Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. November 2018

Photovoltaik statt Diesel

27. November: Sicherheitsrisiko Stromausfall. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnt: Ein großer Blackout könnte katastrophale Folgen haben

Die Warnung des Bundesamtes zeigt eine der eklatanten Schwächen unserer zentralen Energieversorgung auf. Das System ist anfällig für großflächige Ausfälle jedweder Ursache. Dieselgeneratoren sind in der heutigen Zeit nicht mehr das probate Mittel, um sich vor Versorgungsengpässen zu schützen. Weitaus wirkungsvoller und zukunftsträchtiger sind Photovoltaikanlagen, idealerweise ausgestattet mit einem Speichersystem, das zumindest eine Nacht überbrücken kann und mit einer Ersatzstromfunktion versehen ist, die im Falle des Netzausfalls auf Direktversorgung respektive Speicherbetrieb umstellt. Zum einen stellen sie eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Form der Stromversorgung dar, zum anderen schützen sie auch wirkungsvoll vor dem vom Bundesamt beschriebenen Szenario. Zu guter Letzt leisten sie einen unverzichtbaren Anteil zur bürgerfreundlichen Energiewende. Nicht nur Einfamilienhäuser können davon profitieren. Auch Mieterstromanlagen auf Mehrfamilienhäusern erfüllen diese Funktionen.

Martin Oster

Weniger Fitness durch E-Roller

27. November: E-Roller und Elektroboards erobern Hamburg. Bund will „elektrische Kleinstfahrzeuge“ nun auch in Deutschland zulassen. Sie sollen auf Radwegen fahren

Einerseits wird die allgemeine mangelnde Fitness beklagt. Andererseits wird überall ein E-Motor drunter geschraubt. Das ist einfach kontraproduktiv und nachhaltig schon gar nicht.

Lars Bollerson

Die wahren Gründe der Baugegner

26. November: Mühlenkamp: Mogelpackung oder gute Idee? Bürger entscheiden über geplanten Bau von 100 Wohnungen in Winterhude

Ich finde es bezeichnend, wie die Gegner des Bauprojekts immer neue vorgeschobene Argumente vortragen, um ein sinnvolles Bauprojekt zu verhindern. Es handelt sich doch nicht um eine Bebauung in Ufernähe an einem natürlichen Wasserlauf, sondern an einem Kanal. Der schmale Grünstreifen ist ohnehin nicht der Allgemeinheit zugänglich und muss durch die Erneuerung der maroden Tiefgarage zunächst weichen. Warum sagen die Gegner nicht, worum es ihnen wirklich geht? Nämlich zwei Jahre Baulärm zu vermeiden und keinen Baukörper vor ihren Hochhäusern zu haben.

Bernd Hoch, Hamburg

Beispielhafte Nachverdichtung

Die Diskussion der Nachverdichtung Dorotheenstraße im Bereich der drei 60er-Jahre-Hochhäuser leidet an mindestens den folgenden Faktoren: Die vorgestellten Architekturgedanken sind derzeit noch wenig qualifiziert, sind auf keinen Fall zu Ende gegoren und haben eher klotzhaften Charakter. Und natürlich hat die soziale Vermietungskomponente es auch in sich. Es liegt auf der Hand, dass die Anfangsmiete von 8,60 €/qm sich nach fünf Jahren an die dann herrschenden Marktgrößen zumindest anpassen werden, sie wohl auch übersteigen. Wohnen zwischen den Gewässern, Mühlenkampkanal und Alster, sind sicherlich nachfragefördernd. Da, wo es jetzt noch geplant erdenschwer zugeht, der Blick auf den Kanal eher eine Ahnung bleibt, gab es schon 1993 vom Grundeigentümer Robert Vogel leichteres. Aufgeständerte Ergänzungsbauten sollten Durchblicke ermöglichen und die neue Straßenbebauung nicht mehr als Abschottungsmaßnahme erscheinen lassen. Im Juli 2000 stellte die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde, Herr Senator Wilfried Maier, im „Leitfaden zur Projektberatung“ dieses als beispielhafte Nachverdichtung vor. Der erste realisierte Bauabschnitt war die Dorotheenstraße 16 durch Paetzelarchitekten. Diese Architekten sollten auch die drei weiteren Flügelbauten „zur Abrundung des Ensembles“ erstellen. Alles durchdacht und vorgestellt im Juli 2000, bald 20 Jahre her. Die aufgeständerten ergänzenden Bauten, sie würden die bestmöglichen Abstände einhalten, Durchblicke ermöglichen, Leichtigkeit produzieren, sowie ganz funktional die Tiefgarage um die erforderlichen zusätzlichen Stellplätze erweitern und die Erschließung und Sicherheit der drei Hochhäuser verbessern. Wir sehen, man war schon mal weiter.

Gunter Strey

Das Gemeinsame der EU betonen

26. November: Varoufakis will über Berlin ins EU-Parlament

Die Kandidaten von „Demokratie in Europa“ (Wahlflügel von DiEM25) treten natürlich für ihr Heimatland an, für die Europäische Union. Genauso wie Yanis Varoufakis in Deutschland zur Wahl steht, stehen Kandidaten aus Deutschland in anderen Ländern der EU zur Wahl. Im Gegensatz zu allen anderen Listen betonen die Kandidaten von „Demokratie in Europa“ das Gemeinsame in der EU und nicht das Trennende. Als erste Wahlgruppierung hat „Demokratie in Europa“ eine gemeinsame Wahlliste für die EU und keine nationalstaatliche, wie die anderen Parteien, die besonders den Eigennutz des einzelnen Nationalstaats im Fokus haben.

Reinhard Muth

Zurück in die Vergangenheit

26. November: Bye-bye Britannia! Beim Sondergipfel bedauern die Regierungschefs den EU-Austritt, Merkel spricht von „Trauer“

Und der nächste logische Schritt nach diesem Irrsin der Engländer ist dann die Rückkehr zum Commonwealth of Nations, damit das Inselvolk in die Vergangenheit zurückgeschleudert wird und sich von da aus wieder mit den Kriegen um die alten Kolonien beschäftigen kann, da es wirtschaftlich nicht mehr läuft im Brexitland. Man kann nur hoffen, dass die Engländer endlich zur Vernunft kommen und sich nicht von diesen Brexitindianern verkaufen lassen.

Heiner Dreesen, Rellingen

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