Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 11. März 2019

Straße in der Mitte sperren

9./10. März: Breiter Protest gegen Ohlsdorf-Plan – Friedhofsbesucher sollen Maut zahlen

Die Diskussion über die Einführung einer Maut für das Befahren des Friedhofs ist doch nur durch die Nutzung als Durchgangsstraße (Abkürzung) zustande gekommen. Das Problem ist auch ohne Maut einfach zu beheben, indem man die Straße auf der Mitte der Strecke sperrt und damit den nicht gewünschten Autoverkehr verhindert.

Ulrich Meister, Hamburg

Keine Maut für Besucher

Ich gebe zu, dass auch ich schon über den Ohlsdorfer Friedhof zum Zweck einer Abkürzung gefahren bin. Dass derartige Fahrten künftig nur gegen Zahlung einer Maut möglich sein sollen, halte ich für vertretbar. Eine Maut für Friedhofsbesucher halte ich jedoch für eine unmögliche Entscheidung. Deshalb mein pragmatischer Vorschlag als Alternative zu einem Zeitfenster: Es werden an den Eingängen Schranken aufgestellt. Besucher, die den Friedhof über den als Einfahrt genutzten Weg verlassen, zahlen keine Maut. Eine Maut fällt also nur für eine Nutzung als Abkürzung an.

Gert Richter, Norderstedt

Autoverkehr ist geschmacklos

Im Juli 1877 wurde der Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht und ist mit 389 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt. Über das gesamte Areal verteilen sich 202.000 Grabstätten. Dass dort täglich viele Autos „durchbrettern“ ist nicht nur ein sehr großes Übel, es ist auch eine Geschmacklosigkeit. Warum gibt es hier kein Durchfahrverbot? Hier haben Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden und nun soll eine Durchfahrt mit Mautgebühr erlaubt werden? Bei mir ist der Eindruck entstanden, hier wird schon wieder nach einer Geldeinnahmequelle gesucht, ohne Rücksicht und Achtung auf Trauernde und Verstorbene.

Gudrun Schuch-Nehrke

Elbvertiefung ist überflüssig

9./10. März: Neue Strategie für den Hamburger Hafen. Wenn Roboter billiger als Menschen arbeiten, werden immer mehr Güter in Deutschland gefertigt – und Container überflüssig

Vielen Dank an Professor Straubhaar. Zwei wichtige Konsequenzen lassen sich aus seinem Gastbeitrag ableiten: Die Hamburger Politik schmeißt sich mit ihrer Container- und Umschlagsfixierung hinter den Zug und die fast 900 Millionen teure Elbvertiefung ist nicht nur ökologisch verheerend, sondern schlicht unnütz. Zur Erinnerung: Die Elbvertiefung ist unter anderem damit begründet worden, dass der Hamburger Hafen im Jahr 2025 jährlich 28 Millionen Container umschlagen wird. Derzeit liegen wir bei unter zehn Millionen bunten Boxen, und das wird laut der treffenden Analyse von Herrn Straubhaar so bleiben. Im Hamburger Rathaus heißt es aber weiterhin wider jeder Vernunft: Augen zu und durch.

Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg

Hohe Kosten für Pendler

1. März: Wie man beim Immobilienkauf viel Geld sparen kann. Wer 60 Minuten Fahrtweg nach Hamburg akzeptiert, zahlt für Haus im Schnitt 260.000 Euro

Der Traum von den eigenen vier Wänden hat, je weiter entfernt vom Stadtzentrum man ihn sich verwirklicht, auch dunkle Schattenseiten. Der niedrigere Kaufpreis muss aufgewogen werden gegen hohe Kosten, die ein Pendler, der zweimal täglich 60 Minuten hin- und zurückfahren muss, ganz abgesehen von der Zeit, die er mit dem Auto im Stau steckt oder sich in den Regionalzug zwängt. Der hochzurechnende Verlust von unzähligen Stunden im Verlauf seines (Arbeits-) Lebens und das der Familienangehörigen gleichermaßen bedeutet letztlich Verlust an Lebensqualität, die zusätzlich noch vermindert wird durch die Ferne zu den vielfältigen kulturellen Angeboten der Stadt. Und angesichts des ständig beschworenen Klimawandels sind etwa weiterer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur oder Zersiedlung durch Einzelhausbebauung und damit Verlust von ökologisch wichtigen Grünflächen letztlich kontraproduktiv. Nicht wenige Architekten und Stadtplaner halten aus diesen und weiteren Gründen das „Einzelhaus“ für ein zwangsläufig auslaufendes Modell, so dass neue Wohn- und Siedlungsformen notwendig werden dürften.

Ulrich Reppenhagen

Welch ein Hohn

8. März: Hamburg erwartet so viele Kreuzfahrer wie nie. 216 Schiffe sollen in diesem Jahr den Hafen anlaufen

Da „schwänzen“ Schüler europaweit die Schule, um zu demonstrieren, um die Politiker wachzurütteln, um den Klimawandel zu stoppen. Greta Thunberg kommt aus Schweden mit dem Zug, nicht mit dem Flugzeug nach Hamburg, aber Hamburg ist glücklich darüber, dass 216 Traumschiffe die Stadt anlaufen, glücklich, über eine Million Kreuzfahrtpassagiere, die Stadtrundfahrten machen, die einkaufen, die den Tourismus ankurbeln. Tragen die „Traumschiffe“ vielleicht nicht zur Luftverschmutzung und damit zum Klimawandel bei? Dagegen sind Dieselfahrverbote nur ein Tropfen auf den heißen Stein! Weiter so Hamburg, holt euch die „Pötte“. Immer größer, immer höher, immer mehr.

Gisela Paulsen