Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. März 2019

Gnadenlose Selbstdarstellung

11. März: Die Derbyverderber. Wegen Pyrotechnik: Die Partie zwischen St. Pauli und dem HSV stand vor dem Abbruch

Wie schade, die Vorfreude auf das Derby war so groß, über Monate gewachsen und dann das Desaster. Ich mag unseren Ultras Sankt Pauli (USP), sie stellen fantasievolle Choreos her, und ich finde es toll, wenn junge Menschen für etwas brennen. Diesmal wurde dies leider gnadenlos überzogen. Pyro nach Pyro wurde gezündet, ein ohnehin, für uns, schlechtes Spiel wurde noch kaputter gemacht, da die Partie immer wieder unterbrochen werden musste. Hochgradig gefährlich und für die Spieler auch sehr unangenehm. Es ging letztendlich nur noch um Selbstdarstellung einer kleinen Gruppe, hatte mit Liebe zum FC St. Pauli nichts zu tun. Als Dauerkartenbesitzerin der Gegengerade habe ich mir irgendwann nur noch gewünscht, dass es bald vorbei sein möge. Wenn die Konsequenz sein sollte, dass diese Menschen bei einigen Spiele ausgeschlossen werden, wäre das durchaus angemessen. Vielleicht auch wirksamer als eine hohe Geldstrafe. Von unserem FC St. Pauli wünsche ich mir für den Rest der Saison viel Kampfgeist, Einsatz und Herzblut.

Sabine Eggers, Reinbek

Choreografien ohne Pyro

Das Lokalderby St. Pauli – HSV ist ein starkes Argument dafür, Feuerwerk und Pyrotechnik komplett aus den Fußballstadien fernzuhalten, anstatt es ansatzweise zu legalisieren. Es ist den wahren Fans sicher möglich, auch anderweitig fantasievolle und abwechslungsreiche Choreographien zur Unterstützung der eigenen Mannschaft zu entwickeln, ohne auf diese gefährlichen Zutaten angewiesen zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Interesse der Vereine und der Fans liegt, dass der störungsfreie Verlauf eines Spiels in den Händen einiger weniger Chaoten mit einem falschen Verständnis von „Fankultur“ liegt.

Dr. Uwe Holzmüller

Senioren sind nicht gut zu Fuß

9./10. März: Maut auf Friedhof stoppen!

Es kann nicht sein, dass alle Besucher des größten Parkfriedhofs künftig eine Maut zahlen müssen, wenn sie mit ihrem Pkw den Friedhof besuchen möchten. Der größte Teil der Besucher gehört der älteren Generation an und ist nicht mehr gut zu Fuß. Diese Personen sind auf das Auto angewiesen und sollen zahlen, wenn sie die Gräber besuchen. Es ist abzusehen, dass die Besucherzahlen drastisch zurückgehen, wenn die Maut kommt. Das Problem der „Durchfahrer“ darf nicht auf dem Rücken der Trauernden gelöst werden

Helmut Lange, Norderstedt

Grotesker Widerspruch

9./10. März: Mehrheit der Deutschen gegen Schulfrei für Klima-Demos

Es ist schon erstaunlich: Da berichtet im vorigen Jahr der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, die Anzahl der Krankmeldungen direkt vor und nach den Ferien sei über die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Der Grund dafür ist meist das Bestreben günstigere Flüge und Hotelpreise zu bekommen. Gleichzeitig finden 54 Prozent der Deutschen, die Schülerdemos für den Klimaschutz sollten außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden. Und statt die Schülerinnen und Schüler für ihren Einsatz zu belobigen fordern Bildungspolitiker deren Bestrafung. Dieser groteske Widerspruch zeigt, wie wichtig vielen Menschen die Zukunft ihrer Kinder und Enkelkinder ist. Die Verantwortlichen sind kaum in der Lage, verantwortungsbewusst zu handeln. Wenn Betroffene versuchen zu handeln, sollen sie bestraft werden. Absurd!

Claus-Peter Holste-von Mutius

Gebärden helfen Verstehen

9./10. März: Der Mann, der nichts hört – und damit sein Geld verdient

Auch meine Eltern waren gegen die Gebärdensprache und so wurde ich mit Mundablesen und Schriftsprache erzogen. Wäre ich von Anfang an mit Gebärden aufgewachsen, dann hätte ich eine bessere Schulbildung gehabt. Es gibt viele verschiedene Wörter wie „Mutter“ und „Kutter“ oder „Mantel“ und „Handel“, die mit dem gleichen Mundbild, aber vier verschiedenen Gebärden dargestellt werden und so besser wahrgenommen werden können. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gehörlosigkeit eine unsichtbare Behinderung ist und die hörenden Menschen nicht sofort begreifen, dass der gehörlose Mensch anders reagiert. Umso wichtiger ist, dass die Kommunikation in allen Gesellschaften barrierefrei nach der UN-Behindertenrechtskonvention geführt werden muss und es somit ein Recht auf bezahlte Gebärdendolmetscher gibt.

Hans-Jürgen Kleefeldt

Kinos mit Barrierefreiheit

9./10. März: Kinoooh!

Zum weiteren Kinosterben möchte ich insbesondere die kleinen Programmkinos ermuntern, für Barrierefreiheit zu sorgen. Leider sind unsere Lieblingskinos, wie das Abaton, das Magazin und das Holi mit dem Rollstuhl nicht erreichbar: Eingangsbereich mit unüberwindbaren Stufen, Toiletten nicht mit dem Rollstuhl befahrbar. So unterbleibt manch gewünschter Besuch in diesen Kinos zwangsweise und zwar nicht nur für meinen Mann und mich, sondern auch etliche inzwischen in die Jahre gekommenen Kinoliebhaber und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Birgit Rühmann

Frachtverkehr macht Dreck

8. März: Hamburg erwartet so viele Kreuzfahrer wie nie

Wer die Kreuzfahrtschiffe aus dem Hamburger Hafen verbannen will, muss den Hafen ganz schließen. Ca. 98 Prozent der Hafenemissionen entfallen auf den Frachtverkehr, nur ca. zwei Prozent auf Kreuzfahrtschiffe. Kreuzfahrtgegner verfolgen also eher eine Neiddebatte als den Ursprung der Emissionen objektiv in den Blick zu nehmen.

Annelie Kirchner