Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. Februar 2019

Renten-Schieflage reparieren

25. Februar: Eine ,Grundrente light‘ ist Scholz zu wenig

Die Agenda 2010 war wohl nötig und hat Deutschland insgesamt geholfen, die wachsende Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen und auch die Folgen der Globalisierung zu mildern. Festzuhalten bleibt aber, dass zu viele Arbeitnehmer von einem Aufschwung nichts oder nur sehr wenig hatten. Die Löhne der Beschäftigten stagnierten über einen sehr langen Zeitraum, Hartz-IV-Empfänger erhielten nur ein Minimum. Das wirkt sich heute negativ auf die Rentenansprüche aus. Mütter, die ihren Erziehungsauftrag ernst nahmen und Jahre für ihre Kinder da waren, erhalten nun dafür die Quittung. Der Börsencrash 2008 verdarb auch noch den Erfolg der Privatabsicherung, die Renditen sind mau. Wenn jetzt die SPD diese Schieflage reparieren will, verdient sie jede Unterstützung. Ein schwaches Argument ist: „Das steht nicht im Koalitionsvertrag.“ Die Union und die FDP bestehen auf einer Prüfung der Bedürftigkeit. Das ist bemerkenswert, zumal sich alle Abgeordneten einig sind, dass eine Erhöhung ihrer Diäten um 300 Euro pro Monat nötig ist.

Rainer Gubitz, Hamburg

Freundlicher Umgang hilft

23./24. Februar:Wenn Worte zu Waffen werden, sollten wir abrüsten

Den Worten von Hajo Schumacher schließe ich mich an. Es ist unerlässlich, jungen Menschen Werte zu vermitteln, damit der Umgangston nicht noch rauer wird. Seit über zehn Jahren sage ich meinen Schülern, dass es im Umgang mit anderen immer darauf ankommt, wie man miteinander spricht – Gleiches gilt übrigens auch fürs Texten. Ich stelle immer wieder fest, wie viel gelassener die Schüler dadurch im Umgang miteinander werden. Sie sagen, dass sie dadurch auch zufriedener mit sich selbst sind. Eine Win-win-Situation.

Thomas Köpke, Itzstedt

Kunde trägt Mitverantwortung

20. Februar: Zu gut für die Tonne – Ernährungsministerin Klöckner will die Menge der Lebensmittelabfälle halbieren

Der Leiter einer Discounter-Filiale berichtete mir von einer wenig bekannten und leicht vermeidbaren Form der Lebensmittelvernichtung. Es ist dort an der Tagesordnung, dass Kunden oft aus einem Kühlregal entnommene Ware an anderer Stelle ablegen. Solche Artikel dürfen vom Personal weder in die Kühlung zurückgelegt noch an die Tafeln weitergegeben werden. Sie müssen vernichtet werden, weil eine zeitlich nicht kontrollierbare Unterbrechung der Kühlung stattgefunden hat. Das gilt sogar, wenn ein Kunde an der Kasse feststellt, dass er einen Kühlartikel aus seinem Einkaufswagen lieber doch nicht haben möchte. Das Kassenpersonal muss diesen Artikel in den Müll werfen. Begründung: Der Kunde könnte ihn ja schon seit zwei Stunden im Einkaufswagen gehabt haben! Ich möchte mit meinem Hinweis nicht das lebensmittelrechtlich konsequente Verhalten des Ladenpersonals kritisieren, sondern auf die Verantwortung hinweisen, die wir als Kunden für den sorgfältigen Umgang mit Kühlprodukten bereits vor dem Kauf haben.

Hans-Jörg Bieger, Hamburg

Mobilität nach Nutzen fördern

21. Februar: Wasserstoff wird Antrieb der Zukunft. Frank Böttcher über alternative Antriebe und die Grenzen der Elektromobilität

Es gibt weder das Patentrezept für die Energiewende noch die Standardlösung für Individual- und Transportmobilität. Alle Varianten, sei es Wasserstoff in Verbindung mit der Brennstoffzelle oder batteriebasierte Energiebereitstellung, haben ihre Stärken und Schwächen und müssen nach ihrem höchsten Nutzwert eingesetzt werden. So ist der Strombedarf für die Bereitstellung von Wasserstoff sehr hoch. Ein batteriebetriebenes Fahrzeug kommt mit derselben Energiemenge 2,5-mal weiter, da der Strom direkt in kinetische Energie umgewandelt wird, nicht erst von Strom zu Wasserstoff und dann im Fahrzeug wieder zu Strom. Allerdings ist die Herstellung der Batteriespeicher noch sehr aufwändig. Beide Methoden müssen optimiert werden, daher sollten beide Wege weiter verfolgt werden. Eines ist aber klar: Die Mobilitätswende und die mit ihr einhergehende Energiewende bieten die Chance, auch das Nutzungsverhalten zu überdenken. Es ist ökologisch nicht sinnvoll, 45 Millionen Pkw zu elektrifizieren. Wie der Antrieb muss auch die Nutzung der Ressource Fahrzeug effizienter gestaltet werden.

Martin Oster

Jede Stadtpflanze ist wertvoll

21. Februar: Hier soll bald der Wasserfenchel wachsen

Es ist beachtlich, mit welchem zeitlichen, menschlichen und zermürbenden Aufwand der Wasserfenchel gerettet beziehungsweise umgesiedelt wurde und wird, und das bereits über Jahre. Dagegen werden alte Bäume, zuerst am ­Ballindamm und nun an der Krugkoppelbrücke, gefällt. Wo bleibt denn hier der Aufschrei von den Naturverbänden? Weg ist weg, und es wächst auch so schnell nicht nach! Und das in einer Stadt, in der die Partei „Die Grünen“ mit in der Regierung vertreten sind. Oder ist mittlerweile „Grün“ nur noch eine Farbe? Sollten wir nicht nach dem vergangenen Jahr mit seinem „Jahrhundertsommer“ sensibilisiert sein für Flora und Fauna? Wenn es in diesem Jahr und in den nächsten Jahren wieder ähnlich heiß wird wie 2018, dann brauchen wir jedes einzelne Pflänzchen, um der Verödung vorzubeugen.

Ingrid Kallbach

Schwimmen geht einfacher

25. Februar: Badeponton in der Elbe – mit bester Aussicht

Immer wieder werden neue Pläne für ein aufwändiges Schwimmbad in der Alster oder Elbe veröffentlicht. Dabei haben wir doch bereits ein funktionierendes „Naturbad“ im Stadtparksee. Warum wird nicht nach diesem Beispiel ein Teil des Grasbrookhafens durch eine Spundwand abgetrennt und das Wasser – wie im Stadtparksee – gereinigt?

Karl-Heinz Bülck