Leserbriefe

Brief an die Redaktion: 1. März 2019

Fahrpreise viel stärker senken

28. Februar:Nur die FDP ist gegen besseres HVV-Seniorenticket – Bürgerschaft beschließt: Karte gilt künftig rund um die Uhr

Senkt die Fahrpreise endlich richtig! Grüne und SPD machen einen beherzten Sprung zur Seite statt einer Wende nach vorn. Sie wollen die Verkehrs- und Fahrpreisdebatte entschärfen und betreiben dafür Augenwischerei. In Wien kostet für alle Schüler und Auszubildenden bis 24 Jahre ein Jahresticket Netz 70 Euro (zurzeit Schüler Hamburg nur Geltungsbereich AB Stadtgebiet 630,-/Jahr im Abo, nach Neubeschluss 358,-), Senioren zahlen in Wien 235,-/Jahr im Abo ganzes Netz (Hamburg nur AB 630,-, Netz 1042,-/Jahr). So werden weiterhin mit reinem Gewissen (billiger und praktischer) völlig übermotorisierte Dickautos auf hochsubventionierten Straßen unterwegs sein. Der Zustand der Straßen optimiert sich dabei im Eiltempo, während Verbesserungen der Schiene in jahrzehntelangen Prozessen „voranschnecken“. Auch im aktuellen nächsten Klimakatastrophenjahr werden Temperaturrekorde nur von Ablenkungsmanövern der Politik übertroffen.

Otto Wanner, Hamburg

Prag als Vorbild für Hamburg

Der im Artikel zitierte FDP-Verkehrspolitiker Ewald Aukes hat bestimmt Recht: Sowie die Senioren ab 6 Uhr morgens für teuer Geld, nämlich 60 Euro monatlich, ihr Ticket nutzen können, werden sie nun die Busse und Bahnen stürmen, da sie ja alle unter seniler Bettflucht leiden und den Berufstätigen die Plätze wegnehmen. Nur nebenbei: Ich komme gerade aus Prag zurück, wo Menschen über 70 Jahre alle Verkehrsmittel kostenfrei nutzen können, und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit – und weder Bus, U-Bahn noch Straßenbahn sind überfüllt. Weiter ist auffällig, dass die Verkehrsmittel schnell getaktet, sauber und gut beschildert sind. Hieran könnte sich die „Weltstadt“ Hamburg mal ein Beispiel nehmen.

Christa Seiß

Das Rad nicht neu erfunden

28. Februar:Wohnen auf dem Parkhaus oder Supermarkt – Studie der TU Darmstadt: Bundesweit könnten mehr als 2,3 Millionen neue Wohnungen entstehen, ohne neue Flächen zu beanspruchen

Ich finde, die Welt ist schon ein merkwürdiger Ort. Da kommt die TU Darmstadt daher und behauptet, sie habe das „Rad“ neu erfunden, in diesem Fall speziell das Wohnen auf Garagen und Supermärkten. Wir – das sind vier Reihenhäuser mit je 95 Quadratmeter Wohnfläche – wohnen seit 1987 auf dem Flachdach eines Rewe-Marktes und wundern uns seitdem, dass diese sehr gute Idee kaum Schule macht. Zu besichtigen am Kirchenhang in ­Eißendorf.

Dipl.-Ing. Thomas Jobst, Hamburg

Tragbare Idee?

Dass freie Flächen vorhanden sind, ist notwendig, aber nicht hinreichend. Sie müssen auch statisch geeignet sein, um die zusätzlichen Lasten tragen zu können. In der Regel wird die Statik genau passend zum Gebäude berechnet – überdimensioniert wird eigentlich nie, schon aus Kostengründen. Das Wort „Statik“ kommt in Ihrem Artikel nicht vor. Ich hoffe jedoch, dass es in den Köpfen der Darmstädter Forscher eine Rolle spielen wird.

Dr. Ing. Friedrich Weinhold

Steuergelder verpulvert

28. Februar: ,Jobcenter zahlen beim Eintreiben kleiner Beträge drauf‘ und ,Terrorhelfer soll vor Abschiebung 7000 Euro erhalten haben‘

Zwei Meldungen, die den Steuerzahler fassungslos machen: Die Jobcenter versenken 42 Millionen Euro durch sinnlose Schreiberei zur Eintreibung von Kleinstbeträgen. Jeder in der freien Wirtschaft Tätige weiß doch, dass ein behördliches/geschäftliches Schreiben statistisch mit Kosten von 25 Euro zu bewerten ist. Wer wird hierfür jetzt zur Verantwortung gezogen? Und dann die Justizbehörde: 7000 Euro wahrscheinlich gesetzeswidrig an einen abzuschiebenden Terrorhelfer gezahlt. Wer kommt für diesen Schaden auf? Es darf doch nicht wahr sein, wie hier Steuergelder sinnlos verpulvert werden, wo doch andererseits an allen sozialen Ecken dringend Gelder benötigt werden.

Gabriele Ebert, Hamburg

Für Arme nicht bezahlbar

27. Februar: Ein Senioren-Quartier für 100 Millionen Euro – Das Hospital zum ­Heiligen Geist in Poppenbüttel wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren komplett umgebaut

Man glaubt es nicht. Die gemeinnützige Stiftung baut also mal eben für 100 Millionen Euro um. Auf diese Weise wird für viel Geld das Angebot an „stationären Pflegeplätzen“ reduziert. Dafür entstehen dann aber mehr Plätze für das „Service-Wohnen“ (15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter). Die großzügigen Hamburger Bürger des 14. Jahrhunderts hatten aber ihr Vermögen dieser Stiftung gespendet, damit „arme, kranke und alte Menschen“ versorgt werden, nicht damit Wohlhabende einen guten Service bekommen. Übrigens war meine Mutter vor zehn Jahren in diesem Heim. Es war in einem hervorragenden Zustand und braucht nicht abgerissen zu werden.

Dr. Roman Landau

Frieda wird vermisst

27. Februar: Heute sagt Frieda Tschüs – Auch das Hundemädchen hört auf, wenn’s am schönsten ist. Am Schluss noch mal ein Bekenntnis zum tierischen Leben

Ich werde, wie viele andere Leser sicher auch, die Geschichten und Betrachtungen um Frieda vermissen, waren sie doch ein tierisch-menschlicher Lichtstrahl im Dunkel der täglichen Nachrichten. Für Hundebesitzer wie mich werden die Schilderungen solcher Erlebnisse nie langweilig. Das mag für andere Leser nicht gelten – mein Mann und ich jedenfalls wünschen Frieda und ihrem Rudel weiterhin viel Vergnügen, Erkenntnisse über das Leben und Spaß bei der Entdeckung der Welt.

Christiane Mielck-Retzdorff