Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. März 2019

bereichern den Betrieb

8. März: Wo Frauen mehr verdienen als Männer. In Deutschland klafft immer noch eine große Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern

„Wer Frauen schlechter bezahlt, nur weil sie Frauen sind, darf damit nicht mehr durchkommen.“ Richtig – gleiche Leistung, gleiches Gehalt. Aus verschiedenen Gründen verdienen 15 bis 19 Prozent der Frauen, je nach Berechnungsgrundlage, weniger als Männer: Ausbildung, Berufserfahrung, Position, Auszeiten und Teilbeschäftigung. Aber immer noch zwei bis sechs Prozent der Frauen verdienen in vergleichbaren Arbeitsverhältnissen wirklich weniger als Männer. Diese Diskriminierungslücke muss noch weg und Arbeitgeber müssen erkennen, dass Frauen den Betrieb bereichern.

Uwe-Carsten Edeler

Es war einfach toll

7. März: Am liebsten unter freiem Himmel. Die Hamburger TV-Moderatorin Bettina Tietjen liebt Camping. Sie mag die Einfachheit und die Mischung der Leute

Camping machen und machten viele Einkommensschichten. Wenn Frau Tietjen früher Leute traf, „die sich sonst keinen Urlaub leisten konnten“, war sie auf den falschen Plätzen unterwegs. Wir haben ab Mitte 1950 bis Anfang 1970 an der Ostsee bei Dahme mit der Familie gezeltet. Es war einfach toll, den ganzen Sommer über und an vielen Wochenenden mit vielleicht 20 Familien links und 20 Familien rechts von unserem Zelt und mit den anderen Kindern Spaß zu haben und die Familien gut kennen zu lernen. Und das war sicher nicht „billig“, wenn auch sehr einfach. Das waren keine einkommensschwache Familien. Das kann ich für viele Familien sagen.

Gerd Eisentraut

Bitte nicht!

8. März: Hamburg erwartet so viele Kreuzfahrer wie nie. 216 Schiffe sollen in diesem Jahr den Hafen anlaufen. Der deutsche Markt ist zuletzt aber langsamer gewachsen – weil neue Meeresriesen fehlen

Mit Gruseln habe ich den Artikel gelesen, dass in diesem Jahr 216 Kreuzfahrtschiffe Hamburg anlaufen sollen, Wunschziel eine Million Kreuzfahrtgäste. Es gibt ein Fahrverbot für Dieselautos in der Max-Brauer-Allee, aber auf der Elbe fährt ein und aus, was will. Unabhängig von seinem Schadstoffausstoß und fragwürdigen Arbeitsbedingungen an Board. Wie wollen wir dem Klimawandel entgegentreten, wenn das Ziel Wachstum der Kreuzfahrtbranche ist? Bitte nicht. Unter „Fridays For Future“ setzt sich die junge Generation für Maßnahmen gegen den Klimawandel, für den Kohleausstieg und für ihre Zukunft ein. Diese Schülerinnen und Schüler sind nicht verantwortlich für den Klimawandel, wir sollten sie bei ihrem Protest unterstützen. Ich wünsche mir eine Million Schülerinnen und Schüler bei „Fridays For Future“ und wir sollten mit ihnen auf die Straße.

Claudia Hug

Etwas mehr Vorausschau bitte

Der Artikel über die Zunahme von Kreuzfahrten aus Hamburg geht für mein Empfinden sehr unkritisch mit diesem Thema um. Die Wachstumseuphorie hat auch ihre Schattenseiten, und viele bei Kreuzfahrern beliebten Städte (z.B. Venedig oder Dubrovnik) ergreifen bereits Gegenmaßnahmen. Die enorme Umweltbelastung durch Abgase und den Naturverbrauch in der Elbe, deren Ökosystem umzukippen droht, sind eine Tatsache, die man nicht wegdiskutieren kann, indem man auf den Nutzen für die Stadt hinweist. Das ungebremste Wachstum beim Tourismus und der dadurch geschaffenen Arbeitsplätze führt auch dazu, das es zu einer verstärkten Nachfrage für den knappen und daher teuren Wohnungsmarkt führt. Da helfen auch die ehrgeizigsten Bauprogramme nichts. Es wird immer weiter knappen Wohnraum in einer immer dichter besiedelten Stadt geben, und die Preise steigen trotzdem. Und dass man auf einigen Straßen Dieselfahrverbote ausspricht, aber die Kreuzfahrtschiffe nicht zwingt wenigstens die Landstromanlagen zu nutzen, ist ein Witz, über den man jedoch gar nicht recht lachen kann. Etwas mehr Vorausschau und Behutsamkeit bei der Planung würde ich mir von den Verantwortlichen erwarten, anstatt jeden Zuwachs zu bejubeln.

Peter Westendorf

Nur saubere Schiffe zu Besuch

Es ist schön, dass so viele Gäste Hamburg mit den schönen großen Kreuzfahrtschiffen besuchen möchten. Es sollte aber auch selbstverständlich sein, dass diese großartigen Schiffe auch umweltfreundlich sind. Wir plagen uns mit Dieselfahrverboten. Heizungsanlagen werden regelmäßig überprüft, falls nicht sauber, werden sie stillgelegt. Hamburg sollte sich besser verkaufen. Nur saubere Schiffe dürfen unsere schöne Stadt besuchen.

Sören Lassen