Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. Januar 2019

Bausünden gehören korrigiert

9. Januar: Milliardär will Gänsemarkt Passage abreißen. Österreichischer Karstadt-Besitzer René Benko plant Großprojekt

Wunderbar! Insbesondere, dass jetzt endlich mehr Wohnraum in der City geschaffen werden soll. Die Sünden der Nachkriegszeit, in der die Innenstadt quasi wohnraumfrei gemacht worden ist, gehört korrigiert. Und dass manche – pardon – Architektenfürze verschwinden, ist sicher zu begrüßen. Dazu gehören ganz sicher auch die hässlichen City-Hof-Hochhäuser.

Jörg Ökonomou, Hamburg

...und wieder eine Baustelle

Das nennt man hervorragende Zeitplanung. Oder doch eher „Operation Gomorrha“, die zweite? Jetzt, wo die Gegend Dammtorstraße/Gänsemarkt fast fertiggestellt ist, wird dort wieder eine jahrelange Baustelle in der Freien und Abrissstadt Hamburg eröffnet. Wie wir gerade gelesen haben, gehen überall in der Innenstadt Geschäfte konkurs oder schließen und nun wird endlich wieder ein neuer Konsumtempel gebaut. Garniert mit ein paar Sozialwohnungen, deren Mieter sich das zu erwartende Preisniveau mit Sicherheit nicht leisten können. Das nennen dann Politiker wie Herr Kienscherf eine „attraktive Durchmischung“. Und dann kommt in der HafenCity demnächst noch ein gigantisches Einkaufszentrum dazu. Für wen eigentlich? Ach so, natürlich, für die neuen Bewohner der „wachsenden Stadt“.

Walter Spremberg

Hamburg verschläft seine Chance

9. Januar: So plant Hamburg die wachsende Stadt. Zahl der Einwohner steigt jedes Jahr um 30.000

Jährlich 30.000 neue Einwohner bedeuten auch mindestens 10.000 weitere Autos. Es ist schon aberwitzig, dass die Wohnungspolitik in Hamburg ohne jegliches Verkehrskonzept daher kommt. Noch mehr Busse auf bereits verstopften Straßen und utopische U-Bahn-Visionen helfen da kaum den Verkehrsinfarkt, heute teilweise schon vorhanden, abzuwenden. Nur der massive Ausbau des ÖPNV könnte das Unheil noch verhindern, Fahrradstadt-Träume hin oder her. Ohne ein sinnvolles und ergänzendes Straßenbahnnetz, welches bis 1978 bereits vorhanden war, jedoch vorschnell und unüberlegt vernichtet wurde, dürfte Hamburg weiter zurückfallen. Beispiele aus München, Berlin und halb Europa zeigen eindrucksvoll, dass moderne Straßenbahnen zusammen mit U- und S-Bahnen wieder unverzichtbar geworden sind. Hamburg aber verschläft eine Chance nach der anderen.

Jens Ode

Verbandsklagen noch zeitgemäß?

8. Januar: BUND klagt gegen Ausbaupläne des Hamburger Flughafens. Umweltverband will 20 Jahre alten Planfeststellungsbeschluss anfechten

Von wem werden wir eigentlich regiert? Vom Senat oder von einem demokratisch durch nichts legitimierten Verein namens BUND mit dem „Bürgermeister“ Manfred Braasch? Der Flughafen plant aufgrund einer geltenden Baugenehmigung. Herr Braasch beruft sich auf die steigende Lärmbelästigung durch steigende Passagierzahlen. Offensichtlich ist ihm entgangen, dass nicht die Passagiere, sondern die Flugzeuge für Lärm verantwortlich sind und die Anzahl der Flugbewegungen rückläufig ist. Das Gebaren von Organisationen wie BUND oder DUH grenzt in letzer Zeit schon an Realsatire und hat nichts mehr mit Umweltschutz zu tun. Vor diesem Hintergrund muss man sich wirklich Gedanken machen, inwieweit das inflationär genutzte Verbandsklagerecht noch zeitgemäß ist.

Lutz Weiser, Hamburg

Noch mehr Flughafen geht nicht

Natürlich ist für die Reisenden ein stadtnaher Flughafen bequem, aber wie viel Lärmbelästigung und Beschwerden gibt es. Warum hat man den Flughafen Kaltenkirchen, für den schon Dörfer plattgemacht wurden, wieder aufgegeben? Noch mehr Fuhlsbüttel verträgt Hamburg nicht.

Jochen Ebert

Einmalige Vielfalt

7. Januar: Hamburgs Frauenclubs sollen künftig auch Männer aufnehmen und 9. Januar: Leserbriefe ,Rudern ohne Bevormundung‘/,Schutzraum für Ruderinnen‘

In der Welt- und Sportstadt Hamburg gibt es 26 Ruderclubs an Alster, Bille und Elbe. Diese Vielfalt an Rudervereinen ist einmalig und jeder der in Hamburg rudern möchte, findet für sich einen geeigneten Club. Der Eingriff und der Druck der Politik, explizit der Finanzbehörde Hamburg Nord in die Vereinsautonomie und hier im speziellen auf die Hamburger Ruderinnen, erinnert an die „Kavallerie“ von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Die Hamburger Ruderszene kann nur hoffen, dass der Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel das Schießen mit Kanonen auf Spatzen schnell einstellt, die elegante Lösung findet und einen Nicht-Anwendungsbescheid erlässt und so die Gemeinnützigkeit für die Rudervereine nicht in Frage gestellt wird.

Gert-Rüdiger Wüstney, Hamburg

Ausschluss ist diskriminierend

Ein Ausschluss von Personen anderer Geschlechter, nur auf Grund des Geschlechts, ist und bleibt Diskriminierung und gegen das Grundgesetz. Es kann daher nicht vom Staat gefördert werden. Die Argumentation in den abgedruckten Leserbriefen ist daher Rosinenpickerei. Wenn Frauen ausgeschlossen werden, ist das Gezeter immer groß.

Eike Antje Oldenburg

Sonst keine Probleme?

So so, das Finanzamt stellt Ruderinnen ein Ultimatum. Na, wenn das Amt sonst keine Sorgen und Probleme hat, dann ist das ja ein gutes Zeichen für die Stadt Hamburg...

Gerhard Maack

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