Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. Mai 2019

Hohe Abbruchquoten an Uni

6. Mai: Petition: Schüler protestieren gegen zu schweres Mathe-Abi. Personalbedarf in den Krankenhäusern steigt dramatisch

In den 80ern schafften 20 Prozent das Abi, weil es real bewertet war. Dann wurde erklärt, alle müssten studieren. Leistungsgrenzen sanken, niemand wollte mehr einen handwerklichen Beruf. Nun hat fast jeder ein Abi. Der Rest, so wie hier, protestiert oder klagt dagegen, wenn es nicht klappt. Die nächste Stufe, die Uni, offenbart dann fürchterliche Abbruchquoten. Wir belügen uns doch alle nur selbst. Wer heute den Vergleich weltweit beobachtet, sieht uns auf dem sinkenden Ast. Keine Änderung in Sicht.

Torsten Neumaier über Facebook

Hamburger sind benachteiligt

4./5. Mai: Hamburgs Kliniken suchen 4000 neue Ärzte bis 2030 – und noch mehr Pfleger

Zur Reduzierung des Ärztemangels wäre es notwendig, wie alle anderen Bundesländer, Landeskindern bei der Zulassung zum Medizinstudium in Hamburg eine Bevorzugung einzuräumen. Warum diese freiwillige Benachteiligung der Hamburger Abiturienten? Zurzeit studieren fast 150.000 Deutsche Medizin im EU-Ausland. Unter ihnen Hamburger und Hamburgerinnen und etliche, die die Gebühren hierfür vorab durch eigene Arbeit ansparen mussten. Alle diese angehenden Ärzte sind hoch motiviert, sozial kompetent, haben ihren Lernwillen und Lernfähigkeit durch „Physikum in time“ bewiesen und sind durch Ausbildung in „classes“ (bis zehn Studenten pro Professor) mindestens adäquat ausgebildet. Mit einer speziellen Studienplatzquote für rückkehrwillige Medizinstudenten, bzw. durch zusätzliche Ausbildungsplätze für die klinischen Semestern nach dem Physikum (Ausbildung hauptsächlich im Krankenhaus) an den bislang nicht akademischen Lehrkrankenhäusern wären 4.000 zusätzliche Ärzte und Ärztinnen für Hamburg in zehn Jahren leicht zu erreichen. Derzeit legen diese Studenten aus Frustration, das im Ausland innerhalb des Studiums mögliche amerikanische Examen ab, um Deutschland, das sie ja nicht haben will, den Rücken zu kehren.

Dr. Horst-D. Heinenberg

Was fehlt, ist Wertschätzung

Wertschätzender, menschlicher Umgang mit den „menschlichen Ressourcen“ im pflegerischen und ärztlichen Bereich, verbunden mit ernst gemeinten, überlebbaren Arbeitszeitmodellen im Alter, wird als weitere unterstützende Maßnahme gegen den Mangel bedauerlicherweise wohl vergessen.

Jürgen Nickel, Hamburg

Alle mit einem Maß messen

3./4. Mai: Darf ein Juso-Chef nicht mehr links sein?Auch wenn Kevin Kühnerts Flirt mit dem Sozialismus Unsinn ist – Volksparteien leben von Debatten

Bei aller Zustimmung für Herrn Iken, dass eine Demokratie durchaus auch die sozialistischen Enteignungspläne eines Juso-Chefs akzeptieren muss: Das selbe Maß müsste dann aber bitte auch für Ausreißer auf der anderen Seite gelten. Stattdessen wird bei der AfD jede verbale Entgleisung eines noch so unbedeutenden und AfD-Hinterbänklers dargestellt, als wären solche Einzelstimmen repräsentativ für die gesamte AfD-Partei mit ihren 35.000 Mitgliedern. Wie massiv eingeengt der politische Diskurs bereits ist, zeigen die besonders absurden Rassismus-Vorwürfe gegen den grünen OB von Tübingen, Boris Palmer.

Christoph Becker, Hamburg

Will Kühnert Zwietracht säen?

Generell freut es mich immer wieder, wenn Matthias Iken mit seiner ganz persönlichen journalistischen Sachlichkeit überbordenden Shitstorm ein wenig einzufangen versucht. Der Stab über Meinungen, die einem nicht gefallen, wird schnell gebrochen. Ob aber dem Juso-Vorsitzenden in diesem Fall die Erklärung, „Volksparteien leben von Debatten“ zugute gehalten werden soll, wage ich zu bezweifeln. Mir scheint es, dass nach der massiven Weigerung des Herrn Kühnerts, der GroKo zuzustimmen, es gerade zupass kommt, Zwietracht zu säen und die SPD aus der ungeliebten Koalition zu katapultieren.

