Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 02.01.2019

Inkompetenz der Verwaltung

31. Dezember: Teilrückzug des Staates. Hamburg hat seit dem Jahr 2015 fast 36 Millionen Euro für externe Beratungen ausgegeben

Danke für diesen Artikel. Für den Bürger ist es doch wichtig, auch einmal im Detail zu erfahren, wie der Staat arbeitet. In etlichen Bereichen ist eine manchmal unfassbare Inkompetenz der Hamburger Verwaltung sichtbar. An den zitierten Aufträgen an externe Berater wird ja lediglich beispielhaft deutlich, wo es überall im staatlichen Apparat hapert. Unfassbar, dass für Marketingkampagnen im Radverkehr überhaupt Geld ausgegeben wird, zudem noch für externen Rat. Fällt den zuständigen Behörden selbst nichts ein? Können sie sich nicht vorstellen, dass man zunächst ein ordentliches Produkt herstellen muss (Sicheres System für den Radverkehr)? Nein, es ist offenbar noch nicht einmal ein Mindestmaß an selbstverständlicher eigener Urteilsfähigkeit zur Sicherheit vorhanden. Also muss selbst dafür eine weitere Beratung her. Aus all dem folgt die Aufforderung an den Senat: Nehmen Sie Ihre eigene Verantwortung wahr, kompetente Behördenleiter einzusetzen, die den Mut und die Fähigkeit haben, zusammen mit ihren Mitarbeitern in eigener Verantwortung die wesentlichen Aufgaben wahrzunehmen. Nicht in erster Linie geht es darum, zig Millionen an Beratungshonoraren einzusparen, sondern es geht um Kompetenz und Verantwortung in den Behörden. Das macht dieser Leitartikel überdeutlich.

Dieter Brandes, Hamburg

Werbekampagne total überflüssig

Wenn in Hamburg der Wunsch nach Radfahren um ein vielfaches größer ist als das Radwegenetz hergibt, ist eine Werbekampagne für‘s Radfahren für 3,92 Millionen ja wohl total überflüssig. Das Geld hätte man ja wohl besser in den Radwegeausbau gesteckt. So bleibt der fade Eindruck, es sollte Steuergeld einem Freund zugeschustert werden.

Jürgen Jeschke, Norderstedt

Komische Satire

31. Dezember: So war 2019

Ich bedanke mich beim Hamburger Abendblatt und besonders Herrn Kummereincke für die ausgesprochen komische Satire „So war 2019“. Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. Also freue ich mich mit einem Lächeln auf den ganz alltäglichen Wahnsinn und bin gespannt, was von den prognostizierten Sachverhalten tatsächlich eintreffen wird.

Christiane Mielck-Retzdorff

Nette Knaller

Das war ein hübsches Feuerwerk zum Jahresende: Rückblick und Vorschau auf Vorderseite und Rückseite eines Blattes Papier. Bunt, gut orchestriert, ein paar nette Knaller dabei. Und ganz ohne Feinstaub. Wer für einen Griff zur Kaffeetasse das Blatt aus der Hand legte, musste aufpassen, dass er auf der richtigen Seite weiterlas: Fakt und Fiktion lagen zum Lachen nah beieinander. Es gibt eben doch Zufälle, die rein zufällig sind. Es sei denn, man macht sie möglich.

Dr. Uwe J. Petersen, Hamburg

Wo sind Kontrollen

31. Dezember: Ein Kind darf endlich zu seinen Großeltern

Traurig genug, die Geschichte des kleinen David. Aber es überkommt einen das nackte Grauen, sollten sich in diesem Augenblick andere Kinder in der Obhut des genannten Heimes befinden. Wie ist es bloß möglich, das im Jahre 2018 immer noch derartige Zustände in deutschen Einrichtungen herrschten? Wo sind Kontrollen und Qualitätsmanagements, was machen die Jugendbehörden? Wie ist die Entwicklung nach den Horrorschlagzeilen der letzten Jahre mittlerweile bei den Hamburger Heimen für Kinder und Jugendliche?

Ulrike Langerbeins, Hamburg

Überreaktion der Politiker

31. Dezember: Herr Maaßen und die Krawallmacher

Die rückblickende Betrachtung des Ablaufs der Entsorgung eines Verfassungsschutz-Präsidenten wird hoffentlich künftig ähnliche Aufgeregtheiten verhindern. Ursache war eine Überreaktion der Politiker, die glauben, sie allein hätten die Wahrheit gepachtet und ihre Sicht der Welt sei die einzig erlaubte. Ihnen sei gesagt, dass unsere Verfassung Meinungsfreiheit garantiert, auch einem Beamten.

Jürgen Schmidt

Es fehlt Beurteilung des Auslösers

Eine schöne Zusammenfassung des ganzen Theaters. Es fehlt aber eine kompetente Beurteilung des Auslösers, also des Videos über die angebliche Hetzjagd. Daher muss man davon ausgehen, dass Herr Maaßen in seiner Beurteilung Recht hatte und Frau Merkel und Herr Seibert erstmal hätten abwarten sollen, bevor sie von Hetzjagd redeten. Und Frau Nahles? Nun, sie sollte Frau Merkels Beispiel folgen.

Manfred Dünow, Tostedt

Zuerst die Sicherheit

31. Dezember: Autofahrer legt Flughafen lahm

Sicher kann recht viel zu dem Ereignis geschrieben werden. Man fragt sich, wie es sein kann, dass die Fluggäste bis auf die Schuhsohlen gefilzt werden, was sicher alle Reisenden begrüßen werden, aber auf der anderen Seite so einfach eine Absperrung durchbrochen werden kann und ein Fahrzeug, mit welchem Inhalt auch immer, auf das Rollfeld ungehindert fährt. Jeder kann sich ausmalen, welche Gefahren dort drohen. Geld ist bei den Flughafenbetreibern vorhanden. Macht die Flughäfen bitte schnellstens großräumig sicher, die Terroristen sind gerissener, als wir es uns denken. Dann bekommen die Aktionäre eben einmal weniger oder für einige Zeit gar keine Dividende. Wie heißt es doch immer so schön? Zuerst die Sicherheit!

Dirk Baumann, Polen