Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 15. Februar 2019

Bahnen sind schon voll genug

14. Februar: HVV-Seniorenkarte soll bald ganztags gelten

Das ist eine großartige Idee. Bahnen und Busse sind ja im Berufsverkehr wirklich noch nicht voll genug und junge Eltern, die mit ihren Kindern auf dem Weg zur Krippe sind, freuen sich bestimmt, Senioren die Fahrstühle überlassen und Kinderwagen und –karren die Treppen hinauf- und herabtragen zu dürfen. Ich kann es kaum erwarten, bis es soweit ist.

Mark Oliver Scholz

Warum nicht ganz kostenlos?

Sperrzeiten werden aufgehoben. Prima. Aber macht es doch perfekt. Alle Senioren sollten kostenlos den HVV nutzen dürfen.

Wolfgang Oehms, Hamburg

Realitätsferne Stadtplanung

14. Februar: 800 Wohnungen, ein Hallenbad, kaum Autos. In Hamm entsteht mit den Osterbrookhöfen ein neues Quartier

800 Wohnungen für ein sozial gut durchmischtes Viertel, sogar ein Hallenbad und wenig Autos, das hört sich in der Theorie fantastisch an, hat in der Realität jedoch seine Tücken: Ein Quartier mit wenig Autos bedeutet nämlich nicht, dass hier weniger Autos fahren oder dass die Bewohner weniger Autos haben, sondern schlicht, dass es für Autos keinen Platz geben wird. 800 Wohnungen mit nur 250 Stellplätzen und 70 lächerliche Besucherparkplätze zu planen, in einer Gesellschaft, in der der Trend zum Zweitwagen geht, ist fernab jeglicher Realität. Ich habe es in Hamburg bereits erlebt: Zuerst wird Wohnraum ohne Parkmöglichkeiten gebaut und schon wenige Jahre später sind die Radwege zu Parkplätzen umfunktioniert und/oder der Fußweg zugeparkt. Fahrradstadt Hamburg? Fehlanzeige!

Judith Hensen

Statt Pyros guten Fußball spielen

14. Februar: Feuer frei beim HSV. Verantwortliche wollen prüfen, Pyros legal abbrennen zu lassen

Ja, sind denn die Verantwortlichen beim HSV noch ganz bei Trost solche sportfremden Aktionen ernsthaft in Erwägung zu ziehen? Fällt den tumben Vereinsfunktionären wirklich nichts Besseres ein, um die Anhängerschaft im Stadion bei Laune zu halten? Vielleicht sollte man zur Abwechslung einfach dauerhaft guten Fußball präsentieren, anstatt Unmengen von gesundheitsgefährdenden Feinstaub in die ohnehin schon genug belastete Luft über der Hansestadt zu blasen. Es wäre gut, sich diese Schnapsidee schnellstmöglich aus dem Kopf zu schlagen.

Thomas Prohn

Zumutung für die Zuschauer

Für Clubchef Hoffmann mag Pyro ein Teil der Fankultur sein, zeigt aber die Hilflosigkeit der Verantwortlichen, gegen diesen Missbrauch anzugehen. Mag zwar das Abbrennen von der Tribüne gegenüber als tolle Aktion angesehen werden, ist es für die auf der gleichen Seite stehenden und sitzenden Zuschauer nicht nur eine Zumutung, sondern auch eine Belästigung, wenn nicht sogar eine Gefährdung. Nach der Stadionordnung ist die Verwendung von Pyrotechnik grundsätzlich untersagt. Leider ist bei einem Verstoß immer noch strittig, ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder ein Vergehen handelt. Eine Straftat dürfte mit dem Abbrennen dieser Feuerwerkskörper allemal verbunden sein, noch dazu, wenn in unmittelbarer Nähe sitzende Personen gefährdet werden können. Außerdem dürfte eine dauernde Anwendung von Pyrotechnik ein laufendes Fußballspiel nicht nur behindern, sondern auch beeinträchtigen.

Jürgen Stauff

Lücke im Grundgesetz

13. Februar: Verbot von Geschlechtsoperationen an Kindern verzögert sich

Unser zu Recht hochgelobtes Grundgesetz hat eine empfindliche Lücke. Es fehlen nämlich die in der UN-Kinderrechtskonvention schon im vergangenen Jahrhundert angemahnten Kinderrechte in der Verfassung. Wären diese bei uns festgeschrieben, würden sich Geschlechtsoperationen von alleine verbieten, solange die betroffenen Kinder nicht mitsprechen können. Das muss dann allerdings genauso für die Beschneidung von Neugeborenen aus religiösen Gründen gelten. Anstatt über Verbote von Operationen nachzudenken, sollte man stattdessen im Interesse der Kinder ihre Rechte umgehend im Grundgesetz verankern. Es wäre eine längst überfällige Maßnahme.

Dr. med. Christian Hofert

Armes Hamburg

14. Februar: Hochbahn schafft ihre Wasserstoffbusse ab

In Hamburg wird also nun der Wasserstoffbus eingestellt, weil Mercedes die Wartung und Reparatur nicht übernehmen will? Warum funktioniert das denn in Stuttgart? Es ist zum Verzweifeln, die E-Busse, die nur eine kurze Reichweite haben, im Notfall eventuell nicht einsatzbereit sind, da nicht geladen, werden von der Industrie bevorzugt und die praktikablere Lösung Wasserstoffbus wird boykottiert. Armes Hamburg.

Elvira Kleinschmidt

Schweigen hilft nicht weiter

13. Februar: Was der Senat von Mariahilf erwartet. Klinikchefs stellen sich den Fragen der Politiker

Es fällt auf, dass selbst bei dieser Anhörung die Kontrahenten nicht den Schneid haben, die nicht bestehende heile Welt in diesem wichtigen Krankenhaus zu benennen. Schweigen und Schönreden in aller Öffentlichkeit macht keinen guten Eindruck. Die Moderatorin hätte weniger ihre Bewertung herausstellen sollen, als vielmehr die anwesende Ärztin Dr. Manz ausdrücklich zu befragen. Wenn es um die Sache geht, warum dieses Herumgeeiere statt Fehler und Lösungen aufzuzeigen. Traurig.

Heinz-H. Hendrich