Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 3. Dezember 2018

Gesellschaft für deutsche Häfen

1./2. Dezember: Abendblatt-Gipfel: Wie geht es weiter mit Hamburgs Hafen?

Das klingt ja alles so schön, aber wer zahlt die Zeche zum Beispiel für die Verschlickung im Hafen, die durch die sinnlose Baggerei entstehen wird? Bildet eine Gesellschaft für alle deutschen Häfen, sprecht mit einer Stimme, nur so sind wir stark und können im Wettbewerb bestehen, diese Kleinstaaterei der Bundesländer ist überholt und schwächt den Standort Deutschland.

Uwe Kossebau, Hanstedt

Wohin mit den alten Batterien?

1./2. Dezember: Mit Wechsel-Batterien zu mehr Reichweite

Beim Thema E-Mobilität frage ich mich, ob jemand schon eine Lösung dafür hat, wie all die verbrauchten Batterien am Ende ihrer Laufzeit entsorgt werden sollen, wenn (vielleicht einmal) Millionen von E-Autos unterwegs sind. Aber wenn ich dann die verwaisten Parkplätze mit Ladestation in unserer Stadt (Reinbek) sehe, mache ich mir über die Zukunft wieder weniger Sorgen. Dilettantisch meine Vorstellung, dass alle Berufstätigen hier mal ein E-Auto hätten und zum Abend gleichzeitig den Stecker in die Dose stecken. Plopp!!

Jan Keijzer, Reinbek

Knöpfe drücken auf dem Laptop

30. November: Milliarden für die digitale Schule. An Schulen soll es mehr Laptops geben – und Lehrer, die damit umgehen können

Als ehemaliger Mathematiklehrer bedaure ich die Art und Weise, in der die Digitalisierung von Politikern schlagwortartig hochgespielt und auf Internetnavigation und WLAN für alle reduziert wird. Die Nutzung von Laptop, I-Phone und Tablet bei der Navigation im Internet besteht im Wesentlichen darin, Knöpfe zu drücken, hat wenig Bildungswert und entspricht vergleichsweise einem Mopedführerschein im Straßenverkehr, ohne technisches Know-how zu kennen. Das hat wenig mit Informatik zu tun. Die Zielrichtung beim Thema Digitalisierung in der Schule sollte eher darauf ausgerichtet sein, Schülern die Ideen der Informatik zu vermitteln, Einblick in das Innenleben eines PC zu geben und sie anzuleiten, selbst in einer höheren Programmiersprache Programme zu schreiben.

Dr. Dietger Heitele, Hamburg

Kernkompetenzen fördern

Die Politiker glauben, dass Bildung von Bildschirm kommt und nicht von Büchern, dann würde es ja auch Buchung heißen. Diese Technikgläubigkeit hilft nicht dabei, die Lernenden in den Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Kopfrechnen zu fördern. Sie hätten die Wirtschaft nach ihren Erfahrungen befragen sollen: Viele Betriebe hatten in den 80er-Jahren umfangreiche Anstrengungen in die PC-gestützte Aus- und Weiterbildung investiert und mangels Akzeptanz und Erfolg wieder eingestellt. Den Schulen wird das Gleiche passieren, ganz davon abgesehen, wir kennen die Halbwertzeiten von Computern. Es fehlt nicht an Technik, sondern an gut ausgebildeten und engagierten Pädagogen.

Herbert Drapatz

Modernes Zeichen in idealer Lage

28. November: Unesco billigt Abriss der City-Hochhäuser

Die City-Höfe sind ein Denkmal, gelegen in der Pufferzone des Weltkulturerbes Kontorhausviertel/Speicherstadt. Die Höfe sind Teil des Kontorhausviertels, errichtet in den 50er-Jahren von Rudolf Klophaus, der in den 20er- und 30er-Jahren dort ebenfalls schon gebaut hatte. Alles zusammen ist Teil der Museumsmeile entlang des historischen Walls. Nun muss man sich endlich mit Nachdruck dem Erhalt dieses in Deutschland einmaligen Ensembles widmen. Südlich des Bahnhofes sollen Verdichtungen, neue Zugänge und weitere Verkaufsflächen errichtet werden. Umso wichtiger ist es da, die Transparenz und Weite dieser Höfe zu erhalten und die Erreichbarkeit des Chilehauses zu erleichtern. Der Begriff der Weite in der Stadt ist eben erst in einem Workshop der Architektenkammer besonders herausgestellt worden. Und wie wäre es, am Standort Räume für Start-up-Firmen und junge Unternehmer einzurichten? Einige Etagen können auch ein Hotel und kleine Apartments enthalten. Die Lage für diese mobile Zielgruppe ist doch ideal: Zwischen Bahnhof und HafenCity, Chilehaus und Alster wären die Höfe schnell wieder genutzt und würden zur Dynamik in der Stadt beitragen. Hamburg kann hier in der Tradition der Konterhäuser ein modernes Zeichen setzen.

Matthias Frinken

Nutzlose Tierschutzgesetze?

29. November: Deutsche Ferkel müssen weiter leiden

Es ist nicht zu begreifen, warum die Regierungen nicht in der Lage sind, ein so wichtiges Gesetz schon zum 1. Januar 2019 durchzusetzen. Fünf Jahre hatten die Landwirte Zeit, sich Alternativen auszudenken. Wozu haben wir ein Tierschutzgesetz? Glaubt man wirklich, dass der Verbraucher schmecken kann, ob ein Tier kastriert ist oder nicht? Vielleicht sollten sich die männlichen Gesetzgeber einfach mal vorstellen, wie es ihnen erginge, wenn sie bei lebendigem Leibe kastriert werden. Dem Verbraucher bleibt nur die Alternative, überhaupt kein Fleisch mehr zu essen.

Gisela Buchenau, Hamburg

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