Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. Februar 2019

Autoproduktion einstellen

18. Februar: Auto-Zölle als Druckmittel. Europas Fahrzeuge sind für die Vereinigten Staaten angeblich eine Gefahr für die nationale Sicherheit

Europäische Autos eine Gefahr für die Nationale Sicherheit der USA? Natürlich nur, wenn sie nicht in den USA gebaut werden, welch perverse Logik. Wirtschaftlich wohl leider nicht möglich, doch eine Antwort müsste die Stilllegung der Produktion von europäischen Autos in den USA sein. Wenn solche Fahrzeuge (in Europa hergestellt) eine Gefahr sind, sind sie ja wohl auch eine Gefahr, wenn sie in den USA gebaut werden. Eine sofortige Einstellung der Produktion in den USA würde die Gefahr dann ja wohl bereinigen. Leider wohl nur ein Traum, eigentlich schade. Ist Europa der Befehlsempfänger von Trump und den USA geworden, oder auf dem Weg dahin? Wird Zeit für Europa sich auf die eigene Stärke zu besinnen. Aus meiner Sicht: Seit Trump spinnen die Amis.

Dr. Heino Dobiasch, Barsbüttel

Das Hupen nervt

18.Februar: Turnhallen bald in den Ferien geöffnet. SPD und Grüne wollen im Sommer neues Pilotprojekt starten. Vereine sollen die Sportstätten werktags generell bis Mitternacht nutzen können

Im Prinzip ist das bestimmt toll, aber was passiert mit den Anliegern? Als Schulhausmeister wohne ich in meiner Schule und kann meine Nachbarn verstehen, dass das Hupen bei der Verabschiedung nervt. Bei den Kosten wird zwar über die Reinigung gesprochen, aber was ist mit allem anderen: Heizung, Strom, Wasser, Reparaturen, Verbrauchmateriealien, Papier und Seife. Auch die Wartungen müssen öfter durchgeführt werden. Warum das Ganze? Für fünf bis zehn Personen, die am nächsten Tag nicht arbeiten müssen? Da ist doch wohl die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben. Ich finde, dann sollten auch alle Schwimmbäder bis drei Uhr nachts öffnen. Aber bestimmt bin ich dafür, wenn mit allen Beteiligten eine Lösung gefunden und nicht aus Jux und Tollerei in den Hallen gefeiert wird.

Stefan Bernau

Sportler besetzen Parkplätze

Da die Sportler schon jetzt die schulnahen Parkplätze blockieren, indem sie wie selbstverständlich einzeln mit Pkw anreisen, sind erweiterte Nutzungszeiten nur dann möglich, wenn gleichzeitig die Schulparkplätze für sie freigegeben werden. Es ist ein Unding, dass Anwohner in der Nähe von Schulen schon jetzt keinen Parkplatz mehr finden und weit entfernt parken müssen. Ab 22 Uhr fahren die Sportler dann wieder mit Türenklappen und Getöse von dannen – und das soll jetzt auf die Nächte und Ferienzeiten ausgeweitet werden? So nicht!

Gabriele Ebert

Ein Thema voller Überraschungen

16./17. Februar: Studien aus dem Phantasialand. Bertelsmann-Stiftung ermittelt Zuwanderungsbedarf bis 2060. Ist das noch Wissenschaft?

Herr Iken ist offensichtlich nicht ganz glücklich mit der Aussage der Arbeitskräftezuwanderungsstudie, die die Bertelsmann-Stiftung beim Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung und der Hochschule Coburg in Auftrag gegeben hat. Ich auch nicht. Danke Herr Iken. Dass der deutsche Arbeitsmarkt zukünftig nicht ohne Zuwanderung auskommt, das ist doch schlicht in Frage zu stellen. Deutschland verfügt auch heute noch über ein erhebliches Arbeitskräftepotenzial, zum Beispiel bei den Langzeitarbeitslosen, den aus welchen Gründen auch immer Nichterwerbstätigen, der großen Anzahl von Studenten, die jahrelang studieren und auch noch in erheblichem Umfang Fächer, für die es in der Wirtschaft keine wirkliche Nachfrage gibt. Hinzu dürfte es in den nächsten Jahren als Folge der Digitalisierung eine große Anzahl von nicht mehr nachgefragten Fachkräften geben. Und nicht zu vergessen sind die vielen Schwarzarbeiter, die mit ziemlicher Sicherheit als nicht vorhanden von den Arbeitgebern beim Arbeitskräftemangel angegeben werden. Und dann ist da noch die Frage, ob die Abwerbung von Fachkräften aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die dort benötigt werden, überhaupt vertretbar ist oder vielleicht moderne Sklaverei und Ausbeutung von Entwicklungsländern darstellt. Das Thema ist sehr komplex und dürfte voller Überraschungen stecken. Es bleibt zu hoffen, dass sich kompetentere Studienschreiber diesem Thema annehmen. Studien-Populismus à la Bertelsmann-Stiftung sollte wissenschaftlicher Einhalt geboten werden.

Hans-Peter Hansen, Hamburg

Bezaubernde Ode an den Frühling

16./17. Februar: Der schlimmste Herzensbrecher

Lange habe ich mich nicht mehr so amüsiert wie über Ihren „Zwischenruf“. Eine bezaubernde Ode an den Herzensbrecher Frühling.

Monika Mittmann

Hamburg ist und bleibt Autostadt

14. Februar: 800 Wohnungen, ein Hallenbad, kaum Autos. In Hamm entsteht mit den Osterbrookhöfen ein neues Quartier

Ein autoarmes Quartier ist in Hamm geplant. Man setzt auf den ÖPNV. So wurde auch der erste Bauabschnitt der Neuen Mitte Altona ausgerufen – und keine Stellplätze geschaffen, beziehungsweise nur wenige, aber dafür teure in den Tiefgaragen. Noch ist der erste Bauabschnitt nicht mal fertig, schon finden die Bewohner für ihre Autos rund um die Harkortstraße kaum Parkplätze und müssen weiträumig in die Umgebung ausweichen, in der es schon davor nicht genügend Stellplätze gab. Die Planung und Hoffnung auf autofreie neue Quartiere ist ein Irrweg. Hamburg ist und bleibt eine Autostadt – wer neue Wohnungen und Quartiere plant ohne ausreichend Parkplätze, macht sich mitverantwortlich für zugeparkte Feuerwehrzugänge und Straßeneinmündungen sowie Fahrradstreifen und Gehwege. Täglich zu besichtigen in der Gegend um die Neue Mitte Altona.

Peter Meyer