Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 26. November 2018

Mit Wasserdampf in die Zukunft

24./25. November: Hamburgs erste E-Busse – ein Flop. Technische Mängel: Die Fahrzeuge stehen ungenutzt im Depot

Da waren wir doch schon mal einen Schritt weiter. Vor etlichen Jahren fuhren schon mal E-Busse in Hamburg, die ihren Strom allerdings nicht aus Batterien, sondern aus mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen bezogen. Diese Technologie ist energieeffizienter als die Herstellung der Batterien und gilt als die Antriebsform der Zukunft. Als ,Abgas‘ erhält man Wasserdampf. Meines Erachtens ist es sinnvoll, den Zwischenschritt über Batterien gerade bei großen Fahrzeugen wie Bussen nicht zu machen und alle Kraft direkt auf die Weiterentwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellen-E-Bussen zu konzentrieren. Der Wasserstoff könnte übrigens teilweise sogar aus den nicht genutzten Kapazitäten der Offshore-Windkraftanlagen gewonnen werden. Statt sie bei starkem Wind zeitweise abzuschalten, weil man den Strom nicht ableiten kann, wäre es doch sehr viel sinnvoller, diese überschüssige Energie via Wasserstoff zu speichern und diesen dann im Verkehr einzusetzen.

Roswitha Müllerwiebus

Die Zeiten ändern sich

24./25. November: Polizei kontrolliert Diesel- und Alkoholsünder

Jetzt ist es soweit. Ich bin auf die unterste Kaste der Verkehrsteilnehmer abgerutscht. Ein Umweltparia. Obwohl ich vor sieben Jahren nach langer Bedenkzeit das damals umweltschonendste Auto (VW Passat Diesel Euro V mit „Bluemotion Technologie“) kaufte, werde ich in der Artikelüberschrift in einem Atemzug mit besoffenen Autofahrern genannt, die zugedröhnt durch die Stadt heizen. Tja, so ändern sich die Zeiten. Aber auch als potenzieller Sünder ( gibt es ein Gottesgebot gegen Autofahren auf bestimmten Straßen der Stadt?) fühle ich mich eher als Opfer eines betrügerischen Konzerns und einer sinnlosen und aktionistischen Beschilderungspolitik des Senates. In diesen Zeiten ist es schwer zu entscheiden, wer die Guten und wer die Bösen sind. Das gilt nicht nur im Straßenverkehr.

Hartwig Vosgerau

Entscheidend ist der Parteitag

24./25. November: Kramp-Karrenbauer baut Vorsprung in Umfrage aus

Ob Annegret Kramp-Karrenbauer im Rennen um den CDU-Vorsitz laut ZDF-Politbarometer ihren Vorsprung bei CDU-Anhängern ausgebaut hat, ist relativ bedeutungslos. Entscheidend wird sein, wie die Delegierten des CDU-Bundesparteitages abstimmen. Allein dieses Ergebnis entscheidet die Wahl. Sie kann völlig anders ausgehen, als die Meinungsumfrage des Politbarometers. Das sind durchaus zwei unterschiedliche Paar Schuhe, Überraschung inbegriffen.

Klaus-Peter Steinberg, Hamburg

Bushaltestelle einrichten

23. November: Geisterbahnhof Elbbrücken. U 4 – kein Anschluss unter dieser Nummer. Der einzige Bus kommt um 4.50 Uhr

Ein Geisterbahnhof Elbbrücken macht auch die U4 zu einer fast leeren, aber teuren Geisterbahn. Bezahlen müssen das alle HVV-Nutzerinnen, besonders die auf den überfüllten Strecken. Die Busse von Wilhelmsburg zur S-Bahn Veddel und die S-Bahnen von dort in die Stadt sind auch außerhalb der Hauptverkehrszeit so gedrängt voll und fahren oft unregelmäßig, so dass viele Menschen sie meiden. Sie steigen ins Auto um, wenn sie eines haben oder meiden, wenn irgend möglich, die Fahrt in die Innenstadt ganz, wenn sie können. Macht man aus dem Schnellbus 34 von Wilhelmsburg in die Stadt einen zuschlagsfreien Bus und lässt ihn an der Station U4-Elbbrücken halten, gewinnt der HVV viele zusätzliche Fahrgäste und nimmt damit auch mehr Geld ein als bisher. Und auch ältere Menschen, die die Schaukelfahrt nicht mehr gut im Stehen ertragen, kommen mit praktisch garantierten Sitzplätzen in der minimal ausgelasteten U4 gut in die Stadt. Auch für die Busse von und nach Rothenburgsort wäre die U4-Station Elbbrücken eine gute Umsteigemöglichkeit. Bürgermeister Tschentscher betont bei allen Besuchen in den Stadtteilen, dass er kurzfristig für bessere Lösungen im ÖPNV sorgen will. Hier ist er gefragt, sofort zu handeln.

Michael Rothschuh, Hamburg

Pflicht zur grünen Plakette

22. November: Fahrverbot: Opposition gegen Kamera-Kontrolle und Leitartikel: Big Brother für Diesel?

Die Überlegung, alle Verkehrsteilnehmer zur Kontrolle von Dieselfahrverboten permanent zu filmen, dürfte nur eine weitere Übung in hilflosem Aktionismus sein, besonders aus Hamburger Sicht. Gerade wir wissen ja inzwischen, dass Durchfahrtsbeschränkungen selbst an den Messstellen zu keiner Verbesserung der Luftqualität geführt haben. Bei dieser Sachlage das Recht auf informationelle Selbstbestimmung anzukratzen, ist absurd, zumal es die Möglichkeit der blauen Plakette gibt. Kontrollieren könnte man diese in Hamburg recht einfach, weil die Autos ja oft auch während der Benutzung stehen, nämlich im Stau. In diesem Zusammenhang ist es auch sehr interessant, dass Hamburg als eine der ganz wenigen deutschen Großstädte nicht einmal eine Umweltzone (Pflicht zur grünen Plakette) hat. Hier könnte der Senat also gleichzeitig nachbessern und damit die unwürdige Situation beenden, beim Fahrverbot Erster, bei der Umweltzone aber Letzter zu sein.

Ulrich Kolitschus, Hamburg-Sülldorf

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