Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 20. Februar 2019

Wunschdenken der Hafenbehörde

19. Februar: Hafenchef: ,Jetzt greifen wir wieder richtig an‘. Jens Meier gibt sich bei der Bilanzvorlage optimistisch

Mal wieder versucht sich die Hafenbehörde in Optimismus. Dabei sind doch die Prognosen zum Güterumschlag im Hamburger Hafen seit Jahren nur Wunschdenken. Es wird auch nicht helfen, hunderte Millionen in die Elbvertiefung – bei unklaren Auswirkungen auf die Umwelt – zu investieren. Statt dessen sollte sich der Senat Richtung London orientieren, wo der Hafen schon lange auf ein Minimum beschränkt ist, eben weil die Lage den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt.

Joachim Franke, Neu Wulmstorf

Die grüne Lunge der Stadt

19. Februar: Krugkoppelbrücke: Für Umbau werden 25 Bäume gefällt. Grünanlagen nach historischem Vorbild: Rodungsarbeiten bereits in dieser Woche

Schon wieder fällt eine große Anzahl von Bäumen der Kettensäge zum Opfer. 25 Bäume an der Krugkoppelbrücke sollen gefällt werden, um die „Aufenthaltsqualität zu erhöhen“. Wie kann man nur so verquer denken? Gerade jetzt mildern die Bäume den Anblick auf den rauschenden Verkehr auf der Brücke. 25 gefällte Bäume gegen 17 Neupflanzungen? Es dauert Jahrzehnte, bis die neuen Pflanzen soweit herangewachsen sind, dass sie die alten Bäume ersetzen können. Bäume sind die grüne Lunge unserer Stadt. Jeder einzelne Baum sollte uns am Herzen liegen. Bäume filtern den Feinstaub aus der Luft, mildern die heißen Sommertemperaturen und produzieren Sauerstoff für unsere Atemluft. Ich habe einmal gedacht, dass sich die Grünen um die Umwelt in unserer Stadt kümmern. Aber die Zeiten sind vorbei – leider.

Dr. Hinrich Bäsemann

Bienen haben kein Mitspracherecht

Angesichts des Klimawandels und Insektensterbens kann man über die geplanten Umgestaltungsmaßnahmen an der Krugkoppelbrücke nur den Kopf schütteln. Bäume sind ausgezeichnete CO2-Speicher, aber werden für eine freie Sicht bedenkenlos geopfert. Und wahrscheinlich fiel für die weitere Bepflanzung die Wahl auf Efeu und Rasen, weil das ja so pflegeleicht ist. Wenn schon Umgestaltung, dann auch für die Natur sinnvoll. Etwa durch einheimische Sträucher und eine Wildblumenwiese auf der Böschung. Die müsste auch nur einmal im Jahr gemäht werden. Aber Vögel, Bienen und andere Insekten haben leider kein Mitspracherecht.

Doris Holzmüller-Meyenbörg

Autofahrer sind rücksichtslos

18. Februar: Neue Blitzeroffensive der Polizei – bis zu 170 neue Tempo-30-Zonen

Ein mindestens so großes Problem wie die Missachtung der Geschwindigkeit sind die zunehmenden Rotlichtverstöße in Hamburg. Dank meines Hundes gehe ich morgens sehr früh meine Runde hier in Poppenbüttel und kreuze dabei regelmäßig die Stadtbahnstraße/Poppenbütteler Landstraße. Ich sehe fast jeden Morgen Fahrzeuge, die bei Rot fahren. Nicht etwa bei Spätgelb, sondern richtig bei Tiefrot. Am Wochenende sind das noch mehr Fahrzeuge. Es wird geschaut, ob Querverkehr naht und wenn nicht, wird die Kreuzung zügig bei Rot überquert. Die darauf angesprochene Polizei, Revier 35, teilte auf Nachfrage mit, dass sie die Kreuzung im Blick habe, aber natürlich zu anderen Zeiten. Auch als Fußgänger empfiehlt es sich trotz Grün Vorsicht walten zu lassen. Die Autofahrer in Hamburg fahren nicht nur zügig, sondern auch riskant und rücksichtslos.

Helmut Jung, Hamburg

Neue Hoffnung für die Parkstraße

Bereits seit 2011 sind die gesamte Parkstraße und streckenweise der Klein Flottbeker Weg in Hamburg mit jeweils zwei angrenzenden Schulen Tempo-30-Zone. Fazit: Es wird weiterhin gerast und so gut wie nicht kontrolliert. Und ohne konsequente Tempo-Kontrollen gibt es keine wirklichen Tempo-30-Zonen. Wer Geschwindigkeitslimits will, muss permanente Kontrollen wirklich fest einplanen und wirklich realisieren. Hoffentlich sind Behörde und Polizei da auch in Zukunft nicht überfordert.

Margarete und Martin Kummer

Mehr als gutes Aussehen...

16./17. Februar: Was haben die Amerikaner mit Europa vor? US-Präsident Trump schickt seine Tochter Ivanka zur Münchner Sicherheitskonferenz

Über die politischen Positionen von Präsident Trump kann man geteilter Meinung sein. Mir geht es hier um die Berichterstattung über Ivanka Trump, die offizielle Vertreterin des US-Präsidenten bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Ivanka Trump, die einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften hat, wird gleich zu Beginn des Artikel ausschließlich auf ihr Aussehen reduziert: Körpergröße, Haar- und Augenfarbe. Über das Aussehen von Trumps zweitem Vertreter, Vizepräsident Mike Pence, wurde in dem Artikel nichts verlautet. Es ist leider immer noch typisch, dass äußere Attribute nur bei Politikerinnen hervorgehoben werden, nach dem Motto: Aber schön muss sie sein....

Tatjana Stokar, Rissen

Unnötige Zwischenlösung

16./17. Februar: Eine Branche unter Strom. Das Elektro-Auto soll den Verkehr revolutionieren. Doch rund um den Akku bleiben viele Fragen offen

Es wäre schon heute möglich, der Umwelt zuliebe Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb anzubieten, wenn man denn wollte. Beispiele wie der (in Hamburg) gestoppte Busversuch oder der Verkauf tausender Pkw mit solchem Antrieb in anderen Ländern zeigen, dass es offensichtlich an der Kosten-Nutzen-Rechnung deutscher Fahrzeughersteller liegt, warum erst eine (zu Lasten der Käufer teure) Zwischenlösung mittels knapper Ressourcen (Kobalt und Lithium) gewählt wird. Eine wahrhaft be-Scheuerte Politik!

Dr. Ulrich Lehmann