Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 15. November 2018

Kinder kosten viel Geld

15. November: Die große Diskussion: Sollen Kinderlose mehr Abgaben zahlen als Eltern?

Natürlich! Es kann doch nicht sein, das diese Spaßvögel später von meinen drei Kindern ernährt werden, deren Aufzucht mich sehr viel Geld gekostet hat. Rechnen Sie einmal zusammen, was Kinder bis zur Ausbildungsreife kosten. Die Hilfe vom Staat dabei ist lächerlich.

Karl Jacobsgaard

Kinderlos – gut für die Umwelt

Ich finde es immer wieder interessant zu lesen, dass Kinderlosen Egoismus vorgeworfen wird. Gilt das nicht auch für Eltern? Ist ein Kind etwa kein Ego-Projekt? Aus globaler Perspektive betrachtet, sind wir ohnehin genug Menschen auf diesem Planeten und – rein wissenschaftlich – ist keine Maßnahme so gut für die Umwelt, wie der Verzicht auf ein Kind. Aus persönlicher Perspektive sind meine Gründe für ein Kind: Ich will mich fortpflanzen, meine Ansichten und Werte weitergeben, erwerbe ein Stück „Unsterblichkeit“, weil mein Kind (normalerweise) meine Endlichkeit überdauert, schaffe mir einen Lebenssinn. Ein Kind zu bekommen, hat erst einmal nichts mit dem Kind selber oder der Gesellschaft zu tun, sondern nur mit mir (und eventuell mit meinem Partner). Der Verzicht, den man dann für ein Kind in Kauf nehmen muss, ist kein anderer als der, dem jeder – ob mit oder ohne Kind – unterliegt, will man seinem Leben einen Sinn jenseits des Materiellen geben. Wie dieser Sinn aussieht, liegt in unserer freiheitlichen Gesellschaft im eigenen Ermessen und sollte nicht durch Sanktionen bewertet werden.

Antonia Tackenberg

Sicherheitsproblem nicht gelöst

15. November: Container sollen durch den Hafen schweben. HHLA schließt Vorvertrag zum Bau einer Station für Hochgeschwindigkeitstransporter

Nun bin ich sechsundsiebzig Jahre alt und höre zum dritten oder vierten Mal von der Idee, die Rohrpost-Technologie zu modernisieren. Die bisherigen Versuche scheiterten nicht nur an den Kosten, das Vakuum in der Röhre aufrecht zu erhalten, sondern vor allem an den Erfordernissen eines Bahnhofs. Dort müssen die Passagiere oder die Waren durch eine entsprechende Schleuse in den Normalbereich ausgeschleust, bzw. von dort wieder ins Vakuum eingeschleust werden. Ähnliches wäre für Abzweigungen im Röhrennetz erforderlich. Hinzu kommt das ungelöste Problem der Sicherheit, bzw. der Durchführung von Rettungsmaßnahmen. Ich wünsche den Investoren aber trotzdem viel Erfolg, denn neue Erkenntnisse werden auf jeden Fall dabei herauskommen.

Dr. Ing. Friedrich Weinhold, Norderstedt

Klimawandel in den Fokus rücken

14. November: Wenn mit dem Klimawandel die Elefanten ins Dorf kommen

Der Elefant im Dorf ist doch eine wunderschöne Metapher für die unbequeme Wahrheit, die uns alle betrifft. Wir verursachen einen Großteil des CO2-Ausstoßes, aber die konkreten Auswirkungen sieht und spürt man am deutlichsten erstmal ganz woanders. Muss es erst soweit kommen, dass auch bei uns der sprichwörtliche Elefant vor der Tür steht? Klimawandel und Klimagerechtigkeit sollten noch stärker in den Fokus rücken. Diese Serie ist schon mal ein guter Anfang. Danke!

Tobias Rexin

Jeder einzelne steht in der Pflicht

Warum überfallen Elefantenherden immer häufiger die Dörfer in Namibia? Warum können wir in Hamburg im November noch in kurzer Hose und T-Shirt das Haus verlassen? Zwei Kontinente, eine Antwort: Der Klimawandel. Ein globales Phänomen, das globale Auswirkungen zeigt. Doch die Emissionen sind alles andere als global. Warum müssen Dörfer in Afrika darunter leider, dass wir in Europa zu viel CO2 emittieren? Nur wir allein können unsere Emissionen einschränken. Doch erneut sieht es so aus als würden die Klimaziele in Europa nicht erreicht werden. Jeder einzelne muss sich da in der Pflicht sehen. Doch das Bewusstsein muss dahingehend gestärkt werden, dass jeder einzelne auch etwas bewirken kann. Um die Bereitwilligkeit der Bürger zu unterstützen ihre Emissionen einzuschränken, sollte der Staat eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe einführen.

Nele-Charlotte Neddermann, Hamburg

Zu spät, liebe SPD

13. November: Was wird aus Hartz IV?

Nach über 16 Jahren stellt die SPD fest, dass die Hartz-IV-Gesetzgebung und die damit verbundenen erheblichen finanziellen und sozialen Einschnitte für die Arbeitnehmer doch nicht das Gelbe vom Ei waren und sind. Die Mitgliedschaft in der Partei hatte sich seinerzeit fast halbiert. Das wurde aber nicht begriffen. Nun soll die Zeit zurückgedreht werden, um Wähler zurückzugewinnen. Zu spät, liebe SPD, dieser Riesenfehler des Kanzlers der Bosse ist nicht reparabel.

Ludwig Ammersbek

Gemeinsame Elternverantwortung

14. November: Jungfernstieg-Morde: Die Gefahr war bekannt

Diese Gefahren sind auch uns Trennungsberatern bekannt. Doch eine Frage wurde bisher nicht gestellt: Warum werden Eltern nach Trennung regelmäßig gerichtlich ausgegrenzt, statt sie (beide!) intensiv zu gemeinsamer Elternverantwortung zu motivieren? Wie Väter an deutschen Gerichten behandelt werden, das können Menschen aus mehr kind- und familienorientierten Nationen und Kulturen nicht begreifen. Hier führte es zu einem Verbrechen, in anderen Fällen suizidieren sich die oft jahrelang ausgegrenzten und gedemütigten Väter. Ein Anschluss an die international wegweisende Familienjustiz wie etwa in Skandinavien oder Australien ist nicht in Sicht. Die aktuelle Diskussion in der Familienpolitik lässt noch keine tiefgreifende Reform erwarten.

Johannes Zink, ISUV e. V. Hamburg

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.