Eggert Oldenburg, Hollenstedt

Der HSV wird es schaffen

6. Mai: HSV braucht Kopfcoach. Die Chefs stellen sich hinter Trainer Wolf, versäumten es aber, ihm Hilfe zur Seite zu stellen

Warum hinkt gerade der HSV der Entwicklung hinterher? Lange ist bekannt, dass viele Dinge im Kopf entschieden werden. Ein noch junger Trainer wie hier darf nicht „im Regen stehengelassen“ werden. Auch andere Vereine haben Krisen gemeistert. Auch der HSV wird das schaffen. Irgendwann. Aber bitte nicht zu lange warten. Wir echten Fans glauben an den Verein. Ligaunabhängig. Aber auch wir würden uns gerne mal wieder freuen dürfen.

Detlef Riedel, Hamburg-Ohlsdorf

Die Angst vor dem Verlieren

Schöner Artikel. Ich glaube, genau das ist es, was dem HSV seit Jahren fehlt. Warum verlieren sie immer wieder in entscheidenden Spielen? Liegt es an dem Kader? Am Gegner? Wohl kaum. Am Trainer? Nein! An der Unterstützung durch Fans? Nein! Ich glaube, der Verein spielt gegen den eigenen Kopf. Es gibt Vereine wie Bayern, die haben einfach eine Gewinnermentalität, während der HSV immer die Angst vorm Verlieren im Kopf hat. Da ist immer diese Negativität, die sofort einsetzt, sobald mal was nicht gleich funktioniert. Vielleicht sollte da wirklich mal angesetzt werden...

Sven Ole Sarnoch über Facebook

Eigene Spur für Fußgänger

4./5. Mai: Was die Politik für Fußgänger tun will. Nach den Radfahrern sind sie nun in den Fokus von Grünen, CDU und Verkehrsbehörde geraten

Der Anteil der Fußgänger am Verkehr ist ungleich höher als der Anteil der Radfahrer. Warum also nicht mal eine weitere Abgrenzung auf die Verkehrswege malen, wo nur Fußgänger gehen dürfen. Elektroroller müssen natürlich auch eine Extraspur bekommen, damit keine Fußgänger gefährdet werden. Am besten natürlich mit Abgrenzung durch Poller, Kantsteine oder Schutzwände. Da vorhandene Fußwege meistens schon verdammt eng sind, bleibt nur, die zusätzlichen Spuren auf die Straße zu verlegen. Dann würden höchstwahrscheinlich viele Autos nicht mehr dort fahren können, was ja erwünscht ist. Obwohl, in den Autos sitzen ja Menschen, die irgendwo hin wollen. Vielleicht sogar in die Stadt, zum Einkaufen, Bummeln oder zu kulturellen Veranstaltungen. Aber die paar, die drauf angewiesen sind, Ältere, Behinderte oder Leute, die weiter draußen wohnen oder auch zu später oder früher Stunde unterwegs sind, die sind ja eine Minderheit und nicht so wichtig.

Bernd Nasner

Gespräche sind nicht möglich

4./5. Mai: Wie Hamburg gastronomisch aufrüstet. Das Speisen-Angebot wird immer bunter

Wir sind oft zum Essen in verschiedene Restaurants gegangen und haben uns dort verwöhnen lassen. Gern wurde auch Neues ausprobiert, wir waren immer für alles offen. Meistens waren wir zu zweit oder zu viert unterwegs. In den Stunden des Restaurantbesuches unterhält man sich auch gern. Das ist ja neben dem Essen auch der Sinn eines gemütlichen Abends mit Freunden im Restaurant. Eine vernünftige Unterhaltung ist aber seit einigen Jahren in den meisten Restaurants nicht mehr möglich. Durch modernes Design, hohe Räume, das Fehlen von Teppichen, Gardinen oder auch Tischwäsche sowie keinerlei Unterteilung der Räume ist der Geräuschpegel so stark, dass sogar zwischen zwei Personen eine Unterhaltung nicht mehr möglich ist. Es gibt so viele schöne neue Restaurants, die auch eine tolle Essensauswahl und einen sehr guten Service bieten, aber nach einem Abend bei extremer Lautstärke vergeht einem die Lust, dort wieder hinzugehen. Ich denke, dass wir nicht die Einzigen sind, die das so empfinden. Gibt es denn keine Möglichkeit, hier Abhilfe zu schaffen? Die Restaurantbetreiber sollten sich mal Gedanken machen, ob sie das ihren Besuchern weiterhin zumuten und dabei Gefahr laufen, Gäste zu verlieren.

Marion Prüfer