Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 19. November 2018

Unreifes Verhalten

17./18. November: Elbphilharmonie: Wachmann verletzt Konzertbesucher (82) bei Streit schwer

Ich frage mich, welche „angemessenen“ Maßnahmen die Mitarbeiter der Elphi sowie des Sicherheitsdienstes noch hätten ergreifen sollen? Laut eigener Aussage des Herrn Schröder hatte er selbst sich aggressiv verhalten (durch schimpfen und schubsen) und wollte sich mit Gewalt Zugang zum Fahrstuhl verschaffen, um seine Personalien nicht angeben zu müssen aus Angst vor einer Rechnung für das Auslösen des Feueralarms. Mit einer gewissen Reife hätte er diese Angaben gemacht und sich zu einem späteren Zeitpunkt wegen der angeblich mangelnden Beleuchtung im Ausgangsbereich mit der Leitung der Elbphilharmonie auseinandergesetzt. Aber so ist sein Verhalten für mich ein weiteres Beispiel für zunehmenden Egoismus und Aggressivität in unserer Gesellschaft.

Gunter Harms

Darf man sich alles erlauben?

Klar darf ein professioneller Wachdienst eine solche Situation nicht eskalieren lassen. Aber Sie machen den Vorfall groß auf und dass wird dem Anlass nicht gerecht. Was für ein Vorbild geben Sie damit? Man darf sich alles erlauben und muss nicht zu seinen Fehlern stehen?

Wolfgang Griesing, Hamburg

Kernthemen auf die erste Seite

Was genau vorgefallen ist, stellt jede Seite sicher anders dar, aber dass jemand „versehentlich“ das Glas eines Alarmmelders eindrückt, einschlägt, klingt weit hergeholt. Damit müssen sich Gerichte beschäftigen? Meine Morgenlektüre sollte sich bitte wieder den Kernthemen widmen. Und dabei einen neutralen Standpunkt einnehmen.

Askan Siegfried, Hamburg

Humoristen mit Tiefgang

17./18. November: Zwischen Hamburg und Berlin. Ein E-Mail-Wechsel von Abendblatt und ,Cicero‘

Jeden Sonnabend sprechen Herr Haider und Herr Schwennicke aktuelle Themen ganz „wider den tierischen Ernst“ an. Wie gute Humoristen lassen die beiden in ihrer Kolumne auch ein bisschen Tiefgang nicht vermissen. Vielen Dank! Ich freue mich schon jetzt auf den kommenden Sonnabend, wenn es wieder heißt „Zwischen Hamburg und Berlin“.

Henning Balasus, Pinneberg

Verträge sind einzuhalten

16. November: Exit vom Brexit. Großbritannien droht das Chaos – Europa sollte das Land zum Verbleib einladen

Den Briten ein Angebot zum Verbleib in der EU machen? Einspruch, Herr Iken. Den Briten ein diesbezügliches Angebot zu machen bedeutet, dass von den EU-Verträgen zugunsten der Briten Abweichungen vorgenommen werden. Dann fordert natürlich Italien erst recht ein Entgegenkommen bei seinem EU-seitig abgelehnten Haushaltsentwurf. Ungarn und Polen könnten ein Entgegenkommen in der Flüchtlingspolitik fordern. Es gibt bestimmt noch mehr EU-Mitgliedsstaaten, die dann ebenfalls ein Entgegenkommen in für sie wichtigen Punkten erwarten. Verträge sind einzuhalten und wer damit nicht einverstanden ist, sollte entweder die übrigen EU-Mitglieder von seiner Haltung überzeugen oder die Gemeinschaft verlassen bzw. gar nicht erst Mitglied werden.

Wolfgang Mieland

Unverschämte Forderung

15. November: Zahlen Kinderlose zu wenig? Gesundheitsminister Jens Spahn fordert unterschiedlich hohe Beiträge für Pflege und Rente. Dafür bräuchte es ein neues System

Alle Jahre wieder werden die alten Forderungen, Kinderlose mögen doch mehr in die Sozialkassen einzahlen, aufgewärmt. Diese Forderungen sind in erster Linie eines, nämlich unverschämt. Kinderlose zahlen schon jetzt wesentlich mehr in die Sozialsysteme ein als sie herausbekommen (Schule, Kindergärten, Krankenversicherung, Kindergeld, Mütterrente). Es wird auch der Eindruck erweckt, als wenn kinderlose Rentner alimentiert werden müssten. Dabei ist das Rentensystem zwar umlagefinanziert, aber durch die Beiträge zur Sozialversicherung, aus denen die Rentenbezieher finanziert werden, entstehen Ansprüche, die im Laufe des Arbeitslebens erworben werden. Es wäre weitaus sinnvoller, auch Erträge aus Kapitalvermögen stärker in die Sozialversicherung einzubeziehen. Und warum fordern Politiker wie Herr Spahn nicht einmal, dass auch Beamte und Politiker in die Rentenversicherung einbezogen werden? Die sind nämlich privat versichert und erhalten ein lebenslanges Ruhegehalt.

Peter Westendorf, Hamburg

Das große Rennen

16. November: Bahn kassiert Strafe – für ein Fahrrad auf dem Bahnsteig

Wie absurd ist das denn? Auch ich nutze oft die Bahn um neun Uhr, viele brauchen diesen Termin. Sollen jetzt alle Fahrradfahrer, Behinderte, Mütter mit Kinderwagen, und auch viele Abo-Kunden, die erst ab neun Uhr fahren dürfen auf dem Vorplatz warten, um dann um neun Uhr die Treppen herunterzurennen und sich dabei noch eventuell die Hacken zu brechen? Es ist nicht zu glauben .

Heike Dierlich, Niendorf

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