Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. November 2018

Auswirkungen von Mietsteigerung

8. November: Hamburg kauft zum ersten Mal Altbau, um Mieter zu schützen

Das war höchste Zeit! Wie sind Altmieter der „Akelius GmbH“ in Winterhude, wo der Investor ganze Hausblocks aufgekauft hat. Wird eine Wohnung frei, wird „modernisiert“, auch wenn der Wohnungszustand dies nicht erfordert und dann mit über 18,00 Euro Kaltmiete (mittlerer Mietenspiegel = 7,65 Euro) neu vermietet. Das können sich wegen des in den vergangenen Jahren unter der CDU-Regierung vernachlässigtem sozialen Wohnungsbau fast nur Wohngemeinschaften leisten. Die Mietpreisbremse war gegenüber diesem Geschäftsmodell von Anfang an unwirksam. Die Auswirkungen der drastischen Mietsteigerungen auf künftige Mietenspiegel dürften weiterer Verdrängung und Gentrifizierung der Stadtteile Vorschub leisten.

Renate Kellner

Den FC St. Pauli nicht vergessen

6. November: Lasogga schießt HSV an die Spitze

Der HSV ist an der Tabellenspitze, schön

für ihn, aber diesen Erfolg auf die Titelseite zu heben, ist schon sehr überheblich, zumal der FC St. Pauli vor kurzem ebenso dort stand, aber das war Ihnen nur eine kurze Mitteilung auf der Titelseite wert. Bitte nicht vergessen, beide Clubs sind in der 2. Liga, und der HSV ist nicht aus Versehen dort, sondern wegen schlechter Leistung der vergangenen Saison. Beide Clubs sind Hamburger Vereine und den jeweiligenden Fans sehr ans Herz gewachsen. Um beiden Vereinen die gleiche Wertschätzung entgegen zu bringen, täte ein wenig Zurückhaltung ganz gut.

Monika Schwarzarius

Verbesserung für Allgemeinheit

7. November: Neuer Bahnsteig für den Hauptbahnhof. Erweiterung an Gleis 9 geplant. Finanzierung der S 4 steht - für Strecken nach Bad Oldesloe und nach Elmshorn

Diese Nachricht stimmt immerhin optimistisch, dass auch in Berlin endlich der Vorrang für die umweltfreundliche und leistungsfähige Schiene hoffentlich langfristig erkannt wird. Ein ganz anderes Szenario könnte allerdings für eine wesentlich effektivere Entlastung des Hauptbahnhofs sorgen. Sieht man sich das heutige Betriebsgeschehen an, so fällt auf, dass der eigentlich als Durchgangsbahnhof konzipierte Hauptbahnhof zum großen Teil als zweiseitiger Kopfbahnhof für den Regionalverkehr missbraucht wird. Egal ob die Züge aus Bremen, Uelzen, Cuxhaven, Itzehoe, Flensburg, Kiel oder auch Schwerin/Rostock und (noch) Bad Oldesloe/Lübeck kommen, sie enden im Hauptbahnhof und blockieren mit Wendezeiten von bis zu etwa einer halben Stunde die entsprechenden Gleise für jeglichen anderen Verkehr. Die noch vor Jahren undenkbare Belegung eines Gleises mit zwei Zügen entspannt die Situation langfristig nur ungenügend. Denkbar wäre doch hier eine Durchbindung der Züge z. B. aus Itzehoe bis Uelzen, aus Kiel bis Bremen und aus Flensburg bis Hannover. Voraussetzung wäre natürlich, dass sich die Landesnahverkehrsgesellschaften Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie der HVV zusammen mit den beteiligten Verkehrsunternehmen DB Regionalbahn Schleswig-Holstein und Nord (für Niedersachsen), Metronom und Nordbahn an einen Tisch setzen, um sich über den freizügigen Austausch von Fahrzeugen und eventuell auch Personal im jeweils anderen Bundesland zu einigen. Zudem wären die Ausschreibungsmodalitäten an dieses Konzept anzupassen. Aber im Sinne einer deutlichen Verbesserung für die Allgemeinheit sollte dies kein unüberwindliches Problem darstellen. Dem Hauptbahnhof wäre eine erheblich gesteigerte Durchgängigkeit sicher. Zudem könnten in den jeweiligen Relationen auch die sonst erforderlichen Umsteigebewegungen innerhalb des Bahnhofs deutlich reduziert werden, was eine weitere Entlastung der Bahnsteige bedeutet.

Holger Flach, Hamburg

Veganismus ist eine Lebensweise

3./4. November: Die Veganerin, die Rinder züchtet

In der Überschrift und auch in dem Artikel nennen Sie Anna Butz eine Veganerin, aber das ist sie ganz und gar nicht. Sie ernährt sich nur vielleicht wie eine. Der Veganismus ist aber keine Ernährungsform, sondern eine Lebensweise, bei der es um die Anerkennung von Tierrechten geht. Veganer verzichten auf Tierprodukte, weil sie sich nicht an der Ausbeutung von Tieren beteiligen und weil sie Grausamkeiten gegen Tiere so weit wie möglich vermeiden wollen. Die Schlachtung eines Rindes, das ganz bestimmt nicht sterben will, darf man wohl mit Fug und Recht als Grausamkeit bezeichnen. Frau Butz sieht das nicht so, und das ist ziemlich beunruhigend. Da sie also Rinder züchtet und jeden Monat eines töten lässt, ist sie definitionsgemäß keine Veganerin, auch wenn sie sich selbst so bezeichnen mag. Wenn jemand jeden Tag in einem Fußballtrikot herumläuft, ohne je einen Ball zu berühren, ist er auch kein Fußballspieler. Frau Butz mag ja viel für die Tiere empfinden, aber ihre „Tierliebe“ verdient diesen Namen nicht, wenn sie immer wieder eines schlachten lässt. Diese Frau hat den Veganismus nicht annähernd verstanden und erhält zu Recht jede Menge Kritik von Veganern.

Timo Staack, Kiel

Die Männer haben es besser

7. November: So schützen Sie sich vor Taschendieben

Es wäre wunderschön, wenn die Modemacher Verständnis für uns Frauen hätten. Weil ich nicht immer meine Wanderjacke anziehen möchte, bin ich auf die Suche nach einer vernünftigen, hübschen Jacke gegangen: Keine hatte Innentaschen, und die Außentaschen waren überwiegend klein und nicht zuzuknöpfen. Mal eben das Portemonnaie, ein Handy, einen Zettel oder einen Bonbon einstecken ohne Angst, dass es herausfällt oder ein Bösewicht leicht daran kommt, ist nicht vorgesehen. Da haben die Männer es erheblich besser.

Friderun Böttger

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.