Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 12. Januar 2019

Fluch des Doppelnamens

11. Januar: Schwarz-rot-grüne Party auf dem Süllberg. Blankeneser Neujahrsempfang des ,Klönschnacks‘ im Zeichen des Super-Wahljahrs 2019 – mit Reden von AKK, Habeck und Gabriel

Das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Sollen wir jetzt tatsächlich ständig das Kürzel „AKK“ in Ihrer Zeitung lesen? Mir fällt dazu immer nur „Allgemeines Krankenhaus Kaltenkirchen“ und „Atomkraftwerkskombinat“ oder ähnliches ein.

Warum lässt sich Frau Annegret Kramp-Karrenbauer (Fluch des Doppelnamens) nicht lieber nur Frau Kramp oder Anne Kramp nennen? Klingt doch viel netter und sympathischer als dieses unmenschliche AKK.

DAML Dörte Anna Marie Lauerbach

Respektvoll und ausgewogen

9. Januar: Mäßigt euch! Die Attacke auf den Bremer AfD-Politiker reißt die Gräben im Land weiter auf

Vor dem Hintergrund der schlimmen verbalen Entgleisungen einiger Spitzenpolitiker im Bundestag gegen Abgeordnete der AfD wirken die aktuellen Betroffenheitsbekundungen wie pure Heuchelei. Wer Menschen auf den „Misthaufen der Geschichte“ wünscht, nimmt ihnen die Menschenwürde, die fraglos und grundgesetzlich verankert Jedem zusteht. Das war nicht nur falsch, weil es die AfD in eine Opferrolle drängt, wie die Autorin meint, sondern schlicht menschenverachtend. Dass solche beschämenden Äußerungen Wirkung zeigen und politische Wirrköpfe zu widerwärtigen Gewalttaten anstiften können, ist keineswegs neu. Die Menschheitsgeschichte bietet dazu reichliches Anschauungsmaterial. Deshalb sind politische Akteure, Bürger und vor allem die Medien aufgefordert, zu einer respektvollen und ausgewogenen Debatte beizutragen. Leider lässt die Autorin des Leitartikels es teilweise an der nötigen Objektivität und Fairness mangeln.

Dr. Gerold Schmidt-Callsen

Länder stehen sich selbst im Weg

10. Januar: Rechtspopulisten wollen die Macht in Europa. Wenige Monate vor den Wahlen verbünden sich die rechten Parteien. Experten glauben, EU-kritische Sammlungsbewegung könnte zur stärksten Kraft werden

Klar, die rechten Kräfte sind sich uneinig über die Ziele der EU und das Handeln der Brüssler Verwaltung. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber unterscheiden sich die Rechten dabei von den sogenannten etablierten Parteien? In kaum einem Bereich handelt Europa mit einer Stimme – ja, vielleicht bei Glühbirnen und der Leistungskraft von Staubsauermotoren. Keine Stellung bzw. Stellungnahme zu Syrien, wochenlanges Gezerre um die Verteilung von 49 Migranten vor Malta, Großbritannien verlässt die Gemeinschaft wegen Brüsseler Bevormundung, etc. Vor diesem Hintergrund kann es doch nur gut sein, wenn sich die Länder erst mal einig werden, was der Sinn und Zweck der EU ist, welche nationalen und monetären Interessen die Gemeinschaft bestimmen sollen. Nicht die sogenannten Rechtspopulisten blockieren ggfs. die EU, sondern sie steht sich selbst im Wege, die Mitgliedsländer, egal welcher parteipolitischen Couleur.

Michael Wiedemann, Norderstedt

Event-Wahnsinn: Es ist genug

8. Januar: Wandsbeker wollen den Schlagermove. Bezirk Mitte kündigt an, derlei Veranstaltungen nicht mehr zuzulassen

„Die Wandsbeker“ wollen also den Schlagermove. Wirklich? Herr Gnekow ist Geschäftsmann und will als solcher natürlich Geld verdienen. Wenn möglich, soll der Umsatz stetig steigen. Das ist ein legitimes Interesse. Und dass Wandsbek nicht viele Großveranstaltungen bietet, ist auch nichts Neues. Aber ausgerechnet Schlagermove und Harley-Days in einen dicht bewohnten Bezirk zu holen, erscheint mir ziemlich daneben. Wir wohnen etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt vom Wandsbek-Markt und können uns im Sommer auf dem Balkon jede Musik anhören, die von Veranstaltungen dort herüberschallt, von Schlagern, Partymusik, Rock bis zu Afro-Folklore ist alles dabei, ob uns das gefällt oder nicht: Frühlingswiesn, Beachclub, Wandsbeker-Wiesn, Afrika-Day, Winterzauber usw. Wie wirkt da erst eine Kolonne, die stundenlang mit höchster Lautstärke durch den Bezirk rollt und sich nicht nur auf den Marktplatz beschränkt? Sind Veranstaltungen mit Lärm, Gestank und unappetitlichen Begleiterscheinungen für die Anwohner das einzige, was Herrn Gnekow einfällt, um den Umsatz zu steigern? Eine Großstadt ist gewiss kein Kurort. Die City Wandsbek e.V., für die Herr Gnekow hier wohl spricht, hat in den letzten Jahren bereits viel erreicht und diesen Bereich attraktiver gestaltet. Aber es gibt sicher noch genügend andere Möglichkeiten, um daran weiterzuarbeiten. Irgendwann ist auch mal genug mit diesem Event-Wahnsinn.

Idis Eisentraut