Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. April 2019

Wie viel CO2 wird eingespart?

25. April: Kommt die CO2-Steuer? Kohlendioxid gilt als einer der Hauptverursacher des Klimawandels. Die Politik denkt über eine Verteuerung des Ausstoßes nach

Zuerst sollte realistisch abgeschätzt werden, wie viel CO2 bei einer machbaren Besteuerung eingespart werden kann, um zu sehen, ob das dann auch eine Wirkung auf das globale Klima hat und nicht nur dazu dient, dem Klimaziel der Bundesregierung etwas näher zu kommen.

Dr. Ing. Friedrich Weinhold

Der Staat gibt nichts mehr her

Natürlich wird die Steuer kommen und das muss auch so sein, denn nur wenn es den Leuten an den Geldbeutel geht, werden sie sich bemühen, etwas für die Umwelt zu tun. Aber wer glaubt, dass die Politik uns auf der anderen Seite entlasten wird, ist in meinen Augen naiv. Was der Staat erstmal hat, gibt er freiwillig nicht mehr her.

Gitta Uther, Seevetal

Danke für das niedliche Foto

25. April: Zum Foto auf Seite eins Wann im Kreißsaal am meisten los ist

Da schauen mich am frühen Morgen drei niedliche Babys an. Was für ein schöner Titel. Endlich mal was Positives. Vielen Dank!

Maike Napientek

Alle Clubs nach Billstedt!

24. April: Eine Großstadt ist laut. Wir wollen eine pulsierende Metropole, aber die Ruhe eines Kurortes. Das funktioniert nicht

Ja, Herr Iken, eine Großstadt ist laut und auch ich habe den Eindruck, dass die Toleranzgrenze immer weiter absinkt. Während bei Flüchtlingen und Minderheiten wenigstens noch eine gewisse Hemmschwelle da ist, wird der störende Nachbar hemmungslos verklagt. Und die nichtstaatlichen Organisationen machen es auch noch vor. Was nun Waagenbau, Astra Stube und Fundbureau betrifft, schlage ich vor, diese Clubs einfach in meinen geschundenen Stadtteil Billstedt zu verlegen. Die heißen dann eben Billstedter statt Altonaer Clubs. Sollten Sie sich einmal aus dem beschaulichen Othmarschen in die Billstedter Hauptstraße verirren, werden Sie sehen, dass genug Platz da ist. Man müsste halt nur einige der zahllosen Spielhallen dichtmachen. Ein EKZ mit reichlich Parkplätzen haben wir auch zu bieten und die Billstedter, die seit gefühlt 50 Jahren auf die Gentrifizierung warten, wären glücklich. Volle Cafés und viele Menschen auf der Straße wie auf dem Bild auf Seite elf würde hier die Herzen hüpfen lassen und der zu erwartende Dreck würde nicht stören. Der ist auch so da. Man wird ja wohl nochmal träumen dürfen oder?

Peter Alsleben

Günstig reisen im März

23. April: Kommentar: Ferien als sozialer Skandal. Deutschland genießt in diesen Tagen die Sonne. In Hamburg aber ist in der Osterzeit Schule

Dieses Thema ist uralt, meine drei Söhne sind inzwischen alle lange erwachsen. Zu ihrer Schulzeit hat man deswegen eine Umfrage gemacht bei Schülern und Eltern. Die Behörde war sehr erstaunt als herauskam, dass die meisten für den Erhalt der Märzferien stimmten. Denn in dieser Zeit sind nicht nur die Skiferien, sondern auch die Urlaubsplätze in südlichen Gefilden sehr viel preisgünstiger als zu Ostern. Und so kann sich eben auch mancher, der es sich sonst nicht leisten könnte, dorthin eine Urlaubsreise gönnen.

Petra Seiffert, Hamburg

Die SPD hat nichts dazugelernt

23. April: Hamburgs CDU schlägt Linienschiffe auf der Alster vor, um den Berufsverkehr zu entlasten

Die Überlegungen zu einer Wiedereinführung einer partiellen Alster-Linienschifffahrt sind nicht neu, gleichwohl absolut richtig. Ich fürchte jedoch, dass dieser Vorschlag wieder einmal von der SPD und den Grünen abgelehnt wird. Bedauerlich ist insbesondere, dass vor allem die SPD aus ihren jahrzehntelangen verkehrspolitischen Fehlern rein gar nichts gelernt hat. Der fatalen Abschaffung der Straßenbahn, Ende der 70er-Jahre, folgte in den vergangenen Jahren eine rigorose Abwehrhaltung gegenüber Plänen, in Hamburg eine Stadtbahn einzuführen. Stattdessen favorisiert die SPD im Verbund mit den Grünen nach wie vor eine ebenso unökologische wie unwirtschaftliche Lösung: Den Ausbau des bestehenden Bus- und U-Bahn-Netzes, wobei insbesondere Letzteres bekanntermaßen mit immensen Kosten verbunden ist. Leidtragende dieser kontraproduktiven Verkehrspolitik sind einmal mehr die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs.

Dr. Felix Haedayet

Öfter mal Pellkartoffeln

18. April: ,Fleisch ist teilweise unanständig billig‘. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über das Ende des Kükenschredderns

Mit Ihrer Kritik am unanständig billigen Fleisch, auch Geflügelfleisch, hat CDU-Ministerin Julia Klöckner recht. Diese Kritik ist auch mit Verweis auf den Geldbeutel von Geringverdienern nicht zu entkräften. Wer auf den Cent achten muss, möge gern so essen wie ich, nämlich mehrmals in der Woche Pellkartoffeln mit Quark, oder mit Pesto, mit Rührei oder mit Gemüse. Dass Fleisch wirklich unanständig billig ist, zeigen folgende Relationen: Das für ein Kilogramm Geflügelfleisch benötigte Wasser kostet in Hamburg als Trinkwasser schon mehr als sieben Euro. Hinzu kommen dann noch einmal sieben Euro für das Getreidefutter – und schließlich noch die festen Kosten des Bauernhofes. Der sich daraus ergebende sehr viel niedrigere Verbraucherpreis ist das Subventionsgebilde, das sich bei uns soziale Marktwirtschaft nennt – und unser Weltklima mit kaputt macht. In der einstigen DDR wurden die Hühner mit Brot gefüttert, weil dieses dank der staatlichen Subvention billiger als das Körnerfutter war. Hierüber möge man bitte nicht mehr lachen.

Bernd Wenzel, Buchholz