Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. April 2019

Der Aufstieg hat sich erledigt

9. April: Der HSV rutscht erneut böse aus. Die Mannschaft verliert nach einem schwachen Heimspiel 1:2 durch gegen Magdeburg

Was hat dieser HSV in der ersten Bundesliga zu suchen? Die Tabelle nach dem 28. Spieltag zeichnet ein klares Bild: Einzig der souveräne Tabellenführer Köln hat den Aufstieg verdient und auch reelle Chancen, im Bundesliga-Oberhaus zu bleiben. Alle anderen Mannschaften sind nicht erstligatauglich. In Hamburg sollte man mit den Einnahmen aus dem DFB- Pokal-Halbfinale eine Mannschaft aufbauen, die im kommenden Jahr den erneuten Angriff auf die erste Liga startet. Denn der Wiederaufstieg in diesem Jahr dürfte sich nach den beiden Auswärtsspielen in Köln und Berlin endgültig erledigt haben.

Martin Wucherpfennig

Unattraktive Bezahlung

8. April: 3000 Zuwanderer müssen erneut zum Integrationskursus

Ich unterrichte in einer Internationalen Vorbereitungsklasse und habe eine leichte Ahnung, warum unsere Kinder und ihre Eltern so häufig am „B1“-Niveau scheitern: Ich halte die Prüfungsanforderungen für viel zu hoch. Migranten, die Analphabeten sind, können es gar nicht bewältigen – und auch Menschen, die nicht erst die lateinische Schrift lernen müssen, haben große Schwierigkeiten mit den dort abgefragten Redewendungen, Wortspielen, doppelten Verneinungen und sonstigen Spezialitäten des Bildungsdeutschen. Meiner Meinung nach muss das Prüfungsniveau unbedingt differenziert und an die Zielgruppe angepasst werden. Verständigen kann man sich auch ganz nett und eindeutig mit einem A2-Niveau.

Barbara Schrader

Stundenlohn ist immer gleich

9. April: Streit um die Handwerkerrechnung. Es gibt keine klaren Regeln, welche Leistungen wie abgerechnet werden dürfen. Pauschalen oder Fahrtzeiten sorgen oft für Ärger

Ich bin Inhaber einer Handwerksunternehmung für Sicherheitstechnik im Großraum Hamburg. Ihr Artikel beschreibt eine gewisse Grauzone bei der Berechnung von Handwerksleistungen. Diese Darstellung ist nur teilweise richtig, da alle seriös arbeitenden Handwerksfirmen bereits vor Auftragsvergabe auf Nachfrage, die zur Anwendung kommenden Verrechnungssätze für die Mitarbeiterstunde und den Fahrtkilometer benennen werden. Unverständlich ist für mich die Aussage der Juristin Semmler, dass die Fahrstunde für An- und Abfahrt günstiger sein müsse als die Arbeitsstunde. Fakt ist: Wenn der Mitarbeiter zum Kunden fährt, hat er dieselbe Qualifikation wie während der Arbeitszeit beim Kunden. Wir müssen unseren Mitarbeiter auch die Fahrtstunde mit demselben Stundenlohn vergüten wie die Arbeitsstunde und darum fallen dieselben Kosten an. Real betrachtet müsste die Fahrtstunde sogar mit einem höheren Stundensatz berechnet werden, da während dieser Zeit keine Geräteumsätze, die zur Kostendeckung beitragen, erzielt werden können. Darüber hinaus ist es für mich schwer einsehbar, das Kunden marktübliche Handwerkerstundensätze kritisieren und gleichzeitig für IT-Dienstleister Stundensätze von 160 Euro und mehr akzeptieren, wobei die Qualifikation unserer Mitarbeiter in dem jeweiligen Spezialgebiet mit Sicherheit dem IT-Mitarbeiter gleichzusetzen ist. Das Handwerk ist bei der jungen Generation wegen der Bezahlung unattraktiv, da die Grenzen für die Entlohnung eng gesteckt sind. Dabei bieten viele Handwerksberufe eine große Zukunftssicherheit.

Hans Olaf Beckmann

Ein Heim wäre viel teurer

6./7. April: ,Wir brauchen dringend ein Auto für Finn‘. Der 18-Jährige ist dement, stark und ständig in Bewegung. In einem berührenden Brief bittet seine Familie um Spenden

Ihr Bericht macht mich einfach fassungslos. Ich kann nicht verstehen, dass die Eltern, weil sie ihren Sohn pflegen müssen, in den finanziellen Ruin getrieben werden. Wenn Finn in einem Heim betreut werden würde, würde es die Krankenversicherung einige Tausend Euro monatlich kosten, dieses Geld muss man doch der Familie für die Pflege zukommen lassen. Ich finde die finanzielle Behandlung betroffener Familien einfach menschenunwürdig, da schämt man sich dieser Art Sozialstaat. Ich würde gern auf einen Zuschuss für einen Sportkurs oder ähnliches verzichten, wenn es helfen würde, der Familie einen gerechten Lohn für die Pflege zu zahlen.

Elvira Kleinschmidt

Lieber fit und gesund

5. April: Die hohe Kunst des Alterns

Richtig, Altern ist eine Kunst, und zwar dann, wenn Frau es in Würde hinbekommt. Wenn Frauen sich schon mit 30 Botox rein ins Gesicht spritzen lassen sollen, muss man sich doch fragen, wer in Wahrheit davon profitiert. Sicherlich nicht wir Frauen, die wieder einmal durch den Druck der Schönheitsindustrie auf unser Äußeres reduziert werden. Es ist doch verrückt, dass wir unser sauer Verdientes dafür hergeben sollen, einem abstrusen, faltenlosen Schönheitsideal zu entsprechen, und das möglichst bis zu unserem Ableben. Mir ist jedenfalls wichtiger, fit und gesund zu bleiben.

Sabine Lederer