Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 30. Januar 2019

Internetkäufe vermeiden

29. Januar: Alle 16 Minuten ein Betrug: Auf fünf Tricks fallen viele Hamburger herein. Starker Anstieg bei Käufen im Internet. So schützen Sie sich

Da gibt es doch eine ganz einfache Lösung: Hört einfach auf im Internet zu kaufen. Der Einzelhandel und die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer werden es uns danken.

Gitta Uther, Seevetal

Plakataktion ist unverzichtbar

29. Januar: Diese Plakate kosten 136.000 Euro Hochbahn wirbt für die neue U 5 – Bund der Steuerzahler übt Kritik

Endlich werden die Hamburger Bürger früh an einem für die Hansestadt wichtigen Projekt beteiligt. Zu einem Zeitpunkt, wenn noch Alternativen im Spiel sind. Chapeau. Damit man viele Bürger auch erreicht, ist eine solche Plakataktion unverzichtbar. Wer statt Bürgerbeteiligung schnellen Bau fordert, nimmt die Risiken von Stuttgart 21 bewusst in Kauf und – ignoriert die Bürger der Hansestadt.

Helena Peltonen

Die Towers auf den Balkon

28. Januar: Bürgermeister will feiern. Peter Tschentscher lädt den HSV bei Aufstieg auf den Rathausbalkon ein

Na, wenn sich der Bürgermeister Tschentscher da mal nicht zu weit über die Rathaus-Balkonbrüstung gelehnt hat. Es ist ja lobenswert, wenn er sich jetzt schon Gedanken über einen Wiederaufstieg des HSV in die 1. Liga macht, aber es ist ja wieder typisch, dass an andere Sportarten nicht gedacht wird, oder werden die Basketballer der Hamburg Towers oder die neu organisierten Handballer vom HSVH bei einem Aufstieg auch auf den Rathausbalkon gebeten? Aber diese und andere Sportarten kommen ja in den Medien nur vor, wenn der Fußball Winterpause hat. Da hatten die WM-Handballer jetzt ja richtig Glück. Aber nun verschwinden sie wieder in der Versenkung und wenn man kein Abo bei einem Pay-TV-Sender hat, guckt man in die Röhre. Dafür wird aber Fußball bis in die 3. Liga und weiter runter im TV gezeigt.

Renate Stadtlich, Hamburg

Sehr geehrte Diverse...

26./27. Januar: Nichts ist doofer als Hannover. Die Stadtverwaltung will nun „gendern“ – die Politik spricht nicht mehr die Sprache der Menschen

Die Sache mit der Gendergerechtigkeit der Sprache ist eigentlich viel einfacher, als gedacht. Das sogenannte dritte Geschlecht, Divers, ist bei genauer Betrachtung der am weitesten gefasste Begriff, der dementsprechend alle anderen Geschlechter bereits beinhaltet. Verzichten wir fortan also auf männlich und weiblich, Frau und Mann und begrüßen die Lesenden einer Zeitung ebenso wie die Delegierten eines Parteitages mit „Liebe Diverse“ bzw. „Sehr geehrte Diverse“. Dann blieben als letzte Hindernisse auf dem Weg zur diskriminierungsfreien Sprache noch die Buchstabenfolgen „er“ und „sie“ abzuräumen. Glücklicherweise kommt uns an dieser Stelle der Asterisk zur Hilfe. Ersetzen wir die erwähnten Zeichenfolgen in Zukunft überall durch ein Sternchen, ist d* *geszug d* Gend* g*echten Sprache nicht mehr aufzuhalten. Liest sich doch ganz flott, od*?

Dr. Holg* Neumey*

Sind wir total abgestumpft?

25. Januar: Berater kassieren bei Verkauf der HSH Nordbank 306 Millionen

Sind wir schon so abgestumpft oder schicksalsergeben, dass wir die gut 300 Millionen Euro an Beraterkosten für die Abwicklung der HSH Nordbank als unvermeidbaren Kollateralschaden akzeptieren sollen? Regt uns dieser schäbige Skandal inzwischen so wenig auf, dass er dem Hamburger Abendblatt zur zweitrangigen Nachricht verkommen darf? Hätten diese 300 Millionen, die den Steuerkassen in Hamburg und Schleswig-Holstein nun fehlen, nicht die größtmöglichen Schlagzeilen bekommen müssen? Berater und Juristen verweisen jetzt wahrscheinlich auf den Streitwert als Bemessungsgrundlage für ihre Honorare, darauf, dass alles natürlich völlig korrekt gelaufen wäre und ihnen diese Summen nun mal zustehen. Für den normalen Menschenverstand klingt das wie Hohn, gemessen an all den Anstrengungen, Schulen, Kitas oder Pflegedienste besser auszustatten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen oder den Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro zu erhöhen. Das eine mag mit dem anderen auf den ersten Blick nichts zu tun haben, aber die Verhältnismäßigkeit von Leistung und Entlohnung einerseits und öffentlichen Aufgaben andererseits ist hier völlig aus dem Lot geraten. Hieß es nicht gerade mal in Hamburg: Gemeinsinn geht vor Eigensinn?

Harm Clüver, Hamburg

Lungen brauchen saubere Luft

24. Januar: Sind Fahrverbote gar nicht nötig? Der Mediziner-Protest gegen die europäischen Feinstaub- und Stickoxid-Grenzwerte heizt die Diesel-Debatte an

Eine kleine Gruppe von 100 Pneumologen aus einem Dachverband mit über 4100 Mitgliedern, die die Stellungnahme von Professor Köhler nicht unterschrieben haben, erdreistet sich, EU-Grenzwerte, Empfehlungen der WHO und zahlreiche wissenschaftlich anerkannte Studien zu ignorieren bzw. zu verharmlosen, ohne selbst wissenschaftliche Belege für die Unbedenklichkeit von Feinstaub und Stickoxiden vorzulegen. Was diese Gruppe tatsächlich antreibt, bleibt im Dunkeln. Dieselabgase sind ein bekanntes und nachgewiesenes Karzinogen. Wir alle wollen doch, dass es unseren Kindern und Kindeskindern auf dieser Welt noch gut geht. Es braucht auch nichts weiter als den gesunden Menschenverstand, um zu erkennen, dass menschliche Lungen eigentlich für saubere Luft konzipiert sind und keinesfalls für den industriellen Schadstoffcocktail unserer Zeit. Jede mögliche Verringerung ist daher anzustreben, besonders auch im Hinblick auf Kranke, Alte und Kinder, die empfindlicher reagieren als Gesunde.

Annelie Kirchner

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