise zugeht, ohne dass man die Gespräche der Nachbartische mitbekommt und wo keine oder nur leise musikalische Untermalung stattfindet. Mal ein Tipp an die Architekten und Inneneinrichter: Befassen Sie sich doch mal mit der Akustik.

Curt Dabbert, Hamburg