Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 4. Februar 2019

Traurig, aber wahr!

2./3. Februar: Ein Meister der Zweitklassigkeit. Ob Kammerrebellen oder Fußballfeiern: Hamburg macht sich gerne groß – möchte aber eigentlich klein bleiben

Als Hamburger mag ich über diese KRITiken gar nicht lange nachdenken. Mir bleibt nur ein Wort: Traurig, aber wahr!

Dieter Brandes, Hamburg

Eine sinnvolle Balance finden

Grundsätzlich sollte das Ziel der Verantwortlichen sein, alte Traditionen und Werte zu bewahren, ohne den Anschluss an die, sich ständig verändernden Ansprüche der Wirtschaft und der Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Aber die Norddeutschen, auch die Hamburger, sind bedächtig. Veränderungen bitte erst nach genauer sachlicher Prüfung. Doch das steht im Widerspruch zur Schnelllebigkeit der Moderne. Eine, von den Bürgern mitgetragene, sinnvolle Balance zu finden, ist sehr schwierig. Hamburg mag zweitklassig wirken, aber die große Anzahl von Touristen, die unsere Stadt besuchen, beweist das Gegenteil. Die Politiker sollten sich nicht von den Ambitionen anderer Städte verwirren lassen, sondern in Ruhe und mit Bedacht einen Weg suchen, der Hamburg zu einem stabilen Erfolgskonzept macht. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Christiane Mielck-Retzdorff

Tempo 30 bei Dunkelheit

2./3. Februar: Schon fünf Fußgänger seit Jahresbeginn getötet. Pärchen auf der Amsinckstraße von Auto erfasst. Die Polizei spricht von einer „dramatischen Häufung“

Bezeichnend ist, dass alle Unfälle im Dunkeln passiert sind. Leider ist es aufgrund der „Fortschritte“ in der Lichttechnik für Autofahrer immer schwerer geworden, bei der permanenten Blendung durch den Gegenverkehr noch unbeleuchtete Menschen wahrzunehmen. Ich glaube, es ist an der Zeit, Tempo 30 flächendeckend einzuführen, zumindest in der Dunkelheit.

Lars Büngener

Grünphase zu kurz

Ich arbeite in unmittelbarer Nähe des Unfallortes und überquere die Amsinckstraße sehr oft. Ganz klar, rot ist rot, keine Frage. Jedoch gibt es auf der Seite des „Mehr Theaters“ jede Menge Parkplätze und Büros und auf der Seite „Hammerbrook-City Süd“ jede Menge Büros und die „Fressmeile“ – und dazwischen liegt die Amsinckstraße. Nun müssen jeden Tag viele Menschen dort hin und her – gesteuert von einer einzigen Behelfs-Fußgängerampel. Die Grünphase für Fußgänger kommt erst nach längerer Wartezeit und dann schafft man auch nicht die ganze Straße, sondern muss auf dem Grünstreifen Zwischenhalt einlegen. Selbst wenn diese Behelfsampel auf Grund der Baumaßnahmen dort wieder der normalen Fußgängerampel weicht, die ist genauso schlecht. Die Verkehrsplanung stammt sicherlich noch aus einer Zeit, in der es diese „Wanderung“ noch nicht gab.

Martin Przytulla

Regeln müssen reformiert werden

2./3. Februar: Einfach nur die Regeln befolgen

Fünf tote Fußgänger, in einem Monat. Haben sie nicht die Regeln befolgt? Regeln, die dem ausbordenden Verkehr nicht mehr angemessen sind und dazu führen, dass immer noch Menschen im Straßenverkehr sterben müssen. Nur weil Erwachsene diese nicht beachten und Kinder plötzlich und unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Pech gehabt, Regeln nicht befolgt? Nein, diese Regeln sind hinfällig und müssen endlich reformiert werden. Die Verkehrsdichte nimmt weiter zu. 5000 Neuzulassungen im letzten Jahr. 300.000 Pendler jeden Tag. Hunderte Rotlichtsünder bei jeder Kontrolle. Der Lkw-Verkehr soll in den nächsten Jahren um weitere 27 Prozent zunehmen. Verkehrsführungen auf den Straßen, die oft irreführend sind. Es ist der Wahnsinn! Fakt ist, dass noch kein Fußgänger einen Autofahrer überfahren hat. 90 Prozent der bei Verkehrsunfällen getöteten Menschen würden bei Reduzierung der Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h noch leben. Viele der schwerverletzen Unfallopfer wären „nur“ Leichtverletzte. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorstellen, dass alleine diese Maßnahme auf unseren Straßen viel Not und Elend verhindern würde.

Peter Gutzeit, Hamburg-Eimsbüttel

Lösungen liegen auf der Hand

1. Februar: Diesel-Verkäufe brechen ein – Hamburger Händler schreibt Merkel

Es ist schon erstaunlich, wie heute Meinungsbildung funktioniert: Aus den Bedenken von 100 deutschen Lungenärzten werden wissenschaftliche Tatsachen und geltendes Recht in Form von Grenzwerten infrage gestellt. An den Fahrverboten und damit verbundenen Absatzeinbrüchen von Dieselfahrzeugen ist nicht die Deutsche Umwelthilfe oder die EU schuld. Das wird bei aller Polemik gerne verschwiegen. Die Grenzwerte gelten seit 1999 und wurden von den jeweiligen Bundesregierungen ignoriert. Dieses Wegschauen hat den Autobauern ihre Softwareschummeleien erst ermöglicht. Die Lösungen, wie Hardwarenachrüstungen, liegen auf dem Tisch und würden vielerorts Fahrverbote überflüssig machen. Aber schnelle und günstige Lösungen bringen scheinbar nicht genug Profit. Die Autohändler sollten sich an Fakten halten und nicht wohlfeilen Empörungen folgen.

Hans-Joachim Bull