Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 8. Januar 2019

Scholz kann es nicht rausreißen

7. Januar: Scholz traut sich was. Kanzlerkandidat? Der Hamburger hat nichts zu verlieren. Und eine Chance

Was soll der Hype um Olaf Scholz? Bei einer Partei, die um die 15 Prozent rumdümpelt, über einen „Kanzlerkandidaten“ zu fantasieren, ist schlicht lächerlich. Und ist es inzwischen schon vergessen, dass der SPD-Generalsekretär Olaf Scholz wegen seiner drögen Art als „Scholzomat“ verspottet wurde? In Hamburg hatte er auch Erfolge, kein Zweifel. Aber Hamburg ist entgegen häufiger Selbstüberschätzung nicht die Welt. Es kommt nicht von ungefähr, dass der in der Provinz teilweise erfolgreiche Olaf Scholz in der gesamten Rest-SPD ziemlich unbeliebt ist. Der soll die Partei mit- und aus dem Tief reißen? und als Volkstribun die Wähler begeistern? Undenkbar!

Christoph Lütgert, Hamburg

Keine Überraschung

Die Überraschung, in Form eines mittelschweren Bebens, ausgelöst durch die Verlautbarung von Olaf Scholz, er wolle Kanzler werden, kann ich überhaupt nicht verstehen. Schon beim Wechsel von Hamburg nach Berlin klebte Olaf Scholz ein Zettel mit der Ankündigung „ich will Kanzler werden“ an der Stirn.

Doris Wolff

Die SPD hat dringendere Probleme

Bei den Wahlen 2019 in Thüringen, Sachsen und Brandenburg dürfte die SPD in die Bedeutungslosigkeit rutschen. Eine Partei, die in Umfragen bei 14 Prozent liegt und um die nackte Existenz kämpft, hat dringendere Probleme zu lösen als eine Debatte über den Kanzlerkandidaten für eine Wahl zu führen, die regulär in zweieinhalb Jahren stattfindet. Der Vorstoß von Olaf Scholz wirkt wie die ganze SPD: ziemlich angstgetrieben.

Günther Hegemann, Hamburg

Der Markt ist gesättigt

4. Januar: Wie angeschlagen ist Apple? Der US-Technologiekonzern gibt die erste Umsatzwarnung seit 20 Jahren heraus. Das China-Geschäft schwächelt

Was als Desaster beim iPhone-Giganten „Apple“ zu beobachten ist, entspricht dem buchstäblichen Ablauf und Kaufantrieb aller gängigen Waren. Wenn der Absatz von technischen Geräten gleich welcher Art stockt, weil letztlich „jeder“ ein Handy, Smartphone, Fernseher oder eine Waschmaschine besitzt und der Bedarf gedeckt ist und die Hersteller bis auf wenige eigentlich ihre Fabriken schließen müssten, werden immer rechtzeitig in kongenialem Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Anbietern schlichtweg die Nutzungsbedingungen geändert. Konnte man die Smartphonefreaks noch über lange Zeit mit Gimmicks, vorgeblichen „Verbesserungen“ zum Neukauf und zur Entsorgung ihrer „Altgeräte“ bewegen, so ist nunmehr der Zeitpunkt gekommen, wo keinerlei erweiterter Nutzen mehr möglich ist und zum Kauf animieren kann. Über kurz oder weniger lang werden zwangsläufig wie vor wenigen Jahren bei den schnurlosen Haustelefonen die Frequenzen geändert und wieder vollfunktionsfähige Geräte millionenfach im Müll landen. Derzeit erleben wir es ganz direkt beim Fernseh- und Rundfunk-Empfang: Nur wenige Jahre alte Geräte mit brillanter Wiedergabe in Bild und Ton wandern zur Umsatzsteigerung in die Schrottpresse, ist es doch angeblich unumgänglich, die bislang perfekte und von keinem Verbraucher bemängelte Übertragungsqualität mit bisher „gestochen scharfen Fernsehbildern“ vom vorgeblich veraltetem analog auf digital umzustellen. Diese Art Zwangsbeglückung dient ausschließlich dem hemmungslosem Umsatz und einer weiteren Vermüllung der Umwelt. Und so wird auch der Smartphone-Absatz wieder anspringen, wenn in Kürze durch „unbedingt notwendige Verbesserung“ der bisherigen Frequenzen, die jetzigen Geräte keine Signale mehr empfangen können.

Gerhard Klußmeier, Rosengarten

Harmlos, aber extrem lästig

5./6. Januar: Hackerangriff auf Politiker und TV-Stars: Spur führt nach Hamburg. Persönliche Daten von Hunderten E-Mail-Accounts im Netz veröffentlicht

Die Aufregung verstehe ich nicht. Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) ist ein Bürokratiemonster ohne jegliche Sicherheitskompetenz. Das wissen wir spätestens, seit vor fünf Jahren herauskam, dass Geheimdienste über zehn Jahre lang unbemerkt die Handys von Bundeskanzlerin Merkel und anderen Spitzenpolitikern abgehört und damit Staatsgeheimnisse ausgespäht hatten. Das galt damals als nicht weiter schlimm und war nach kurzer Zeit vergessen. Auch andere Sicherheitsbehörden haben Probleme mit dem Schutz ihrer Daten. Der niedersächsische Verfassungsschutz hat nach dem G20-Gipfel einen eigenen V-Mann enttarnt und in Lebensgefahr gebracht. Verglichen damit sind die jetzigen Vorfälle eigentlich völlig harmlos, wenn auch für die Betroffenen extrem lästig. Was soll gerade jetzt dieser Aktionismus?

Sabine Schröder, Norderstedt

Übertreibt der BUND?

5./6. Januar: Handyketten – Megatrend mit Nebenwirkungen. Wie schädlich ist der ständige Körperkontakt mit dem Handy?

Man sollte doch glauben, dass es egal sei, ob man sein Handy in der Hosentasche, der Jackentasche, einer umgehängten Handtasche oder an einer Kette um den Hals trägt, jedenfalls sofern die Taschen nicht aus Kupferblech bestehen. Eines aber sollte auch den Strahlenexperten des BUND nachdenklich machen: Jeden Tag tragen in Deutschland viele Millionen Menschen ihre Handys mit sich herum und es werden Millionen Handytelefonate geführt, weltweit dürften es Milliarden sein, und das seit über zehn Jahren. Nicht alle werden dabei, wie empfohlen, fünf Meter Abstand zum Handy einhalten. Wenn die sogenannte Handystrahlung wirklich so gefährlich wäre, müssten unsere Krankenhäuser eigentlich voll sein mit Strahlenopfern. Sollte der Strahlenexperte des BUND da etwas übertrieben haben?

Heinz-W. Krüger